MMA Restliche Welt

Vorschau auf das Ultimate Fighter 13 Finale

Die dreizehnte Staffel von "The Ultimate Fighter" ist dem Ende nah. Trotz langsamen Starts und obwohl es zum Aufeinandertreffen der Coaches leider nicht kommen wird, hat die Show in den letzten Wochen ordentlich Fahrt aufgenommen. Das Niveau der Kämpfe stieg, und mit Ramsey Nijem und Tony Ferguson stehen zwei markante und vielversprechende Kämpfer im Finale. Geflankt werden sie von einem beachtlichen Lineup, in dem unter anderem der Platz des Nr. 1 Herausforderers auf den Leichtgewichtstitel ausgefochten werden wird.

Hauptkämpfe:

Ramsey Nijem und Tony Ferguson sind zwei eigenartige Männer: Während der eine sich die Zehennägel lackiert und halbnackt vor einer Horde gröhlender Männer auf dem Billardtisch tanzt, gelt sich der andere die Haare und kommt in Abendgarderobe zu seinen Kämpfen. Beide waren in- und außerhalb des Käfigs zentrale Gestalten der dreizehten TUF Staffel; Ramsey durch seine ausgelassene und augenzwinkernd exhibitionistische Art, Tony durch seinen alkoholbedingten Kontrollverlust nach den Viertelfinalkämpfen und seinen Streit mit Chris Cope. Ganz egal. Alles vergessen. Denn am Samstagabend geht es nicht mehr um Eitelkeiten und Showeinlagen, nicht um Kameradschaft und Streit, sondern um den entscheidenden Kampf auf dem Weg zum Sieg bei " The Ultimate Fighter". Und der verspricht spannend zu werden, denn im bisherigen Verlauf der Staffel haben beiden Männer ihre Kämpfe stets durch (T)KO oder Submission gewonnen, ganz getreu dem Motto: "Never leave it in the hands of the judges". So ist denn auch beim Finale ein heißes Gefecht zu erwarten, in dem Nijem wohl den leichten Vorteil am Boden und Ferguson im Stand haben dürfte -- allerdings in beiden Fällen mit Betonung auf "leicht". Eine spannende Auseinandersetzung, aus der ein würdiger dreizehnter Ultimate Fighter hervorgehen wird.

Anthony Pettis kann sich mit Rashad Evans zum Club der Pechvögel zusammenschließen. Eigentlich sollte er als letzter Leichtgewichtschampion der WEC gegen den Sieger der zweiten Begegnung von Frankie Edgar und Gray Maynard um den Titel kämpfen dürfen. Nachdem Edgar und Maynard jedoch erst ein Unentschieden erzielten und sich vor ihrem geplanten Rematch auch noch beide verletzten, ist ein Titelkampf für Pettis in einige Ferne gerückt. Um seinen Status als Nr. 1 Herausforderer beizubehalten, muss er am Samstag zunächst an Clay Guida vorbei - keine leichte Aufgabe, denn das Energiebündel mit Wolle-Petry-Mähne verfügt über exzellente Kondition und zwingt seine Gegner über drei Runden mit vollem Einsatz zu arbeiten. Leider sind Guidas Kämpfe oftmals weniger spektakulär als sein von Schreien, Tanzeinlagen und Schattenboxübungen durchzogener Einmarsch ins Octagon. Gerade gegen den starken Standkämpfer Pettis steht zu erwarten, dass Guida früh und oft den Takedown sucht, um auf diesem Wege einen Punktsieg, Achtung Kalauer, zu erringen. Doch Pettis hat in seinem Kampf mit Ben Henderson bereits unter Beweis gestellt, dass er sich gegen starke Wrestler behaupten kann. Gelingt ihm das auch gegen Guida, so wird Pettis sich in die Serie erfolgreicher UFC-Debuts ehemaliger WEC-Kämpfer einreihen.

Kyle Kingsbury vs. Fabio Maldonado ist ein Kampf, den die Welt nicht braucht... aber will! Die beiden Halbschwergewichte sind mit 29 bzw 31 Jahren nicht mehr die Allerjüngsten, und werden vermutlich niemals zu echten Herausforderern um den Titel avancieren. Das ist aber auch gar nicht notwendig, denn beide liefern regelmäßig spannende und unterhaltsame Kämpfe ab. Kingsbury hat seine letzten drei davon gewonnen - zuletzt gegen Ricardo Romero in nur 21 Sekunden - und trotz seiner beachtlichen ringerischen Fähigkeiten überwiegend im Stand gekämpft. Gegen Maldonado wäre er allerdings gut damit beraten, das Geschehen auf den Boden zu verlagern, denn der Brasilianer ist in 22 professionellen Boxkämpfen ungeschlagen und konnte alle bis auf einen via KO für sich entscheiden.

