MMA Restliche Welt

Vorschau auf Couture vs. Toney

MMA-Legende Randy Couture (Foto via Zuffa LLC)

Am kommenden Wochenende findet UFC 118 in Boston statt. Der Hauptkampf des Abends ist der Rückkampf zwischen Frankie Edgar und BJ Penn um den Leichtgewichtstitel der UFC. Allerdings wird über den zweiten Hauptkampf wesentlich mehr diskutiert, schließlich geht es in dem um die Ehre des Mixed Martial Arts.

James „Lights out“ Toney, ehemaliger Boxweltmeister im Mittelgewicht, Supermittelgewicht und Cruisergewicht, will der Welt am 28. August zeigen, dass „Boxen allen anderen Kampfsportarten überlegen ist“ und stellt sich deswegen der Herausforderung in der UFC. Als bekannt wurde, dass der mehrfache Boxchampion sich in der UFC beweisen will, fand sich sofort ein Kämpfer, der sich dieser Aufgabe annehmen wollte: Randy „The Natural“ Couture verkündete öffentlich, dass er Toney gerne im Octagon willkommen heißen würde. Auch wenn Couture der Meinung ist, dass Toney sich mit dieser Entscheidung etwas übernommen hat, so gibt er doch zu, dass er Respekt für Toney habe. Schließlich sei er der erste Boxer, der nicht nur redet, sondern seinen Worten auch Taten folgen lässt.

Bevor er zur Tat schreitet, lässt Toney allerdings keine Gelegenheit aus, um Nackenschläge gegen den MMA-Sport auszuteilen, weswegen die UFC sich auch dazu entschlossen hat, den Kampf als Boxen vs. UFC zu promoten. Toney macht seinerseits ebenfalls keinen Heel daraus, dass er nicht großartig Jiu Jitsu oder Ringen trainiert. In einem Interview sagte er: „dieses ganze Jiu-Jitsu, dieses Umarmen… das ist doch nur etwas für Mädchen.“ Damit steht auch schon die Strategie von Toney in dem Kampf fest: Couture so schnell wie möglich KO schlagen, ansonsten wird dieser ihn irgendwann wohl „umarmen“ und auf die Matte bringen.

Boxlegende James Toney (Foto via MMABay)Ebenso ist es kein Geheimnis, wie „The Natural“ diesen Kampf gewinnen will: Toney zu Boden und dort zur Aufgabe bringen oder diesen so lange mit seinem gefürchteten Ground and Pound bearbeiten, bis der Ringrichter den Kampf abbricht. Couture dürfte dabei besonders motiviert sein, da Toney immer wieder betont hat, dass es lächerlich sei, Couture als Legende zu bezeichnen. „Ich bin eine Legende… Ich boxe schon seit 25 Jahren. Ich hatte 84 professionelle Kämpfe. Wie kann er mit 28 Kämpfen eine Legende sein?“ Toney hörte dort allerdings nicht auf, sondern führte noch weiter aus: „Es macht mich krank. Eine Legende wie Randy Couture? Ihr Leute müsst aufhören, über den legendären Randy Couture zu reden und fangt besser damit an, über den legendären James Toney zu reden, den großartigsten Kämpfer, den dieser Planet je gesehen hat.“ Damit ist eines auf jeden Fall klar: Den verbalen Schlagabtausch hat Toney eindeutig für sich entschieden. Ob der mehrfache Boxchampion sich auch im Octagon gegen den ehemaligen Schwergewichts- und Halbschwergewichtschampion der UFC durchsetzen kann, wird sich in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag zeigen.

Die UFC hätte kaum einen Besseren finden können, um Toney im Octagon zu begrüßen. In Couture haben sie einen Mann, der über mehr MMA-Erfahrung verfügt als die meisten anderen. Schließlich hatte er seinen ersten Auftritt für die UFC bereits 1997 bei UFC 13. Auch wenn er nicht immer siegreich war, hat er den Fans doch immer wieder gezeigt, dass das Alter in seinem Fall keine Rolle spielte – auch wenn schon seit Längerem immer wieder gesagt wird: Couture ist zu alt. Immer wieder hat er es seinen Kritikern gezeigt und ging in vier seiner letzten sechs Kämpfe als Sieger hervor. Die beiden Niederlagen musste er dabei gegen den körperlich weit überlegenen und aktuellen Schwergewichtschampion Brock Lesnar und den ehemaligen PRIDE Champion Antonio Rodrigo Nogueira einstecken. Dass Couture trotz seines für Toney nicht beeindruckenden Kampfrekords von 18 Siegen und 10 Niederlagen zu den Legenden des Octagons zählt und bereits in der Hall of Fame der UFC aufgenommen wurde, liegt auch daran, dass Couture in 15 Titelkämpfen war, also immer gegen die besten Kämpfer in seiner Gewichtsklasse angetreten und keiner Herausforderung aus dem Weg gegangen ist – was im Boxen nicht immer der Fall ist. Deswegen ist es auch verständlich, dass Couture als Favorit in den Kampf geht, auch wenn Toney dies ein wenig anders sieht: „Sie tun so, als würde Randy Couture gegen irgend so einen Penner von der Straße kämpfen. Ich sag euch etwas… schaltet alle ein und seid nicht zu spät. Sonst könnten die Lichter schon aus sein.“

Eines hat Toney mit seinen Äußerungen auf jeden Fall geschafft: Er hat die Augen der Box- und MMA-Welt auf diesen Kampf gelenkt und den Kampf größer gemacht, als er in den Augen vieler Experten wirklich ist. Schließlich treffen mit Toney und Couture zwei Kämpfer aufeinander, die sich mit 42 bzw. 47 Jahren nicht mehr auf dem Höhepunkt ihrer Karriere befinden. Außerdem sollte ein Kampf nicht darüber entscheiden, ob MMA Boxen als Kampfsportart Nummer 1 in Amerika abgelöst hat. Allerdings dürfte ein Sieg von Couture das Ansehen des MMA-Sports mit Sicherheit etwas anheben und könnte damit einen weiteren Schritt zur Anerkennung von MMA als legitime Sportart darstellen. Deswegen werden Samstagnacht nicht nur die Couture-Fans auf dessen Seite sein, sondern die komplette MMA-Welt. Schließlich mag sich keiner vorstellen, was passieren würde, wenn ein Boxchampion einen UFC-Champion in dessen „Wohnzimmer“ besiegt. Obwohl auch in einem solchen Fall die MMA-Welt nicht untergehen würde, so wäre es doch Wasser auf die Mühlen derer, die immer wieder behaupten, dass es sich bei MMA nicht um einen richtigen Kampfsport handelt. Deswegen werden alle ganz genau hinschauen, wenn Couture und Toney in den Käfig steigen. Kann Couture seine Strategie durchsetzen und Toney auf die Matte bringen oder heißt es am Ende für ihn doch „Lights Out“?

 

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