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Verletzte Champions und neue Stars

Cain Velasquez wird erst Ende 2014 zurück erwartet (Foto: Adam Etheridge/Wikimedia Commons)

2013 war eines der spannendsten UFC-Jahre überhaupt. Die Titelkämpfe überzeugt nahezu ausnahmslos und brachten mit Chris Weidman, Alexander Gustafsson und Johny Hendricks neue Stars hervor, die den Champions nicht nur einheizten, sondern sie im Falle von Weidman auch bezwangen. Doch wie sieht es im kommenden Jahr aus? Wer wird 2014 um die Titel in der UFC kämpfen und wer wird sie Ende 2014 halten? Ein kleiner Ausblick auf die zweiten fünf Gewichtsklassen.

Schwergewicht
Champion: Cain Velasquez (2 Titelverteidigungen)
Nächste Titelverteidigung: TBA
Potenzielle Herausforderer: Fabricio Werdum, Travis Browne
Geheimfavorit: Stipe Miocic

Es sieht schlecht aus im Schwergewicht. Champion Cain Velasquez musste sich im November einer Schulteroperation unterziehen und wird den Großteil des Jahres nicht in den Käfig steigen können. Fabricio Werdum, der seit seinem Erfolg über Antonio Rodrigo Nogueira im Juni 2013 auf seinen Titelkampf wartet, wird somit beschäftigt werden müssen. Ein Duell mit Travis Browne, der erst vergangenes Wochenende Josh Barnett in der ersten Runde stoppen konnte, ist angedacht. Der Sieger ist logischer Herausforderer auf Velasquez' Titel.

Dahinter wird es jedoch seit dem Wechsel von Daniel Cormier ins Halbschwergewicht bereits dünn. Eine UFC-Siegesserie können momentan nur Gabriel Gonzaga und Brendan Schaub vorweisen. Beide sind momentan nicht wirklich Titelaspiranten. Hier könnte sich Stipe Miocic mit einem Erfolg über Gonzaga bei UFC On FOX 10 in den Dunstkreis des Gürtels vorkämpfen. Dort lauert jedoch das zweitgrößte Problem der Gewichtsklasse: Junior dos Santos. Momentan nicht gut genug für Velasquez, aber zu gut für die restlichen Schwergewichte.

Der nächste Brasilianer für Chris Weidman: Vitor Belfort (Foto: Tobias Bunnenberg/GroundandPound.de)

Mittelgewicht
Champion: Chris Weidman (1 Titelverteidigung)
Nächste Titelverteidigung: Vitor Belfort
Potenzielle Herausforderer: Ronaldo Souza/Francis Carmont, Lyoto Machida
Geheimfavorit: Tim Kennedy

Weidmans Erfolg im Mittelgewicht stößt in diesem Jahr für zahlreiche Kämpfer das Titelfenster auf. Dies gilt insbesondere für Kämpfer, die entweder wie Vitor Belfort von Anderson Silva geschlagen wurden, oder aus persönlichen Gründen nicht gegen Silva kämpfen wollten. In letztere Kategorie fallen Lyoto Machida und Ronaldo Souza. Beide haben sich bereits in Stellung gebracht, um mit einem weiteren Erfolg; beide treten Mitte Februar bei der Fight Night 36 in Brasilien in den Käfig; Ansprüche auf den Titel anmelden zu können. Aber auch Souzas Gegner im Februar, Francis Carmont, kann sich Hoffnungen machen. Zwar verfügt der Kanadier nicht über einen atemberaubenden Kampfstil, mit einem Erfolg über Souza würde seine Serie jedoch auf sieben UFC-Siege anwachsen.

Bis Ende des Jahres könnte zudem auch Tim Kennedy ins Titelgeschehen eingreifen. Kennedy hat sich zwar anfangs keine Freunde in der Chefetage der UFC gemacht, dürfte aber spätestens seit der UFC Fight For The Troops 3-Veranstaltung deutlich im Ranking gestiegen sein. Der Army-Scharfschütze hat drei Siege in Folge gegen UFC-Gegner, weiß Social Media zu nutzen und ist sich für unterhaltsame Nebenkriegsschauplätze mit anderen Kämpfern, aktuell Michael Bisping, nicht zu schade. Mit weiteren Erfolgen könnte sich der 34-Jährige Ende 2014 um einen Titelkampf bewerben.

Anthony Pettis ist erneut verletzt, der nächste Herausforderer unklar (Foto: MarianaMizzle/Wikimedia Commons)

Leichtgewicht
Champion: Anthony Pettis (0 Titelverteidigungen)
Nächste Titelverteidigung: TBA
Potenzielle Herausforderer: TJ Grant, Josh Thomson, Gilbert Melendez
Geheimfavorit: Khabib Nurmagomedov

Neben dem Weltergewicht ist das Leichtgewicht die vielleicht interessanteste Gewichtsklasse. Hier wird man jedoch noch ein paar Monate auf die erste Titelverteidigung von Anthony Pettis warten müssen. Pettis hätte seinen im August erworbenen Titel bereits im Dezember gegen Josh Thomson verteidigen sollen, eine Knieverletzung verhinderte dieses Aufeinandertreffen. Die Nominierung von Thomson für den Titelkampf kam für viele überraschend, schließlich existiert mit TJ Grant noch ein Kämpfer, der eigentlich anstatt Anthony Pettis im August auf Ex-Champion Benson Henderson treffen sollte. Die Folgen einer Gehirnerschütterung verhindern momentan eine genauere Prognose zu Grants Rückkehr.

