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UFC 120 - Veranstaltungsbericht

UFC 120 in London (Foto via Zuffa LLC)

Der bisher finanziell erfolgreichste UK-Event in der Geschichte der UFC fand heute Abend in der O2 Arena in London statt. Die Karten waren bereits wenige Minuten nach dem Ticketverkauf vergriffen. Neue Plätze für weitere Fans wurden geschaffen, damit noch mehr MMA-Anhänger an der Veranstaltung teilnehmen konnten. Die UFC boomt somit weiter weltweit und wird in einem Monat bei uns in Oberhausen halt machen.

In den Hauptkämpfen des Abends trafen Englands Topkämpfer Michael Bisping und Dan Hardy auf ihre Gegner aus Japan (Yoshihiro Akiyama) und Amerika (Carlos Condit). Vor dem Event war klar, dass die britischen Fans die Halle für ihre Lokalmatadoren zum Kochen bringen würden und so geschah es auch.

James Wilks vs. Claude Patrick
Im ersten Hauptkampf des Abends trafen James Wilks und Claude Patrick aufeinander. Der Publikumsliebling und aus England stammende Wilks wurde, wie erwartet, gefeiert. Patrick dominierte den Kampf durch Takedowns und Bodenarbeit, gegen die Wilks kein Mittel fand. Dem Kanadier gelang zwar keine Submission, dennoch war seine Positionierung und Kontrolle enorm beeindruckend. Patrick brachte Wilks nach Belieben auf den Boden. Der versuchte sich dort zu wehren, wirkte dabei aber sehr hilflos. Nach drei Runden Dominanz gewann Patrick den Kampf - wenig überraschend - nach Punkten. Das Ergebnis gefiel den Fans nicht und wurde mit Buhrufen quittiert.

Wilks wurde von Patrick dominiert (Foto via Zuffa LLC)

Cheick Kongo vs. Travis Browne
Mit nur einem Sieg aus den letzten drei Kämpfen stand Kongo unter Zugzwang, während Browne mit zehn Siegen in Folge für viele als Favorit in diesen Kampf zog. Der Kampf startete mit gutem Standup von beiden Kämpfern, die ein Lücke in der Abwehr des Kontrahenten suchten. Browne traf in Runde eins zweimal hart mit wilden Haken, was Kongo kurzzeitig aus dem Konzept brachte, ansonsten wurde der Kampf im Clinch am Käfig geführt. Runde zwei verlief ähnlich, wobei Kongo der aktivere Mann war, doch wenige Sekunden vor Ende der Runde punktete Browne mit dem Takedown. Kongo wurde in Runde drei ein Punkt wegen wiederholtem festhalten der Shorts abgezogen, was für ihn bedeutete, dass er diesen Kampf vor Ende der dritten Runde beenden musste um zu gewinnen. Dies gelang ihm nicht, denn er drückte seinen Gegner konstant an den Käfig ohne ihm großen Schaden zufügen zu können. Über das Ergebnis waren Fans und Kommentatoren dann überrascht, denn die Punktrichter werteten den Kampf trotz des Punktabzugs unentschieden: 28-28. Die darauf folgenden lauten Buhrufe galten den Punktrichtern.

Unentschieden (Foto via Zuffa LLC)

John Hathaway vs. Mike Pyle
Hathaway ging anfangs aggressiv zur Sache, doch Pyle konterte gut und punktete mit Takedowns. In der zweiten Runde fixierte Pyle den Briten in einen Reverse Triangle, aus dem Hathaway nur durch den Ringgong befreit wurde. Runde drei verlief ähnlich wie die Erste, denn Pyle konnte seinen Gegner wieder auf den Boden bringen und mit Ground and Pound malträtieren. Damit musste Hathaway seine erste Niederlage einstecken - er wurde über drei Runden hinweg dominiert. Der verdiente Sieger nach Punkten hieß: Mike Pyle.

