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UFC 119 - Veranstaltungsbericht

Der glückliche Sieger des Hauptkampfes von UFC 119: Frank Mir (Foto via www.fiveouncesofpain.com)

Zum ersten mal überhaupt machte die UFC halt in Indinapolis. Indiana war bereit für die große Show und machte einen Heidenlärm im ausverkauften Conseco Fieldhouse. Nachfolgend der detaillierte Bericht zum Event:

Joey Beltran vs. Matt Mitrione
Der ehemalige Footballspieler und "TUF 10"-Veteran Mitrione musste sich mit bislang nur zwei professionellen UFC-Kämpfen mit dem Veteran Joey Beltran messen. Die Fans waren lautstark auf Seiten des in Indianapolis beheimateten TUF-Teilnehmers, was Beltran sichtlich erboste. Mitrione ging sofort zur Sache und zeigte großartiges Kickboxen, was dem Publikum offenbar gefiel. Ein Zeichen, dass er sich stetig weiterenwickelt und zu einem kompletten MMA Kämpfer wird. Beltran schien sichtlich überrascht und musste einige Schläge einstecken. Nach einer Weile wurde es ein offener Schlagabtausch, der die Halle zum Kochen brachte. Von Highkicks über Pushkicks hin zu Haken, Jabs und Schwingern war alles dabei, nur kein Takedown. Die Fans waren zufrieden, denn der Sieger nach 3 Runden hieß Matt Mitrione.

C.B. Dollaway vs. Joe Doerksen
Doerksen sprach vor dem Kampf davon, seine Siegesserie von bisher 7 Kämpfen auf 10, möglicherweise 20 auszubauen. Dollaway hatte vor dies zu verhindern und tat es auch. Mit einem Takedown zu Rundenanfang bekam Dollaway seinen Gegner in einen einarmigen Guillotine-Choke, den er von seinem Rücken aus eine ganze Weile hielt. Doerksen kämpfte um sich aus der mißlichen Lage zu befreien. Dollaway zog den Griff nicht durch, da er seine Arme nicht ausbrennen lassen wollte und hielt die Position bis Doerksen es schaffte herauszukommen. Wieder auf den Beinen sprang Dollaway wie ein Dobermann (sein Spitzname) wieder auf Doerksen zu und sicherte erneut einen Guillotine Choke, diesmal mit beiden Armen, während Doerksen versuchte, sich herauszudrehen. Nach einigen Rollen musste Doerksen sich jedoch ergeben und klopfte ab. Sieger via Guillotine Choke: C.B. Dollaway

Melvin Guillard vs. Jeremy Stephens
Zwei der jüngsten und zugleich schnellsten und härtesten Kickboxer der UFC traten hier gegeneinander an. Niemand rechnete damit, dass der Kampf über die volle Distanz gehen würde. Der Kampf fing mit einem harten Schlag von Guillard an, der von Stephens gekontert wurde und Guillard auf die Bretter schickte. Angeknockt stand er sofort wieder auf und die Schlacht ging weiter. Jeder Schlag wurde mit KO-Power gebracht, keine Jabs, jeder Schlag sollte dem Gegner weh tun. Zwei Tiefschläge in zwei Runden von Guillard ließen Stephens wütend werden und so revanchierte er sich gegen Ende der zweiten Runde mit einem Kick in den empfindlichen Intimbereich, der Guillard zu Boden gehen ließ. Keiner der Beiden dachte an einen Takedown, sondern teilten Schläge aus. Guillard brachte mehr Treffer an den Mann und war der beweglichere Kämpfer, während Stephens viele Lowkicks landete, die beagnnen, Guillards Beweglichkeit zu mindern. Nach drei Runden muss man sagen, dass zur Verwunderung der Fans keiner der Beiden in ernsthafte Gefahr geriet.
Sieger nach Punkten: Melvin Guillard

