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UFC 121: Lesnar vs. Velasquez - Der Vorbericht

USA vs. Mexiko? (Foto via Zuffa LLC)

Im Honda Center in Anaheim, Kalifornien wird mit „UFC 121 – Lesnar vs. Velasquez„ am Samstag Abend, den 23. Oktober 2010, Geschichte geschrieben. Ganz gleich wie das Duell zwischen Schwergewichtschampion Brock Lesnar und Herausforderer Cain Velasquez ausgeht, die Rekordbücher werden beschrieben. Lesnar könnte nämlich seinen Schwergewichstitel zum dritten Mal verteidigen, was bisher nur von zwei Männern in der UFC geschafft wurde: Randy Couture und Tim Sylvia. Velasquez hingegen könnte der erste mexikanische Champion in der Geschichte der UFC werden. Ein großer Abend für die UFC und die letzte Veranstaltung vor dem erneuten Deutschlandbesuch im November.

Lesnar oder Velasquez, wer gewinnt? (Foto via sbnation.com)

Schwergewichtstitelkampf

Brock Lesnar vs. Cain Velasquez

Diesen Samstag Abend wird mit dem Hauptkampf UFC Geschichte geschrieben. Brock Lesnar kam aus dem Pro-Wrestling, genauer gesagt aus der WWE, und sorgte damalig für große Schlagzeilen. Bei seinem UFC Debüt saßen viele seiner WWE-Kollegen, wie „Stone Cold “Steve Austin, „The Undertaker“ Mark William Calaway, Dwayne „The Rock“ Johnson uvm. in der Halle und feuerten Lesnar an, doch Frank Mir verdarb diesem die Show, durch eine Knee-Bar in der ersten Runde. Viele Experten dachten, dass Lesnar damit am Ende sei, doch Lesnar lernte und trainiere ehrgeizig weiter und verlor seitdem keinen Kampf mehr. Nur zwei Siege weiter eroberte er den Schwergewichtstitel durch TKO gegen Randy Couture und führt seitdem die Division an.

Vielen Kritikern ging der Titelgewinn Lesnars zu schnell, denn nach einer Niederlage und einem darauffolgenden Sieg bekam er bereits den Titelkampf gegen Couture. Cain Velasquez hingegen erarbeitete sich den Titelkampf wie kein Anderer. Er gewann all seine 8 Kämpfe, davon 6 in der UFC und ist in seiner Statistik ungeschlagen. Erst in seinem 7. UFC-Kampf bekommt er den lang erwarteten Titelkampf, doch Velasquez hat sich nie darüber beschwert. Er spricht ledeglich davon stolzer Mexikaner zu sein und ist damit Dauergast in der Latino-Gemeinschaft, wenn man die letzten Monate im TV seinen Werdegang verfolgt. Sollte Velasquez gewinnen, wäre er der erste mexikanische Kämpfer der den Titel in der UFC erobert hätte und damit der neue Held der latino-amerikanischen Gesellschaft.

Doch wie wird der Kampf geführt? Brock Lesnar hat die Vorteile im Ringen, obwohl Velasquez ebenfalls stark in dieser Kategorie ist, trotzdem ist nicht zu erwarten, dass er Brock darin schlagen kann. Brock wiegt 10-15Kg mehr als sein Kontrahent und wird damit den Kampf auf den Boden bringen können. Der Vorteil von Velasquez liegt viel mehr darin seine boxerischen Fähigkeiten auszunutzen, denn darin ist er in der Schwergewichtsklasse, neben Junior dos Santos, eine Macht. Lesnars Kickboxen wird stetig besser, doch Velasquez wird darin seinen Vorteil sehen. Dazu ist der Mexikaner der flinkere Mann, eben durch seinen Gewichtsunterschied von den eben genannten 10-15Kg Lesnar gegenüber. Velasquez Kampfplan sollte somit aus gutem Boxen und viel Bewegung bestehen. Eventuell wird er versuchen Lesnar über einige Runden auzuspowern und dann durch seine gute Kondition den Sack zuzumachen, doch auch Brock kann den Kampf durch seine Butterbrotdosen-großen Fäuse mit jedem Schlag beenden. Hier ist alles möglich und genau das macht diesen Kampf so spannend. Dazu sind viele Fans auf der Seite von Velasquez, da er für sie den schaffenden Mann verkörpert, der sich alles erarbeitet, während Lesnar für viele der reiche, berühmte Mann ist, der gerne Schlechtes über seine Gegner sagt.