Ed Herman und Tim Credeur haben ihren jeweils letzten Kampf in der UFC beide verloren. Ob sie sich daran noch erinnern können ist allerdings fraglich, denn für beide liegt er bereits beinahe zwei Jahre zurück. Herman hatte sich am Knie verletzt, musste operiert werden und verletzte sich, kaum durfte er wieder trainieren, prompt erneut. Bei Credeur bestand Verdacht auf einen Hirntumor, was sich glücklicherweise als unbegründet erwies, ihn jedoch zusammen mit der Geburt seines Kindes eine Zeit lang vom Kampfgeschäft fernhielt. Beide werden am Samstagabend also nicht nur gegeneinander, sondern auch gegen den Rost der letzten beiden Jahre kämpfen müssen - und im Falle von Herman wohl auch um seinen Platz in der UFC. Da beide über starkes BJJ verfügen, könnte der Kampf sehr gut durch ein taktisches Gefecht am Boden entschieden werden.

Mit Chris "Woooooohoooooo" Cope und Chuck O'Neill treffen die zwei im Halbfinale ausgeschiedenen Teilnehmer der dreizehnten TUF Staffel aufeinander. Bisher waren beide überwiegend im Standkampf zu sehen, wo sie ordentliche, aber nicht gerade atemberaubende Leistungen liefern konnten. Bei ihrem Auftritt am Samstagabend droht sich genau das zu wiederholen.

Vorkämpfe:

In den Vorkämpfen erhalten mit Shamar Bailey und Ryan McGillivary sowie Clay Harvison und Justin Edwards vier weitere Teilnehmer der aktuellen Staffel die Gelegenheit, sich trotz vorheriger Niederlage bei einem UFC-Event zu präsentieren und in Joe Silvas positiver Erinnerung zu bleiben. Zudem treffen die ehemaligen WEC-Kämpfer Josh Grispi und George Roop aufeinander, die bei ihrem jeweils letzten Auftritt in der UFC jedoch den kürzeren gezogen haben.

Mit Danny Downes steigt ein weiterer Ex-WECler in den Käfig, um sich gegen den UFC-Veteranen Jeremy Stephens zu behaupten - dieser schickte zuletzt Marcus Davis bei UFC 125 auf die Bretter und wird sicherlich auch gegen Downes aggressiv nach vorne gehen. Die Riege der Ex-WECler komplettieren sodann Scott Jorgensen und Ken Stone - Jorgensen hatte zuletzt WEC-Bantamgewichtschampion Dominick Cruz herausgefordert, unterlag diesem jedoch einstimmig nach Punkten.

Francisco Rivera schließlich hat seine Karriere mit fünf Siegen begonnen, unterlag jedoch in seinem sechsten Kampf bei WEC 52 gegen Erik Koch. Am Samstag wird er versuchen, diese Scharte mit einem Sieg gegen Reuben Duran auszuwetzen. Doch Duran wird nach einer knappen Split Decision Niederlage gegen Takeya Mizugaki ebenfalls hungrig und mit unbedingtem Siegeswillen ins Octagon zurückkehren.


Alle Kämpfe in der Übersicht:

The Ultimate Fighter 13 Finale
4. Juni 2011
Palms Casino Resort in Las Vegas, Nevada, USA


The Ultimate Figher 13 - Finalkampf
Tony Ferguson vs. Ramsey Nijem

Hauptprogramm
Clay Guida vs. Anthony Pettis
Chris Cope vs. Chuck O'Neil
Kyle Kingsbury vs. Fabio Maldonado
Tim Credeur vs. Ed Herman

Vorprogramm
Reuben Duran vs. Francisco Rivera
Scott Jorgensen vs. Ken Stone
Justin Edwards vs. Clay Harvison
Shamar Bailey vs. Ryan McGillivray
Josh Grispi vs. George Roop
Danny Downes vs. Jeremy Stephens