Evan Dunham vs. Sean Sherk
Der ungeschlagene und neun Jahre jüngere Kämpfer, Evan Dunham, traf auf den ehemaligen Leichtgewichtschampion Sean Sherk. Sherk versuchte sich zu Anfang an einem Takedown und konnte seinen Gegner auf den Boden bringen, doch nicht ohne in eine Guillotine zu geraten, aus der er sich befreien und Schläge verteilen konnte. Dunham gelangte wieder auf die Beine, doch Sherk startete den nächsten Takedown, wobei er wieder in einen Guillotine Choke geriet und kurz vor der Aufgabe stand, sich aber mit schmerzverzerrtem Gesicht herausdrehen konnte. Bei der Drehung landete Sherk in der Guard seines Gegners und verursachte mit einem harten Ellenbogen einen Cut. In Runde zwei ging das gleiche Spiel von vorne los, denn Sherk ließ seinen Kopf beim Takedown seitlich heraushängen und geriet mehrfach in die Guillotine, konnte sich aber jedes Mal befreien. Gegen Ende der zweiten Runde, die zum Großteil im Stehen geführt wurde, konnte Dunham einige harte Fausttreffer und Kniestöße anbringen und ging jubelnd in die Rundenpause. Sherk schien müde zu werden, denn er atmete hart als die dritte Runde startete. Am Anfang der letzten Runde wurde Sherk von einem Highkick getroffen, der ihn kurz benommen werden und zum Takedown shooten ließ, um nicht ausgeknockt zu werden. Sherk konnte einen Takedown landen, doch Dunham befreite sich und bereitete Sherk große Schwierigkeiten mit seinem Kickboxen. Sherk schien überfordert, ging die letzten Minuten nur noch rückwärts und versuchte zu überleben. Dunham hatte die Aufgabegriffe und den Standkampf auf seiner Seite, während Sherk die Takedowns und den Cut erreicht hatte. Der Kampf ging an die Punktrichter und diese werteten den Kampf 2-1 für Sean Sherk. Die Zuschauerwaren anderer Meinung und buhten daraufhin für mehrere Minuten. Dunham kassierte damit die erste Niederlage in seiner MMA-Karriere.

Chris Lytle vs. Matt Serra
Der TUF 4-Sieger, Matt Serra, traf hier auf seinen TUF 4-Finalgegner Chris Lytle, in dessen Heimatstadt. Serra wurde wie erwartet ausgebuht und kam mit der "Rocky"-Musik in die Halle, während Lytle gefeiert wurde. Zum Anfang des Kampfes schallte die Halle mit "Lytle"-Rufen. Beide Kämpfer boxten entschlossen in der Mitte des Käfigs, während Serra mit Körpertreffern punktete und Lytle den Kopf seines Segners suchte. Wie in Rocky wurde selten bis gar nicht geblockt und ausgeteilt, zum Teil mit wilden Schwingern, was Cuts bei beiden Kontrahenten öffnete. Die Fans saßen am Rand ihrer Sitze und warteten auf einen KO. Lytle konnte Serra am Ende der zweiten Runde in Bedrängnis bringen, doch Serra überlebte. Die letzte Runde ging gemächlicher zu, da beide Kämpfer in den ersten beiden Durchgängen viel Kraft gelassen hatten und so ging der Kampf an die Punktrichter, die 3-0 für Lytle stimmen. Lytle schaffte somit die Wiedergutmachung für das verlorene TUF 4-Finale.

