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UFC on FX 2: Alves vs. Kampmann

Nur eine Woche nach der Rückkehr der UFC nach Japan wird das Octagon schon wieder in einem ähnlichen Längengrad aufgebaut. Bereits zum dritten Mal gastiert die Organisation dabei in Down Under, in der Allphones Arena von Sydney, wo am Freitag UFC on FX 2: Alves vs. Kampmann stattfinden wird.

Zwei Besonderheiten hat die zweite Fight Night auf dem Fox-Ableger FX dabei zu bieten: Zum einen wird die UFC mit diesem Event ihre ihre zweihundertste Veranstaltung abhalten, und zum anderen werden am Wochenende erstmals auch Kämpfer der leichtesten Gewichtsklasse des MMA ins Octagon steigen, dem Fliegengewicht, dessen Gewichtslimit bei 125 Pfund bzw. 61 Kilo liegt.

Da es für diese Gewichtsklasse natürlich noch keinen Champion gibt, hat die UFC zum ersten Mal seit Jahren ein aus vier Kämpfern bestehendes Turnier ins Leben gerufen, dessen Halbfinalrunde  am Freitag in Sydney durchgeführt wird. Besonders auf diese beiden Kämpfe sollte man also ein Auge haben, denn man  kann sich dabei sicher sein, einem baldigen Champion bei der Arbeit zuzuschauen.

UFC on FX 2 wird in Deutschland in der Nacht von Freitag auf Samstag, wie gewohnt auf ufc.tv und Facebook, zu sehen sein.

Thiago Alves vs. Martin Kampmann
Der Hauptkampf ist zwar namentlich nicht der stärkste oder wichtigste der letzten Monate, dafür hat er mit den beiden Muay Thai-Spezialisten Thiago "Pitbull" Alves (19-8) und Martin "Hitman" Kampmann (18-5) alle Voraussetzungen für eine spannende Drei-Runden-Schlacht.

Für Alves lief es bis zum Jahr 2009 sehr gut in der UFC; sieben Gegner konnte er bis dahin nacheinander bezwingen. Diese Erfolge, u.a. gegen Chris Lytle, Karo Parisyan, Josh Koscheck und Matt Hughes, brachten dem damals 25-Jährigen eine Titelchance gegen Georges St. Pierre ein. Den Kampf bei UFC 100 verlor er jedoch nach Punkten, und seitdem konnte sich Alves nicht mehr langfristig an der Spitze des Weltergewichts halten.

In einem Rückkampf mit Jon Fitch, im August 2010, und im letzten Mai gegen Rick Story, konnte der Brasilianer nicht überzeugen, bekam seine Schwächen im Ringen offengelegt und verlor jeweils eine Punktentscheidung. Auf der anderen Seite zeigte er sowohl gegen John Howard, als auch gegen Papy Abedi, was kämpferisch in ihm steckt. Gegen Abedi konnte sich der Thaiboxer Alves im letzten November mit einem Rear Naked Choke sogar den ersten Aufgabesieg seiner Karriere sichern.

Gegen Martin Kampmann steht Alves nach den bisherigen Schwankungen daher an einem Wendepunkt seiner Karriere. Mit einem möglichst beeindruckendem Sieg wäre er wieder oben dabei, während er nach einer Niederlage gegen den Dänen auf unabsehbare Zeit aus den höheren Regionen seiner Gewichtsklasse verbannt wäre und in einem darauffolgenden Kampf möglicherweise sogar mit dem Rücken zur Wand stehen könnte.

Kampmanns Situation ist dabei allerdings gar nicht so viel anders. Auch er musste Rückschläge gegen Nate Marquardt und Paul Daley hinnehmen und in jüngerer Vergangenheit außerdem eine kleine Serie von Punktniederlagen gegen Jake Shields und Diego Sanchez überstehen, die er erst im November 2011 mit einem Punktsieg gegen Rick Story beenden konnte.

Trotzdem ist der Däne und frühere dortige Thaibox-Champion in der Weltergewichtsklasse hoch angesehen. Zum einen waren seine letzten Niederlagen, besonders die gegen Sanchez, sehr eng und werden von vielen Fans sogar als Fehlentscheidungen angesehen. Zum anderen konnte er bereits einige bekannte Namen und Hochkaräter besiegen; unter anderem wären da Jorge Rivera, Thales Leites und der aktuelle Interims-Weltmeister Carlos Condit zu nennen.

Was Kampmann allerdings gerne vorgeworfen wird, ist, dass er oft um jeden Preis versucht, seinen jeweiligen Gegner in dessen stärkster Disziplin zu besiegen. Sollte er am Freitag genau so vorgehen, darf man sich auf ein hochqualitatives Duell im Stand freuen, das zwei etablierte Weltergewichtler in der Hierarchie der Gewichtsklasse ordentlich umherwerfen wird.