Shields vs. Kampmann (Foto via bloodsportmma.com)

Jake Shields vs. Martin „Hitman“ Kampmann

Shields macht sein Weltergewichtsdebüt in der UFC und trifft dabei auf Martin Kampmann aus Dänermark. Shields war in den Organisationen für die er tätig war sehr erfolgreich, so konnte er in Rumble on the Rock, Shooto, EliteXC und Strikeforce den Gürtel für sich erobern. Sein neues Ziel heißt nun auch in der Königsklasse, der UFC, die Meisterschaft zu erringen. Shields Vorteil liegt klar im Ringen, denn als Amateur rang er dort in über 600 Kämpfen. Dazu trainiert er mit Cesar Gracie intensiv sein BJJ und war in Grapplingturnieren, u.a. im ADCC sehr erfolgreich, denn 2005 belegte er den dritten Platz in den renomierten ADCC Submission Wrestling World Championships. Seine einzige Schwäche ist der Standkampf, wenn man von Schwäche sprechen darf, denn darin trainiert er mit Chuck Liddell. Bisher war auffällig, dass sein Kickboxen gegen Dan Henderson, Jason Miller oder Robbie Lawler schlecht aussah, bis er den Bodenkampf anstrebte und damit die Kämpfe gewann. Generell wurde Shields seit 14 Kämpfen nicht geschlagen und will nun gegen Kampmann seinen 15. Kampf in Folge gewinnen. Kampmann will dies verhindern und wird trotz seiner guten BJJ-Kentnisse seine Vorteile im Stand suchen wollen. Sein Standkampf gehört zu den besten der Gewichtsklasse und wenn sein Kampfplan stimmt, wird er versuchen Shields vom Takedown abzuhalten und KO zu schlagen. Dies haben vor Kampmann viele Standkämpfer versucht und es wird interessant zu sehen sein, ob ihm dies gegen Shields gelingt. Shields Ringerqualitäten sind so renomiert, dass es eine Sensation wäre, wenn Kampfmann diesen Kampf über die volle Distanz auf den Beinen halten könnte.

Sanchez vs. Thiago (Foto via sbnation.com)

Diego „The Nightmare“ Sanchez vs. Paulo Thiago

Im weiteren Weltergewichtskampf des Abends wird „TUF 1“ Gewinner, Diego Sanchez, gegen Paulo Thiago, einem Mitglied der brasilianischen Polizei-Spezialeinheit, antreten. Thiago verlor seinen letzten Kampf gegen den vorhin genannten Kampmann durch TKO und will seiner UFC Karriere mit einem Sieg gegen Sanchez weiter Aufwind verschaffen. Sanchez hingegen verlor seine letzten beiden Kämpfe, gegen BJ Penn, durch Cut, und John Hathaway, nach Punkten. Auch für ihn heißt es hier: Ein Sieg muss her. Beide Kontrahenten kämpfen gerne im Stand, was diesen Kampf umso spektakulärer machen könnte, denn eine Schlacht der Beiden könnte den Kampf des Abends und damit einen Bonusgehalt für Beide bedeuten. Sanchez wird versuchen diesen Kampf auf den Boden zu bringen, sofern er im Stehen Probleme bekommt, doch Thiago ist dafür bekannt gute Sweeps und Escapes, also den Ausweg aus gefährlichen Situationen, am Boden zu besitzen. Dieser Kampf ist enorm wichtig für die Karriere beider Kämpfer und wird entscheiden ob sie zum Mittelmaß oder zu den besten ihrer Gewichtsklasse gehören.

