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Verlässt Michael Chandler Bellator? Ex-Champion will den Markt testen

Michael Chandler (Foto: Bellator MMA)

25 Mal stand Michael Chandler in einem MMA-Käfig, 22 Mal davon für Bellator. Am 6. Juni wird er noch einmal für die amerikanische Liga die Faustschützer überstreifen und auf Benson Henderson treffen. Wie es danach weitergeht, das kann der Amerikaner nicht sagen. Er will sich definitiv Angebote von der Konkurrenz anhören.

„Wir hatten Gespräche, aber es sieht so aus, als wäre ich nach meinem nächsten Kampf ein Free Agent“, erklärte Chandler gegenüber ESPN. „Ich würde meine Karriere gerne bei Bellator beenden, nichts lieber als das. Das habe ich auch Scott Coker schon mitgeteilt. Aber Fakt ist, dass sie ein Geschäft führen mit Einnahmen und Ausgaben und ich weiß, dass meine Frau und mein Sohn es verdient haben, dass ich für sie Sorge. Ich habe eine Berufung, die mich vielleicht woanders hinführt.“

Chandler unterschrieb schon nach seinem dritten Profi-Kampf einen Vertrag bei Bellator MMA und debütierte dort im Jahr 2010 bei der 31. Veranstaltung mit einem technischen Knockout über Scott Stapp. Im Jahr darauf gewann er bereits das Leichtgewichtsturnier mit Siegen über Marcin Held und Patricky Freire und zum Ende des Jahres mit einem Rear-Naked Choke über Eddie Alvarez auch den Leichtgewichtstitel. Zwei Jahre lang hielt er den Titel, verteidigte ihn drei Mal, bevor er ihn umstritten gegen Alvarez wieder verlor.

Zwei weitere Titelkämpfe gegen Will Brooks gingen ebenfalls nicht für ihn aus. Erst 2016, als Brooks zur UFC abgewandert war, konnte sich Chandler wieder auf den Thron der Gewichtsklasse setzen, als er Patricky Freire im zweiten Duell K.o. schlug. 2017 verlor er den Gürtel wieder an Brent Primus, anderthalb Jahre später holte er ihn sich erneut zurück, bevor er im Mai dann vom anderen Freire-Bruder Patricio in der ersten Runde gestoppt wurde.

„Ich denke, dass ich jemand bin, der etwa zu ONE Championship gehen und die Trilogie gegen Eddie Alvarez beenden könnte. Oder stellt euch nur Kämpfe gegen Justin Gaethje und Dustin Poirier vor, das wären Kandidaten für den Kampf des Jahres. Und ich glaube, dass ich am besten für die Aufgabe geeignet bin, das Puzzle Khabib Nurmagomedov zu lösen.“

Bis dahin muss er noch am 6. Juni ein zweites Mal an Benson Henderson vorbei. Wie es danach weitergeht, lässt Chandler offen. Eine Rückkehr schließt er nicht aus, aber Angebote der Konkurrenz will er sich definitiv anhören. Zum ersten Mal in seiner Karriere.

„Bellator hat sich immer um mich gekümmert und ich mich um sie. Es war eine perfekte symbiotische Beziehung. Sie hatten etwas, was nicht verlieren wollten und ich war in einer Situation, in der das Gras auf einer anderen Seite nicht immer grüner ist. Ich will in meinem letzten Kampf im Vertrag noch einmal ein Ausrufezeichen setzen und dann rausgehen und mich umhören, wer mich will. Es geht nicht darum, dass mich andere Ligen nie gewollt hätten, aber ich habe das Szenario einfach noch nie durchgespielt.“

Chandlers Problem ist nicht finanzieller Natur, sondern auch eine Frage der Konkurrenz. Während sich die Elite des Leichtgewichts auf die UFC konzentriert, während ONE und auch die PFL aufstrebende Kämpfer herauskristallisieren, muss sich Chandler scheinbar immer wieder alten Bekannten stellen. Auch gegen Henderson gewann er bereits ein Mal. An der Motivation hat das nichts geändert, doch Chandler will Kämpfe, um sich ins Gespräch um die weltweite Nummer 1 im Leichtgewicht zu bringen.

„Es ist hart, den Käfig gegen Typen zu betreten, gegen die ich nicht viel zu gewinnen habe“, so Chandler. „Wenn ich die Chance hätte, gegen Khabib oder einen anderen Kämpfer, den man als Nummer 1 der Welt sieht, zu kämpfen, ich habe das eine Million Mal in meinem Kopf durchgespielt. Aber seit ich 2011 als großer Außenseiter zum ersten Mal gegen Eddie Alvarez gekämpft habe, hatte ich nicht mehr dieses perfekte Gefühl.“