Die Situation im Leichtgewicht bleibt also zerfahren, Josh Thomson kämpft als nächstes gegen Benson Henderson und könnte mit einer Niederlage seinen Titelkampf einbüßen. Nutznießer könnte Gilbert Melendez werden. Der frühere Strikeforce-Champion im Leichtgewicht unterlag im Titelkampf nur knapp Henderson und verprügelte anschließend Diego Sanchez drei Runden lang. Gerüchte über einen Kampf zwischen Melendez und Khabib Nurmagomedov wurden mittlerweile wieder dementiert, sodass Melendez vielleicht ohne weiteren Kampf einen neue Titelchance erhalten könnte. Der erwähnte Nurmagomedov ist jedoch der Geheimtipp im Leichtgewicht. Eine lange Siegesserie mit dominanten Leistungen haben den Kämpfer aus Dagestan bereits in die Top Ten gebracht. Ein weiterer Erfolg könnte bereits genug sein, um sich mit Anthony Pettis messen zu dürfen.

Kein Vereinigungskampf, trotzdem unangefochtener Champion im Bantamgewicht: Renan Barao (Foto: Dorian Szücs/GroundandPound.de)

Bantamgewicht
Champion: Renan Barao (0 Titelverteidigungen)
Nächste Titelverteidigung: Urijah Faber (UFC 169)
Potenzielle Herausforderer: Dominick Cruz
Geheimfavorit: Raphael Assuncao

Was lange währt, wird nicht immer gut. Fans hatten über zwei Jahre gehofft, doch eine erneute Verletzung, dieses Mal an der Leiste, legt Dominick Cruz erneut lahm. Als Reaktion darauf ist Renan Barao nun neuer Champion im Bantamgewicht und Urijah Faber sein erster Herausforderer. Beide standen sich bereits einmal gegenüber. Bei UFC 149 konnte sich Barao mit einem Punktsieg zum Interim-Champion der UFC krönen. Faber hat seit der Niederlage gegen Barao vier Gegner besiegt und zuletzt Michael McDonald im inoffiziellen Kampf um den Posten als Herausforderer Nummer Eins in der zweiten Runde stoppen können. Nun bekommt Faber mit drei Wochen Vorbereitung seine zweite Chance gegen Barao.

Außer Faber gibt die Gewichtsklasse momentan jedoch nicht viele Herausforderer her. Betrachtet man die nackten Zahlen, so würden Takeya Mizugaki oder Raphael Assuncao aufgrund ihrer Siegesserien in Frage kommen, beiden fehlen jedoch die großen Siege über andere Top Ten-Kämpfer. So bleibt die Hoffnung auf Dominick Cruz. Der "Dominator" hat jetzt bereits zwei Knieoperationen und über 800 Tage abseits des UFC-Käfigs hinter sich und Zweifel an seiner weiteren Leistungsfähigkeit sind durchaus erlaubt. Sollte sich die Leistenverletzung als nicht schwerwiegend herausstellen, so kann man davon ausgehen, dass Cruz ohne weiteren Aufbaukampf ins Titelrennen eingreift.

Der Kampf, den jeder Fan des Frauen-MMA sehen will: Cristiane Justino vs. Ronda Rousey (Foto: Elias Stefanescu/GroundandPound.de)

Bantamgewicht der Frauen
Championess: Ronda Rousey (1 Titelverteidigung)
Nächste Titelverteidigung: Sara McMann (UFC 170)
Potenzielle Herausforderin: Cat Zingano
Geheimfavorit: Alexis Davis

Wenn die Reaktionen nach Rouseys Kampf gegen Tate eines gezeigt haben, dann, dass Rousey polarisiert und Fans sich für sie interessieren. Was läge also näher, als sofort den nächsten Kampf anzusetzen. Keine zwei Wochen ist die erste Titelverteidigung von Rousey her, schon steht mit Sara McMann die nächste Herausforderung parat. Bereits bei UFC 170 werden die beiden einstigen Olympioniken in den Käfig steigen und um den Titel im Bantamgewicht der Frauen kämpfen. Somit wird der Titelkampf für Cat Zingano ein weiteres Mal verschoben. Die 31-Jährige erkämpfte sich mit einem T.K.o.-Erfolg über Miesha Tate den Titelkampf und hätte bereits gegen Ronda Rousey bei TUF 18 als Trainerin auftreten sollen. Leider verletzte sie sich wenige Tage später am Knie und musste operiert werden. Diese Knieverletzung scheint immer noch nicht ausgeheilt, weswegen McMann nach nur einem Erfolg in der UFC zu ihrem Titelkampf kommt.

Nach Zingano, der aufgrund ihrer harten Hände zugetraut wird, Rousey zu entthronen, dürfte Alexis Davis der nächste Titelkampf zugesprochen werden. Die 29-Jährige ist eine von drei Frauen, die mit zwei Siegen in die UFC starten konnte und besiegte zuletzt Liz Carmouche nach Punkten. Ob das BJJ der Kanadierin gut genug ist, Rouseys Armbars abzuwehren, wird dann die große Frage sein. Der größte Name im Frauen-MMA lauert jedoch noch außerhalb der UFC: Cristiane Justino, genannt "Cyborg". Die 28-Jährige wird als einzige Kämpferin angesehen, die mit Rousey mithalten kann. Unwahrscheinlich ist jedoch, dass es in einem Kampf der beiden um einen Titel gehen würde. Justino hatte früher bereits Probleme, auf 145 Pfund abzukochen. 135 Pfund wären unmöglich für die Invicta-Championesse im Federgewicht. Hinzu kommt die Tatsache, dass Justino von Dana Whites Intimfeind Tito Ortiz gemanagt wird. Daher ist es momentan äußerst unwahrscheinlich, dass Fans diesen Kampf in naher Zukunft zu sehen bekommen.