Joseph Benavidez vs. Yasuhiro Urushitani
Der Co-Hauptkampf stellt neben dem Duell zwischen Demetrius Johnson und Ian McCall die zweite Hälfte des Turniers um den Fliegengewichtstitel, und genau wie in der ersten, ist hier ein UFC-Debütant gegen einen Octagon-Veteranen angesetzt. Der Japaner Yasuhiro Urushitani (19-4-6)  nimmt dabei die Rolle des Neulings ein, während Joseph "Joe B-Wan Kenobi" Benavidez (15-2) bereits seinen dritten UFC-Kampf bestreiten wird.

Der bei Team Alpha Male unter Urijah Faber trainierende Benavidez konnte im letzten Jahr zwei dominante Punktsiege im Octagon einfahren und damit seine erfolgreiche Entwicklung aus der mitterweile aufgelösten WEC fortführen.

Dort konnte er in nur zwei Jahren fünf Siege, u.a. gegen Miguel Torres, Jeff Curran und Rani Yahya, nach Hause bringen, von denen drei vorzeitig waren. Lediglich an Dominick Cruz kam der 27-Jährige nicht vorbei – sowohl bei WEC 42 im Jahr 2009, als auch in einem Titelkampf bei WEC 50 konnte der jetzige UFC-Champion Benavidez knapp nach Punkten bezwingen.

Sein Gegner Yaruhiro Urushitani ist nach der Anzahl der Kämpfe etwas erfahrener als Benavidez, kann dafür aber nur wenige Kämpfe gegen bekannte Namen vorweisen. Lediglich der aktuelle Ultimate Fighter-Gewinner John Dodson, dem Urushitani im Jahr 2004 eine Punktentscheidung abnahm, wird UFC-Fans ein Begriff sein.

Auch sonst geht der 35-jährige Japaner oft über die Distanz: Nur sechs seiner 29 Kämpfe endeten vorzeitig, darunter seine letzten beiden, die er durch TKO beenden konnte. Gegen Joseph Benavidez wird es in Sydney aber egal sein, wie der Kampf endet. Solange Urushitani als Sieger daraus hervorgeht, wird es in seinem nächsten Kampf um den UFC-Fliegengewichtstitel gehen.

Demetrius Johnson vs. Ian McCall
Da Demetrius "Mighty Mouse" Johnson (14-2) und Ian "Uncle Creepy" McCall (11-2) noch vor Benavidez und Urushitani ins Octagon steigen werden, wird diese Ansetzung als der erste Fliegengewichtskampf der UFC in deren Geschichte eingehen.

Für Johnson ist die Teilnahme am Titelturnier der Fliegengewichte bereits die zweite – wenn auch in diesem Fall indirekte – Chance, sich UFC-Gold zu ergattern: Nach je zwei Siegen in der WEC und später über Norifumi Yamamoto und Miguel Torres in der UFC, durfte er das erste Mal letzten Oktober um den Gürtel ran, seinerzeit in der Bantamgewichtsklasse.

Deren Champion Dominick Cruz verteidigte seinen Titel jedoch nach Punkten, und anstatt zu versuchen, sich wieder zu ihm hochzuarbeiten, fällte der 1,60 Meter-Mann Johnson die Entscheidung, lieber im niedrigeren Gewichtslimit von 61 Kilo sein Glück zu machen.

Sein erster Test wird der UFC-Neuling Ian McCall sein. Der von den Kollegen von Sherdog als derzeit bestes Fliegengewicht der Welt eingestufte Kalifornier hat bereits drei Mal in höheren Gewichtsklassen in der WEC gekämpft.

Dort konnte er allerdings nur einen von drei Kämpfen gewinnen und kam später bei Tachi Palace Fights unter, wo er sowohl Dustin Ortiz als auch den seinerzeit als Fliegengewichts-Nummer-Eins geführten Jussier da Silva besiegen konnte und sich in im letzten Jahr außerdem den Titel bis 61 Kilo sicherte.

Court McGee vs. Constantinos Philippou
Neben dem Hauptkampf und dem Fliegengewichts-Halbfinale rundet dieser Mittelgewichtskampf, in dem zwei in letzter Zeit ziemlich erfolgreiche Kämpfer ihren Namen noch bekannter machen wollen, das Hauptprogramm ab..