Pyle hatte alles unter Kontrolle (Foto via Zuffa LLC)

Dan Hardy vs. Carlos Condit
Der Kampf auf den sich die britischen Fans monatelang freuten wurde auf den Monitoren in der Halle angekündigt und mit frenetischem Beifall beklatscht. Beim Wiegen am Vortag wurde die Stimmung vorab zum Kochen gebracht, als Hardy und Condit sich sekundenlang Nase an Nase anstarrten und von UFC Präsident Dana White auseinandergehalten werden mussten. Der Kampf wurde im Stand geführt und viele Experten gingen zuvor davon aus, dass er nicht über die volle Distanz gehen würde. Dies traf auch ein, denn nach einigem Hin- und her trafen beide Athleten mit jeweils einem linken Haken, gleichzeitg. Condits Haken war jedoch akkurater, denn Hardy ging zu Boden und war stark angeschlagen. Condit sprang hinterher und machte mit zwei weiteren Schlägen seinen Sieg niet- und nagelsfest.
Sieger durch KO: Carlos Condit.

Zwei Haken treffen zeitgleich (Foto via Zuffa LLC)

Michael Bisping vs. Yoshihiro Akiyama
Bisping wurde überwältigend empfangen und ging im Oktagon zu seinem Gegner um ihm Respekt zu zollen. Akiyama konnte Bisping früh mit einem harten Schwinger treffen, der diesen zum Wackeln brachte. Kurz darauf war der Brite aber wieder da und teilte selbst aus. Akiyama blickte mehrfach auf den Boden und wurde dabei von Bisping attackiert, was darauf hindeute, dass der Japaner sich am Bein verletzt hatte. Akiyama wurde von Bisping für wenige Sekunden auf den Boden geholt, stand jedoch kurz nach dem Takedown wieder auf. Der Kampf wurde zum Großteil im Stand geführt, wobei beide Kämpfer gute Phasen hatten, doch Bisping wurde gegen Ende stärker. In Runde drei traf er Akiyama mit einem harten Kick in die Weichteile und raubte ihm damit die Luft. Der Kampf wurde für einige Minuten angehalten, bis der Japaner wieder auf die Beine kam. Bisping setzte weitere Treffer, wobei Akiyama kurzweilige starke Kombinationen von sich gab, besonders kurz vor Ende der letzten Runde. Ihm schien jedoch die Luft zu fehlen, um noch einmal richtig auftrumpfen zu können, so dass Bisping in der Schlussphase leichtes Spiel hatte.
Die Punktrichter gaben den Kampf 3-0 an Bisping.

Akiyama bemühte sich, doch Bisping wich erfolgreich aus (Foto via Zuffa LLC)

Anbei die kompletten Ergebnisse im Überblick:

UFC 120 - Bisping vs. Akiyama
16.Oktober 2010
O2 Arena in London, England

Hauptkämpfe
Michael Bisping bes. Yoshihiro Akiyama nach Punkten (einstimmig) (30-27, 30-27, 30-27)
Carlos Condit bes. Dan Hardy durch KO (Schläge) 4:27, R1
Mike Pyle bes. John Hathaway nach Punkten (einstimmig) (30-27, 30-27, 30-27)
Travis Browne vs. Cheick Kongo endete im Unentschieden (28-28, 28-28, 28-28)
Claude Patrick bes. James Wilks nach Punkten (einstimmig) (30-27, 30-27, 30-27)

Vorkämpfe
Alexander Gustafsson bes. Cyrille Diabate durch Aufgabe (Rear-Naked Choke) 2:41, R2
Rob Broughton bes. Vinicius Quieroz durch Aufgabe (Rear-Naked Choke) 1:43, R3
Paul Sass bes. Mark Holst durch Aufgabe (Triangle Choke) 4:45, R1
Spencer Fisher bes. Curt Warburton nach Punkten (einstimmig)
Fabio Maldonado bes. James McSweeney durch TKO 0:48, R3