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UFC 140: Jones wird zum Drachentöter

Machida liegt regungslos und ohnmächtig am Boden, nachdem er von Jones gewürgt wurde. (Foto: Esther Lin/MMAFighting.com)

"UFC 140: Jones vs. Machida" ging vor wenigen Minuten im Air Canada Centre in Toronto zu Ende. Im Hauptkampf des Abends konnte Jon Jones seinen Halbschwergewichtstitel erfolgreich verteidigen, indem er seinen 33-Jährigen Gegner in einem stehenden Guillotine Choke in die Ohnmacht würgte.

In der Sage um Siegfried wird der Held durch ein Bad im Blut des toten Drachen unverwundbar. Jones gelang dies jedoch bereits vor dem eigentlichen "Drachenkampf", schließlich gilt er aufgrund seiner äußerst dominanten UFC-Einsätze schon seit Längerem als unbesiegbar und dies stellte er auch in Toronto unter Beweis. Lyoto „The Dragon“ (z.D. „der Drache“) Machida konnte dem Champion in der ersten Runde einige Probleme bereiten und zwang diesen sich an den unkonventionellen Kampfstil des Brasilianers zu gewöhnen. Machida griff impulsartig und unerwartet an und wich dabei, wie von ihm gewohnt, geschickt aus. Dabei konnte der Brasilianer in der ersten Runde einige Treffer landen, die Jones kurzzeitig durchrüttelten.

Machida bedrängt Jones. (Foto: UFC.com)

In der Rundenpause schien Meistertrainer Greg Jackson seinem Schützling jedoch wertvolle Ratschläge mit auf den Weg gegeben zu haben, denn Jones wurde merklich aggressiver und konnte Machida plötzlich in seine Schranken weisen. Nach einer Kombination gelang dem Amerikaner ein Takedown, gefolgt von Ground and Pound. Mit einem harten Ellenbogenstoß öffnete Jones einen Cut bei Machida, der daraufhin ärztlich untersucht wurde. Es konnte weitergehen, doch wurde „der Drache“ kurze Zeit später von einer wuchtigen linken Faust im Gesicht getroffen und befand sich daraufhin auf wackeligen Beinen, was Jones dazu brachte einen stehenden Guillotine-Choke anzusetzen. Mit diesem Würgegriff presste er Machida an den Maschendraht und würgte diesen weiter, bis dessen Körper erschlaffte und der Brasilianer bewusstlos die Arme fallen ließ, was Ringrichter „Big“ John McCarthy zum Einschreiten,  und damit zum Kampfabbruch,  zwang. Jones scheint derzeit unüberwindbar und die Frage stellt sich, welcher Halbschwergewichtler dem 24-Jährigen noch eine ernstzunehmende Herausforderung bieten kann.

Jones ist erneut erfolgreich. (Foto: UFC.com)

Update: Diese Frage wurde möglicherweise gerade eben durch eine Herausforderung von Dan Henderson via Twitter beantwortet. Der 41-Jährige schrieb: „Glückwunsch an Jones. Hey, Dana White, ich würde gerne herausfinden ob sein Kinn wirklich so gut ist wie er glaubt. Ich bin bereit.“

Im Co-Main Event des Abends gelang Frank Mir etwas Besonderes. Der Amerikaner durfte sich als bisher erster Athlet feiern lassen, der „Minotauro“ zur Aufgabe zwingen konnte – in insgesamt 41 Duellen kam dies heute erstmalig vor. Mir lieferte sich einen offenen Schlagabtausch mit dem 35-Jährigen BJJ-Spezialisten, der scheinbar zu Gunsten des Brasilianers ausfiel. Mir wurde von harten Schlägen getroffen, stolperte rückwärts an den Käfigrand und klammerte sich schließlich an der Hüfte des Brasilianers fest. Nogueira schlug weiter auf seinen Kontrahenten ein, doch dieser hielt sich weiter fest und konnte schlussendlich den rechten Arm des  Brasilianers ergreifen und diesen damit auf die Seite drehen. Nogueira schien keine große Gefahr zu erwarten, doch der Amerikaner sicherte einen Kimura und legte all seine Kraft in diesen Aufgabegriff, am rechten Arm des Brasilianers. Der mehrfache BJJ-Schwarzgurt versuchte sich zwar aus dem Kimura herauszurollen, doch Mir hielt eisern fest, zog verbissen an und brach schließlich das Schultergelenk des Brasilianers, was man spätestens in der Wiederholung auf den Hallenbildschirmen erkennen konnte.

Mir hat Nogueira im Kimura. (Foto: UFC.com)Nogueira benötigte ärztliche Versorgung. (Foto: UFC.com)

Als weiterer Teil der Hauptkämpfe konnte Antonio Rogerio Nogueira, der jüngere Bruder des „Minotauro“, einen Sieg einfahren. Der Brasilianer besiegte Tito Ortiz durch TKO, bereits in Runde eins, nachdem er den Amerikaner mit wuchtigen Knien zum Körper zu Boden schickte. Ortiz schien nach den Körpertreffern, ähnlich getroffen wie im letzten Duell gegen Rashad Evans, physisch nicht mehr in der Lage das Duell weiterzuführen und wurde im Ground and Pound Schlaghagel vom Ringrichter geborgen. Scheinbar schienen die gebrochenen Rippen aus dem Evans-Kampf nicht vollständig geheilt gewesen zu sein, wie Ortiz im Interview erzählte. Der Amerikaner teilte zudem mit, dass er noch einen Kampf im derzeit laufenden Kampfvertrag besitzt und nach diesem möglicherweise seine Karriere beenden wird.

Ortiz tastet seine Rippen schmerzverzerrt ab. (Foto: UFC.com)

Brian Ebersole besiegte zudem Claude Patrick nach Punkten, während Chan Sung Jung Lokalmatador Mark Hominick überraschend schnell, bereits nach sieben Sekunden, TKO schlagen konnte. Die übrigen Ergebnisse des Abends sind unten zu finden.

Mit dem Bonus für besondere Leistungen, im Wert von 75.000 US-Dollar, wurden Chang Sung Jung (Knockout of the Night), Frank Mir (Submission of the Night) und Jon Jones/Lyoto Machida (Fight of the Night) belohnt.

UFC 140: Jones vs. Machida
10. Dezember 2011
Air Canada Centre in Toronto, Ontario, Kanada

UFC Halbschwergewichtstitelkampf
Jon Jones bes. Lyoto Machida durch Standing Guillotine-Choke nach 4:26 in Rd.2

Hauptkämpfe:
Frank Mir bes. Antonio Rodrigo Nogueira durch Kimura nach 3:38 in Rd.1
Antonio Rogerio Nogueira bes. Tito Ortiz durch TKO nach 3:15 in Rd.1
Brian Ebersole bes. Claude Patrick nach Punkten (geteilt) (29-28, 28-29, 29-28)
Chan Sung Jung bes. Mark Hominick durch TKO nach 0:07 in Rd.1

Vorkämpfe:
Igor Pokrajac bes. Krzysztof Soszynski durch KO nach 0:35 in Rd.1
Constantinos Philippou bes. Jared Hamman durch KO nach 3:11 in Rd.1
Dennis Hallman bes. John Makdessi durch Rear-Naked Choke nach 2:58 in Rd.1
Yves Jabouin bes. Walel Watson nach Punkten (geteilt) (28-29, 29-28, 30-27)
Mark Bocek bes. Nik Lentz nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)
Jake Hecht bes. Rich Attonito durch TKO nach 1:10 in Rd.1
John Cholish bes. Mitch Clarke durch TKO nach 4:36 in Rd.2