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GnP Awards 2012: Kampf des Jahres international

Georges St. Pierre (l.) und Carlos Condit haben sich den Kampf des Jahres geliefert. (Foto: Florian Sädler/GroundandPound)

Knapp 19 Monate musste UFC Weltergewichtschampion Georges St. Pierre aufgrund einer Knieverletzung pausieren. Im November kehrte er bei UFC 154 ins Octagon zurück und traf zur Titelvereinigung auf Carlos Condit, der sich zwischenzeitlich den Interims-Titel sichern konnte. Knapp ein Drittel der Leser von GroundandPound war sich sicher: Das war der Kampf des Jahres 2012.

Dabei waren die Bedenken anfangs noch groß. Immerhin hatte sich St. Pierre einen Kreuzbandriss zugezogen und es war zeitweise nicht einmal sicher, ob er aufgrund der schweren Verletzung überhaupt noch einmal kämpfen könne.

Am 17. November des vergangenen Jahres ließ St. Pierre alle Zweifler schweigen.

Vor etwa 17.000 Zuschauern zeigte sich der Kanadier wie gewohnt in Topform und machte Condit über weite Teile des 5-Runden-Kampfes das Leben schwer.

In der ersten Runde sicherte sich St. Pierre direkt das Zentrum des Octagons, von wo aus er Condit mit Kicks und Schlägen im Zaum hielt. Nicht einmal zwei Minuten dauerte es, da brachte der dominante Champion seinen Gegner zu Boden. Condit versuchte sich mit Aufgabegriffen, blieb jedoch ohne Erfolg und kassierte immer wieder Schläge und Ellenbogen, die ihm zum Ende der Runde eine große Platzwunde über dem rechten Auge verschafften.

Der zweite Durchgang begann wie der erste. St. Pierre drängte Condit in die Nähe des Käfigs und lieferte sich mit ihm einen Schlagabtausch. Auch wenn sich Condit diesmal im Stand aggressiver zeigte, bekam er kaum die Chance etwas zu zeigen, denn St. Pierre brachte erneut einen Takedown durch. Bis zum Rundenende dominierte der Champion seinen mittlerweile blutüberströmten Gegner am Boden.

Georges St. Pierre setzte sich nach Punkten gegen Carlos Condit durch. (Foto: Florian Sädler/GroundandPound)

Beinahe wäre Condit in der dritten Runde die Überraschung gelungen. Nach einer Schlagkombination landete er einen Headkick, der St. Pierre von den Beinen holte. Condit setzte mit Ground and Pound nach, doch der deutlich angeschlagene Kanadier kam wieder auf die Beine. Durch die Aktion bildete sich auf St. Pierres Stirn zügig ein Hämatom der Größe eines Golfballs. Der Champion erholte sich jedoch schnell von dem Schock und dominierte den weiteren Rundenverlauf wie gewohnt mit Takedowns und Kontrolle aus der Top Position.

St. Pierre fackelte auch in der vorletzten Runde nicht lange, beförderte Condit auf die Matte und dominierte ihn mit Positionswechseln, Schlägen und Ellenbogen. Doch Condit gab nicht auf, landete selbst einige Treffer aus der Rückenlage und versuchte sich weiter an Aufgabegriffen, blieb dabei jedoch stets erfolglos.

In der letzten Runde versuchte Condit im Stand noch einmal Gas zu geben, musste sich jedoch wieder St. Pierres unaufhaltsamen Takedowns sowie seiner beispielslosen Top Control geschlagen geben. Nach fünf Runden waren die Punktrichter an der Reihe und erklärten St. Pierre nach dieser erneut dominanten Vorstellung einstimmig zum Sieger.

Die Zuschauer im Bell Centre in Montreal bekamen einen würdigen Hauptkampf zu sehen, der am Ende mit dem Bonus für den Kampf des Abends gewürdigt wurde. Auch 36,33% der GroundandPound-Leser fanden großen Gefallen an der Auseinandersetzung und erklärten das Duell zum internationalen Kampf des Jahres.

Mit 22,41% der Stimmen landete der brisante Rückkampf zwischen UFC Mittelgewichtschampion Anderson Silva und Chael Sonnen auf dem zweiten Platz. Während der Herausforderer in der ersten Runde noch seine ringerischen Fähigkeiten spielen lassen konnte, zeigte Silva im zweiten Durchgang, warum man den Standkampf mit ihm eher meiden sollte. Mit einem krachenden Knie am Boden, gefolgt von Schlägen und Ellenbogen sicherte sich Silva den Sieg und besiegelte somit die zehnte Titelverteidigung in Folge.

Benson Henderson vs. Frankie Edgar wurde mit 20,6% der Stimmen auf den dritten Platz gewählt. In einem knappen Kampf sicherte sich Henderson nach fünf hart umkämpfen Runden bei UFC 144 in Japan das Titelgold. Da es sich um einen sehr engen Kampf handelte, trafen beide bei UFC 150 erneut aufeinander, wo sich Henderson wieder sehr knapp nach Punkten den Sieg sicherte.

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:
1. Georges St-Pierre vs. Carlos Condit 36.33%
2. Anderson Silva vs. Chael Sonnen 22.41%
3. Frankie Edgar vs. Benson Henderson 20.60%
4. Chan Sung Jung vs. Dustin Poirier 12.32%
5. Demetrious Johnson vs. Ian McCall 5.08%
6. Gilbert Melendez vs. Josh Thomson 3.27%