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UFC on FX 3: Johnson besiegt McCall, Rocha verliert nach Punkten

Johnson (l.) und McCall (r.) lieferten sich eine Schlacht. (Foto: fiveouncesofpain.com)

Der Kampf zwischen Demetrious Johnson und Ian McCall fand im März dieses Jahres bereits einmal statt. In Australien, als Teil des UFC-Fliegengewichtsturniers trennten sich beide Athleten kontrovers. Nach dem Halbfinalkampf lag Johnson auf den Punktzetteln vorne, jedoch hatte sich der Offizielle verrechnet, denn die Begegnung hätte als Unentschieden gewertet werden müssen – wofür damalig eine Sonderregel inklusive einer vierten Extrarunde geplant war. Durch den Fehler fand diese nicht statt, was das erneute Aufeinandertreffen nötig machte, welches vor wenigen Minuten stattfand.

Demetrious Johnson vs. Ian McCall
Beide Athleten zeigten weshalb man im Fliegengewicht mit rasanter Action rechnen kann, denn die Geschwindigkeit und der Gastank beider Athleten schien schier unendlich. Johnson konnte anfangs mit Takedowns punkten und McCall mit einer rechten Geraden auf den Hosenboden schlagen. „Uncle Creepy“, so McCalls Spitzname, kam jedoch schnell wieder zu sich und hielt weiter dagegen. In der zweiten Runde konnte McCall das Blatt wenden und seinerseits Takedowns erzwingen und Johnson, wieder auf den Beinen, mit einem Uppercut leicht anklingeln. Beiden Athleten wurde zu diesem Zeitpunkt klar, dass diese dritte Runde, wie in der ersten Begegnung so auch hier, entscheidend sein würde – ansonsten würde die versprochene Extrarunde für ein endgültiges Ergebnis sorgen. In der dritten Runde lieferten sich beide Athleten Schlagkombinationen in der Mitte des Octagons, bis Johnson ein Takedown gelang, mit dem dieser wichtige Punkte sammelte. McCall befreite sich wenig später und lief seinerseits dem Takedown hinterher, der ihm jedoch nicht mehr gelang, denn der Kampf ging über die volle Distanz. Die Punktrichter werteten die Begegnung 29-28, 30-27 und 29-28 für Johnson, der damit im Finale des Fliegengewichtsturniers auf Joseph Benavidez um das UFC Gold kämpfen wird.

Erick Silva vs. Charlie Brenneman
Brenneman rannte wie ein geölter Blitz auf seinen Gegner zu und suchte den Takedown. Mit Double- und Single-Leg Takedownversuchen brachte er den Brasilianer auf den Boden, klammerte sich wie eine Klette an seinem Kontrahenten fest und ließ nicht mehr los. Silva wurde von diesem Druck sichtlich überrascht, schaffte es jedoch sich zu befreien und wieder auf die Beine zu gelangen. Dies wiederholte sich mehrmals, bis Brenneman sichtlich erschöpft langsamer wurde. Silva versuchte den Amerikaner auf Distanz zu halten, um ihn mit Kicks und Schlägen zu bedrängen, konnte dabei einen Takedownversuch stoppen und geschickt den Rücken von Brenneman erklimmen. Einen Rear-Naked Choke später war alles vorbei, denn der Amerikaner klopfte ohne große Gegenwehr ab.

Mike Pyle vs. Josh Neer
Ein von vielen Experten als Kandidat für den „Fight of the Night“ titulierter Kampf brachte genau das was von ihm versprochen wurde: Knallharte Action. Beide Athleten lieferten sich eine Schlacht in der Mitte des Octagons. Neer konnte harte Schläge anbringen und Pyle sichtlich anklingeln, doch ließ Pyle nicht locker und teilte seinerseits Knie und Fäuste aus. Kurz vor Ende der ersten Runde traf Pyle mit einem Knie zum Körper, welches von einem rechten Haken gefolgt wurde der Neer mit voller Wucht am Kinn traf. Der Amerikaner war sofort KO und fiel in sich zusammen, während Pyle seinen zweiten vorzeitigen Sieg in Folge feiern konnte.

Eddie Wineland vs. Scott Jorgensen
Beide Kämpfer lieferten sich ein hartes Duell im Stehen. Wineland konnte dabei die deutlicheren Treffer setzen und Jorgensen mit einer linken Geraden auf die Bretter schicken. Dieser ließ sich jedoch nicht unterkriegen und bot eifrig Kontra. Ein starker Kickboxkampf entwickelte sich, der die Zuschauer aus ihren Sitzen riss. Wineland erlitt einen Cut, über der linken Augenbraue, als ihn ein wuchtiges Knie traf, doch ging der Kampf  kurz darauf in der zweiten Runde mit einem lauten Knall zu Ende – positiv für den früheren WEC-Champion. Wineland traf, nach einer durch einen linken Jab und Haken vorbereiten Schlagkombination, mit einer wuchtigen Rechten die Jorgensen die Lichter ausknipse und auf den Boden schickte. Zwei Schläge darauf sprang der Ringrichter dazwischen und brach die Begegnung ab.

Mike Pierce vs. Carlos Eduardo Rocha
„Hey was geht ab?!“, so lautete der Refrain der Einlaufmusik die Carlos Eduardo Rocha zu seinem Einzug in Florida spielen ließ. Es sollte das große Comeback nach 16 Monaten verletzungsbedingter Auszeit werden, doch zum Bedauern seiner Fans gelang ihm dies nicht. Der Kampf startete mit gutem Boxen beider Kämpfer, bis Pierce den Clinch suchte und den Brasilianer an den Zaun drückte. Dies geschah in allen drei Runden, woraufhin Rocha jedes Mal auf den Boden gebracht wurde. Der Brasilianer, der Hamburg seine Heimat nennt versuchte dort vom Rücken aus zu arbeiten, doch Pierce ließ sich auf keinen BJJ Kampf ein und kontrollierte das Geschehen aus einer entfernten Top Position, so dass Rocha keine Gliedmaßen greifen konnte. Pierce hatte somit die Kontrolle über den Großteil der Kampfzeit, streute ein paar Fäuste ein, jedoch ohne großartig für Gefahr zu sorgen, sondern tat lediglich genug um der aktivere Mann gewesen zu sein, was mit lauten Buhrufen quittiert wurde, ihm jedoch den Punktsieg einbrachte.

UFC on FX 3: Johnson vs. McCall
8. Juni 2012
BankAtlantik Center in Sunrise, Florida, USA

Hauptkämpfe
Demetrious Johnson bes. Ian McCall nach Punkten (einstimmig)
Erick Silva bes. Charlie Brenneman via Rear-Naked Choke nach 4:33 in Rd.1
Mike Pyle bes. Josh Neer via KO nach 4:56 in Rd.1
Eddie Wineland bes. Scott Jorgensen via TKO nach 4:10 in Rd.2

Vorkämpfe
Mike Pierce bes. Carlos Eduardo Rocha nach Punkten (geteilt)
Seth Baczynski bes. Lance Benoist nach Punkten (geteilt)
Matt Grice bes. Leonard Garcia nach Punkten (einstimmig)
Dustin Pague bes. Jared Papazian via Rear-Naked Choke nach 3:21 in Rd.1
Tim Means bes. Justin Salas via TKO nach 1:06 in Rd.1
Buddy Roberts bes. Caio Magalhaes nach Punkten (einstimmig)
Henry Martinez bes. Bernardo Magalhaes nach Punkten (einstimmig)
Sean Pierson bes. Jake Hecht nach Punkten (einstimmig)