Tito Ortiz vs. Matt Hamill (Foto via bloodsportmma.com)

Tito „The Huntington Beach Bad Boy“ Ortiz vs. Matt „The Hammer“ Hamill

Der ursprüngliche „Bad Boy“ der UFC, Tito Ortiz, ist wieder zurück. Nach seinen zwei knappen Niederlagen in den letzten beiden Kämpfen braucht Ortiz unbedingt einen Sieg um der UFC erhalten zu bleiben. Ortiz galt als einer der erfolgreichsten UFC Champions aller Zeiten und beherrschte die UFC Halbschwergewichtsklasse für die Jahre 2000 bis 2003. Mit seiner Ground and Pound Technik forderte er Opfer um Opfer und hielt seinen goldenen UFC Titel stolz in die Luft. Damals gehörte er zu den besten Kämpfern des Planeten. Heute, knapp 10 Jahre später nach dieser glorreichen Zeit, kämpft Ortiz gegen das Mittelmaß an, da er aufgrund von unzähligen Rücken- und Wirbelverletzungen und familiären Problemen nicht der gleiche Kämpfer scheint wie früher. In der letzten TUF-Staffel sollte Tito gegen seinen Rivalcoach, Chuck Liddell, antreten, doch eine weitere Nackenverletzung hinderte ihn daran. Einige Jahre zuvor, in der dritten Staffel der Erfolgsserie TUF, war Tito Ortiz der Coach des Teams, in dem auch Matt Hamill trainierte. Ortiz kümmerte sich intensiv um den tauben Hamill und trainierte auch nach der Staffel mit seinem Schützling. Dies war 2006 und nun, vier Jahre später, trifft der Schüler auf den Meister. Hamill ist ein NCAA Division III National Champion und gewann 2001 die Meisterschaft im Freistilringen bei den „Deaflympics“, was eine Art Olympia für taube Sportler ist. Hamill besitzt einen ähnlichen Kampfstil wie Ortiz, denn mit gutem Boxen, starkem Ringen und gefährlichem Ground and Pound scheint er ein Abbild seines ehemaligen Trainers. Der zukünftige UFC Hall of Famer, Tito Ortiz, wird in diesem Kampf seinen jahrelangen Erfahrungsvorteil einsetzen müssen um gegen den jüngeren Hamill zu bestehen.

Brendan Schaub vs. Gabriel Gonzaga (Foto via sbnation.com)

Brendan Schaub vs. Gabriel Gonzaga

Der erste Hauptkampf des Abends wird im Schwergewicht zwischen „TUF 10“- Finalist Brendan Schaub und dem erfahrenen BJJ Schwarzgurt Gabriel Gonzaga ausgetragen. Beide Kämpfer besitzen gutes Kickboxen, wobei Schaub dies als seine Spezialität ansieht. Gonzaga konnte jedoch Mirko Cro Cop Filipovic durch einen harten Roundhouse-Kick KO schlagen und sollte im Stehen nicht unterschätzt werden. Gonzagas Vorteil liegt trotzdem klar im Bodenkampf und genau darin liegt Schaubs Schwäche, doch muss der Brasilianer seinen Gegner ersteinmal auf den Boden bekommen. Schaub, der ehemalige American-Football Spieler besitzt gute Takedown-Abwehr und diese ist gegen Gonzaga bitter nötig. Sollte er diesen Kampf im Stand halten können, wird er seine Chance gegen Gonzaga nutzen wollen, doch wie gesagt, es ist ein offener Schlagabtausch, im Schwergewicht kann jeder Treffer das Ende bedeuten. Ob Gonzaga, nach der letzten KO-Niederlage gegen Junior dos Santos das Risiko des Standkampfes mit Schaub eingehen wird, bleibt abzuwarten. Sein Kampfplan sollte jedoch kein Risiko einplanen und den Kampf auf den Boden befördern. Wir werden sehen ob ihm dies gelingt.

Zwei Vorkämpfe werden exklusiv auf Spike TV übertragen, als Bonus für UFC Fans und um diejenigen die noch unsicher sind, dazu zu bewegen, den Event via Pay-Per-View zu bestellen

Zwei Mittelgewichtskämpfe werden gezeigt, undzwar Court McGee vs. Ryan Jensen und Patrick Côté vs. Tom Lawlor.

McGee, der Gewinner der 11.TUF Staffel trifft auf Jensen, der nur zwei seiner sechs UFC Auftritte erfolgreich gestallten konnte. McGee zieht hier als Favorit in den Kampf und muss beweisen, dass der Sieg der 11. TUF Staffel das Tor für große Kämpfe öffnen wird. Dafür muss er gegen Jensen unbedingt einen Sieg einfahren.

