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Veränderungen im Leichtgewicht

Gray Maynard (Foto via mmamadman.com)

Bei UFC 118 stiegen die vier besten Leichtgewichtskämpfer der UFC ins Octagon und wieder konnten die Favoriten ihren Rollen nicht gerecht werden. Obwohl Frankie Edgar bei UFC 112 bereits gegen BJ Penn gewonnen hatte, ging Penn als Favorit in den Kampf. Es wurde immer wieder betont, dass „The Prodigy“ der beste Leichtgewichtskämpfer aller Zeiten sei und ein sicherer Kandidat für die Hall of Fame ist. Deswegen wurde die erste Niederlage gegen Edgar von vielen mehr oder weniger ignoriert und als Glücksfall gewertet. Im Gegensatz zu den Experten und den MMA-Fans sah Edgar seinen Sieg allerdings nicht als Glücksfall. Vielmehr hatte er in diesem Kampf gesehen, dass er mit Penn mithalten konnte, was ihm noch zusätzliches Selbstvertrauen für den Rückkampf gab, was man auch schnell sehen konnt. Er brachte Penn mehrmals zu Boden, was vor ihm kaum jemandem im Leichtgewicht gelungen war. Dazu war er Penn auf den Beinen wieder überlegen. Wie im ersten Kampf war Edgar einfach zu schnell, so dass der ehemalige Leichtgewichts- und Weltergewichtschampion ihn nie richtig treffen konnte. Nach fünf Runden werteten alle fünf Punktrichter den Kampf 50-45 für Edgar, wodurch dieser seinen Gürtel behalten und an Penns Legendenstatus kratzen konnte.

In dem Kampf zwischen Kenny Florian und Gray Maynard wurde an diesem Abend außerdem noch der nächste Herausforderer für den Leichtgewichtstitel ermittelt. Diesen Kampf konnte Maynard einstimmig nach Punkten für sich entscheiden, wodurch es zum Rückkampf zwischen Maynard und Edgar kommt. Den ersten Kampf der beiden konnte Maynard für sich entscheiden, was diesem sicherlich zusätzliches Selbstvertrauen für seinen ersten Titelkampf geben sollte.

Durch den Sieg von Maynard muss sich Florian allerdings die Frage stellen, ob UFC-Präsident Dana White Recht hat, wenn er behauptet, dass Florian immer in großen Kämpfen versagt. Betrachtet man nämlich die Niederlagen von „KenFlo“ in der UFC, so fällt einem auf, dass es in jedem dieser Kämpfe zusätzlichen Druck gab: Die erste Niederlage musste Florian im Finale der Reality-Show „The Ultimate Fighter“ gegen Diego Sanchez einstecken. Nach einigen Siegen folgten Niederlagen in den Titelkämpfen gegen Sean Sherk und BJ Penn und nun schließlich die Niederlage gegen Gray Maynard in einem Kampf in Florians Heimatstadt, in dem es um einen weiteren Titelkampf ging.

Während die UFC nun also weiß, dass Edgar seinen Titel als nächstes gegen Maynard verteidigen wird, steht sie gleichzeitig vor den Fragen, wie es mit Penn und Florian weitergehen soll. Während Florian wohl zu einem der besten „Gatekeeper“ werden wird, den eine Gewichtsklasse bisher gesehen hat,  so ist die Situation um Penn schon etwas komplizierter. Schließlich wird er so schnell keinen weiteren Titelkampf gegen Edgar bekommen – sollte dieser natürlich gegen Maynard verlieren, ergibt sich wieder ein anderes Bild. Gegen wen kämpft Penn aber in der Zwischenzeit? Vor den Kämpfen gegen Edgar hieß es immer wieder, dass er die Gewichtsklasse wechseln und ins Weltergewicht aufsteigen wollte –  was nach zwei Niederlagen in Titelkämpfen allerdings etwas absurd erscheint.

Dabei gab es diese Situation bereits: Schließlich war kein geringer als Randy Couture in einer ähnlichen Situation, nachdem er zweimal im Halbschwergewicht gegen Chuck Liddell verloren hatte und danach ins Schwergewicht wechselte, wo er sich, in seinem ersten Kampf, gleich den Titel von Tim Sylvia holen konnte. Im Fall von Couture war es allerdings so, dass die Schwergewichtsdivision der UFC zu der Zeit nicht sonderlich gut besetzt war. Betrachtet man dagegen die aktuelle Weltergewichtsdivsion der UFC, so sieht man, dass die besten zehn Weltergewichtler der Welt zurzeit in der UFC kämpfen und gegen den amtierenden Champion Georges St. Pierre musste Penn bereits eine sehr eindeutige Niederlage einstecken. Dies macht es weder für Penn noch für die UFC einfacher, die richtigen Schritte für den Mann zu finden, der die Leichtgewichtsklasse eigentlich noch auf unbestimmte Zeit dominieren sollte.