Ryan Bader vs. Antonio Rogerio Nogueira
Ein Sieg für den TUF 8-Gewinner Ryan Bader wäre ein Meilenstein in seiner Karriere und würde ihn in der UFC weit nach oben katapultieren. Der Kampf startete mit minutenlangem Boxen, wobei Bader den Druck machte und schließlich mit einen Takedown punktete. Bader poundete aus der Guard und verteilte harte Schläge. Gegen Ende der Runde konnte Nogueira aufstehen und wusste, dass er mehr machen musste, um diese Runde nicht zu verlieren, denn er verfolgte Bader und versuchte ihn auszuknocken. Bader rang nach Luft und rettete sich in die Pause. Runde 2 wurde von Nogueiras boxerischen Fähigkeiten dominiert, aber keine Treffer konnten Bader in Gefahr bringen. Bader sicherte einen Takedown, der ihm jedoch keinen Vorteil einbrachte, denn Nogueira war kurz darauf wieder auf den Beinen. Es gab eine kurze Unterbrechung aufgrund eines Augenstiches von Nogueira, doch Bader war schnell wieder einsatzbereit. Nogueira machte weiter Druck, denn er wusste, dass er bei den Punktrichtern aufgrund der Takedowns hinten liegen könnte. Eine Minute vor Ende des Kampfes sicherte Bader einen weiteren Takedown und beendete die Runde auf seinem Gegner, was ein Zeichen für die Punktrichter setzen sollte. Der Plan wurde belohnt, denn der Sieger nach Punkten hieß Ryan "Darth" Bader.

Mirko Filipovic vs. Frank Mir
Zwei MMA-Legenden trafen hier aufeinander und beide Kämpfer hatten die Ambition, in naher Zukunft UFC Champion zu werden. Für Cro Cop wäre es das erste, für Mir das dritte Mal, wenn man den Interim-Championtitel dazuzählt. Ein Sieg musste somit für beide Kontrahenten her. Der Kampf fing mit einem Abtasten an, bis Mir einen Takedownversuch wagte und mit Cro Cop im Käfig clinchte. Cro Cop zog das Knie hoch und traf Mir in die Weichteile, was zu einer Unterbrechung des Kampfes führte. Er entschuldigte sich für die unbeabsichtigte Aktion und kurz daran konnte weitergekämpft werden. Mir schaffte es mehrfach, Cro Cop an die Käfigwand zu drücken und ihn mit "Dirty Boxing" zu bearbeiten. Die zweite Runde verlief ähnlich. Keiner der Beiden schien den Todesstoß zu suchen, beide kämpften relativ risikolos, wie im Sparringskampf, was den Fans nicht gefiel und mit Buh-Rufen quittiert wurde. Auch der dritte Durchgang brachte keine Besserung und befriedigte die Zuschauer nicht im Geringsten. Mir und Cro Cop unterhielten sich sogar eine zeitlang miteinander, während sie am Käfig clinchten. Jemand musste nun ein Risiko eingehen, um den Kampf deutlich für sich zu entscheiden. Als Cro Cop in den Gegner hineinlief, schoss Mir ein Knie zu dessen Kinn und knockte ihn damit aus. Ein paar Schläge auf den regungslosen Cro Cop sorgten für das Ende des Kampfes. Sieger durch KO: Frank Mir.


UFC 119 - Mir vs Cro Cop
25.September 2010
Conseco Fieldhouse in Indianapolis, Indiana, USA


Hauptkämpfe
Frank Mir bes. Mirko Filipovic durch KO (Knie) R3, 4:02
Ryan Bader bes. Antonio Rogerio Nogueira nach Punkten (einstimmig) (30-27, 30-27, 30-27)
Chris Lytle bes. Matt Serra nach Punkten (einstimmig) (30-27, 30-27, 30-27)
Sean Sherk bes. Evan Dunham nach Punkten (geteilt) (29-28, 28-29, 29-28)
Melvin Guillard bes. Jeremy Stephens nach Punkten (geteilt) (28-29, 29-28, 30-27)

Vorkämpfe (Spike TV)
C.B. Dollaway bes. Joe Doerksen durch Aufgabe (Guillotine-Choke) R1, 2:13
Matt Mitrione bes. Joey Beltran nach Punkten (einstimmig) (29-28, 29-28, 29-28).

Vorkämpfe (nicht im TV)
Thiago Tavares bes. Pat Audinwood durch Aufgabe (Guillotine Choke) R1, 3:47
Waylon Lowe bes. Steve Lopez nach Punkten (geteilt) (29-28, 28-29, 29-28)
T.J. Grant bes. Julio Paulino nach Punkten (einstimmig) (30-27, 30-27, 30-27).
Sean McCorkle bes. Mark Hunt durch Aufgabe (Kimura) R1, 1:03