Der zweite Spike-TV Kampf wird zwischen dem ehemaligen Mittelgewichtstitelaspiranten Patrick Coté und Tom Lawlor ausgetragen. Coté verlor seine letzten beiden Kämpfe. Den Titelkampf gegen Anderson Silva durch eine Knieverletzung und den Kampf darauf durch Aufgabe gegen Alan Belcher. Seitdem versucht er wieder einen Sieg heimzubringen. Sein Kontrahent, Lawlor, ist ein ehemaliger TUF 8 Teilnehmer der die letzten beiden Kämpfe ebenfalls verloren hat. Einer der beiden Kämpfer wird die dritte Niederlage in Folge kassieren und damit unter immensen Druck geraten.

Die weiteren Vorkämpfe des Abends, die nicht im TV übertragen werden beinhalten folgende Aufeinandertreffen:

Weltergewicht: Mike Guymon vs. Daniel Roberts

King of the Cage Weltergewichtschampion Mike Guymon trifft auf den renomierten Ringer Daniel Roberts, der auch in Karate, Judo und Boxen Erfahrung sammelt. Mit einer Bilanz von 10-1 ist Roberts nicht zu unterschätzen, doch Guymon gehört zu den besseren BJJ Kämpfern im Weltergewicht, mit einer Bilanz von 12-3 gewann er den Großteil durch Aufgabe und wird auch dieses Mal versuchen den Kampf auf dem Boden zu beenden.

Leichtgewicht:  Sam Stout vs. Paul Taylor

Hier treffen zwei der aggressivsten Kickboxer der UFC aufeinander. Der TKO Leichtgewichtschampion und fünffache „Fight of the Night“ –Gewinner, Sam Stout und Paul Taylor, der sich mit Chris Lytle, John Hathaway und unserem Peter Sobotta wahre Kriege leistete. Die „Fight of the Night“-Auszeichnung erwirbt man sich in der UFC durch starke Leistung und spannende Kämpfe und auch dieser Kampf ist ein Kandidat dafür.

Mittelgewicht:  Chris Camozzi vs. Dong Yi Yang

Camozzi konnte den Großteil seiner Kämpfe durch Aufgabe oder TKO gewinnen und kann somit seine Bilanz von 13-3 stolz präsentieren. Sein südkoreanischer Gegner hingegen ist ungeschlagen, mit 9-0 und gewann all seine Kämpfe, bis auf einen (durch Aufgabe), durch TKO. Auch hier kann es zum Feuerwerk kommen.

Schwergewicht:  Jon Madsen vs. Gilbert Yvel

Der erste Vorkampf des Abends wird zwischen dem ehemaligen Rings, Pride FC, K-1  und UFC Veteranen Gilbert Yvel (36-15-1) aus den Niederlanden und dem Amerikaner Jon Madsen ausgetragen. Der Erfahrungsbonus, mit über 50 Kämpfen, liegt hier klar bei Yvel, doch Madsen ist noch ungeschlagen (6-0). Bei TUF 10 wurde Madsen von Brendan Schaub KO geschlagen und das wird auch Yvels Ziel sein, doch der Niederländer ist bekannt für seine schwache Kondition, was Madsen alle Tore zum Sieg eröffnet, sollte er den Kampf in die Länge ziehen. Dazu hat Madsen den Ringervorteil, was Yvels Schwachstelle ist, wie man im Kampf gegen Ben Rothwell sehen konnte. Die Frage ist hier ob Madsen das Risiko eingeht und mit Yvel steht bleibt oder ob Yvel an seinem Ringen gearbeitet hat um den Kampf im Stehen zu halten.

UFC 121: Lesnar vs. Velasquez
23. Oktober 2010
Honda Center in Anaheim, Kalifornien, USA

Schwergewichtstitelkampf

Brock Lesnar vs. Cain Velasquez

Hauptkämpfe
Jake Shields vs. Martin Kampmann
Diego Sanchez vs. Paulo Thiago
Tito Ortiz vs. Matt Hamill
Brendan Schaub vs. Gabriel Gonzaga

Vorkämpfe (Spike TV)
Court McGee vs. Ryan Jensen
Patrick Côté vs. Tom Lawlor

Vorkämpfe
Mike Guymon vs. Daniel Roberts
Sam Stout vs. Paul Taylor
Chris Camozzi vs. Dongi Yang
Jon Madsen vs. Gilbert Yvel

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