Court "The Crusher" McGee gewann 2009 gegen Kris McCray die zwölfte The Ultimate Fighter-Staffel und weitete seine dann sechs Kämpfe andauernde Siegesserie einige Monate später mit einem vorzeitigen Sieg gegen Ryan Jensen auf sieben Erfolge am Stück aus. Der achte wurde zwar fast ein Jahr lang von Verletzungen aufgeschoben, durfte sich im letzten September dann in Form von Dongi Yang aber doch noch einreihen.

Constantinos "Costa" Philippou ist in seiner Karriere bisher ähnlich erfolgreich. Genau wie McGee ist Philippou ehemaliger Profiboxer, allerdings setzt er in seinen MMA-Kämpfen im Vergleich zu dem TUF-Gewinner stärker auf diese Erfahrungen und schaffte es damit bereits, fünf Gegner durch  (T)KO aus dem Weg zu räumen.

Seine UFC-Karriere begann der von Matt Serra trainierte Zypriote im März des letzten Jahres, als er bei UFC 128 kurzfristig gegen Nick Catone einsprang, nachdem er zuvor in kleineren Organisationen, bei nur einer Niederlage durch geteilten Punkentscheid und einem nichtgewerteten Kampf, sieben Mal gewinnen konnte.

Der Ringer Catone punktete Philippou zwar aus, das weitere Jahr 2011 verlief dafür aber sehr gut für den 32-Jährigen. Im August gewann er geteilt nach Punkten gegen den Veteranen Jorge Rivera und im Dezember konnte er den für seine Nehmerfähigkeiten bekannten Jared Hamman in der ersten Runde KO schlagen.


Das Vorprogramm
Zwei Halbschwergewichtsbegegnungen führen das in Amerika auf Fuel TV und in Deutschland auf ufc.tv gezeigte Vorprogramm in der Nacht von Freitag auf Samstag an. Zum einen wird der Neuseeländer James Te-Huna (13-5) gegen das ehemalige Schwergewicht Aaron Rosa (17-4) antreten und zum anderen bekommt Anthony Perosh (12-6) die Möglichkeit, seine überraschende UFC-Siegesserie in seiner Heimatstadt gegen den kanadischen Neuling Nick Penner (11-1) fortzuführen.

Davor ist es Cole "Magrinho" Millers (18-5) Ziel, in seinem zweiten Kampf im Federgewicht gegen Steven Siler (19-9) die Familienehre wiederherzustellen. Die wurde letztes Jahr beschädigt, als Coles kleiner Bruder Micah Miller versuchte, sich einen Platz in der 14. Staffel von "The Ultimate Fighter" zu sichern. Sein Ticket ins TUF-Haus wollte er mit einem vermeintlich einfachen Kampf gegen einen kaum bekannten Gegner namens Steven Siler lösen, der jedoch den Spielverderber gab, Miller in der dritten Runde zur Aufgabe brachte und an diesem Wochenende mit einem Sieg über den zweiten Bruder noch viel größere Aufmerksamkeit auf sich ziehen könnte.

Daneben wird der zweite Australier auf dem Programm, Mittelgewichtler Kyle Noke (19-5-1), versuchen, seine Niederlage gegen Ed Herman aus dem letzten Jahr vergessen zu machen und dem Neuling Andrew Craig (6-0) sein Debüt zu verderben.

Im Weltergewicht werden außerdem entweder TJ Waldburger (14-6) oder Jake Hecht (11-2) auf ihrem letzten Kampf aufbauen und einen weiteren Erfolg einfahren können, nachdem in der Federgewichtsklasse Mackens Semerzier (6-3(1)) und Daniel Pineda (16-7) einen Sieger ermittelt haben.

Der erste Kampf des Abends findet im Schwergewicht statt und ist gleichzeitig der einzige, der auf Facebook übertragen wird. Der Engländer und ehemalige Strongman Oli Thompson (9-2) wird dabei sein Debüt geben, ebenso wie sein Gegner Shawn "The Savage" Jordan (12-3).

UFC on FX 2: Alves vs. Kampmann
02. März 2012
Allphones Arena in Sydney, Australien

Hauptkämpfe (ufc.tv)
Thiago Alves vs. Martin Kampmann
Joseph Benavidez vs. Yasuhiro Urushitani
Demetrius Johnson vs. Ian McCall
Court McGee vs. Constantinos Philippou

Vorkämpfe (ufc.tv)
James Te Huna vs. Aaron Rosa
Anthony Perosh vs. Nick Penner
Cole Miller vs. Steven Siler
Kyle Noke vs. Andrew Craig
TJ Waldburger vs. Jake Hecht
Mackens Semerzier vs. Daniel Pineda

Vorkämpfe (Facebook)
Oli Thompson vs. Shawn Jordan