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Überraschungssieger beim DREAM Grand Prix

Zaromskis dominiert Grand Prix, Saffiedine überzeugt bei Japan-Debüt

Mit der Glanzleistung seines Lebens hat sich Marius Zaromskis heute Morgen den Sieg beim Weltergewicht Grand Prix von DREAM erkämpft. Im Finale knockte er Jason High in der ersten Runde nach kurzem Anfangsgerangel mit einem fantastischen High Kick aus. High musste daraufhin minutenlang auf dem Boden behandelt werden, stand aber bei der Siegerehrung wieder auf eigenen Beinen.

Auch im Halbfinale war es ein High Kick, der Zaromskis den Sieg bescherte. Mit Hayato „Mach“ Sakurai, der beim gestrigen Wiegen über siebeneinhalb Stunden benötigte, um das erforderliche Gewichtslimit zu erreichen, tauschte Zaromskis zu Beginn der ersten Runde harte Schläge aus. Nach einer Weile begann Sakurai, aus zwei Cuts am Auge zu bluten, aber der Kampf konnte fortgeführt werden. Im Anschluss an die kurze Unterbrechung fällte Zaromskis den japanischen Veteranen mit einem Tritt gegen den Nacken. Der Litauer setzte auf dem Boden mit Schlägen nach bis der Ringrichter dazwischen ging.

Im anderen Halbfinale gewann Jason High äußerst knapp und in manchen Augen auch umstritten gegen den BJJ-Weltmeister Andre Galvao. High begann ganz ordentlich im Stand und klingelte Galvao sogar an, aber er konnte dem Brasilianer nicht genügend zusetzen, um den Kampf zu beenden. Nach etwa vier Minuten verlagerte Galvao das Geschehen auf den Boden. Bis zum Ende der ersten Runde, die bei DREAM zehn Minuten dauert, befand er sich in der Mount und Back Mount. High verteidigte sich jedoch hervorragend gegen den Rear Naked Choke und auch Galvaos Ground & Pound reichte nicht zum vorzeitigen Sieg aus. In der zweiten Runde gelangen High dann wieder gute Treffer im Stand mit Kicks und Schlagkombinationen. Die Entscheidung der Punktrichter hätte so oder so ausfallen können. Aber zwei von ihnen sahen High als Sieger, einer stimmte für Galvao.

Im Reservekampf des Grand Prixs gab Tarec Saffiedine gegen den Haudegen Seichi Ikemoto sein Debüt im Land der aufgehenden Sonne. Der 22-jährige Belgier, der momentan in den USA beim Team Quest trainiert, lieferte sich mit Ikemoto im Stand eine über weite Strecken ausgeglichene Auseinandersetzung. In der zweiten Runde gelangen Saffiedine mehrere gute Treffer, kurz vor Schluss kontrollierte er das Geschehen auf der Matte. Zum Ende des Kampfes hin hatte Saffiedine mehr Luft und machte den aktiveren Eindruck, Ikemoto fiel in der zweiten Runde etwas ab. Die Punktrichter honorierten Saffiedines wackeren Auftritt mit einem einstimmigen Punktsieg.

Aoki schlägt Shaolin, Verletzung beendet Kampf zwischen Taylor und Yoon

Wer als Fan auf eine Grappling-Gala zwischen Shinya Aoki und Vitor „Shaolin“ Ribeiro gehofft hatte, wurde heute Morgen bitter enttäuscht. Statt Magie auf der Matte bekamen die Zuschauer in der Saitama Super Arena lediglich einen dürftigen Kickboxkampf zu sehen. Aoki setzte Shaolin in der ersten Runde wiederholt mit Kicks zum Körper zu. Ansonsten verbrachten sie die meiste Zeit damit, sich abzutasten. Bei Shaolin war kein Ansatz einer Strategie zu erkennen, erst zur Hälfte von Durchgang zwei brachte er Aoki zu Boden. Shaolin attackierte den japanischen Bodenkampfspezialisten mit Ground & Pound, aber Aoki setzte seine Guard und Rubber Guard geschickt ein und kassierte nicht viele Treffer. So blieb ihm am Ende der einstimmige Punktsieg.

Der Kampf zwischen Dong Sik Yoon und dem „TUF 7“-Teilnehmer Jesse Taylor musste schon nach einer knappen Minute aufgrund einer üblen Verletzung abgebrochen werden. Von Beginn an dominierte Taylor den koreanischen Judoka: Er warf ihn mehrmals wie eine Puppe durch den Ring und wäre beinahe mit dem Rear Naked Choke erfolgreich gewesen. Bei einem Takedown kam Yoon unglücklich mit dem Fuß zuerst auf der Matte auf, sodass die Wucht des Aufpralls nur von seinem Knöchel abgefangen wurde. Taylor war gerade dabei, eine Ground & Pound-Attacke zu starten, als Yoon mit schmerzverzerrtem Gesicht aufgab.

Filho übersteht Manhoefs Schlagsturm, Kikuno bringt Dida aus dem Konzept

Melvin Manhoefs mangelnde Kenntnisse im Bodenkampf sind ihm wieder einmal zum Verhängnis geworden. Gegen Paulo Filho verteidigte sich die holländische KO-Maschine zunächst gut gegen die Takedowns und setzte dem BJJ-Schwarzgurt im Stand schwer zu. Filho schien jedoch wieder in Form zu sein: Er steckte alles weg, was Manhoef ihm entgegen warf. Nach etwa zweieinhalb Minuten gelang Filho das ersehnte Takedown. Anschließend war es nur noch eine Frage der Sekunden, ehe er den siegbringenden Armhebel ansetzen konnte. Ob Filho wieder „ganz der Alte“ ist, kann man aus diesem Kampf jedoch nicht genau schließen.

Der DEEP Leichtgewichtschampion Katsunori Kikuno konnte auch bei Andre „Dida“ Amade mit seinem „Zombie-Karate“ Verwirrung stiften. Kikuno schlich dem brasilianischen Thaiboxer eine ganze Weile stocksteif hinterher. Als er Dida mit einem Tritt zum Körper traf, explodierte Kikuno und brachte ihn zu Boden. Heftiges Ground & Pound aus der Mount veranlasste Dida dazu, sich auf den Bauch zu drehen. Kikuno schlug munter weiter auf ihn ein, bis der Ringrichter den Kampf abbrach.


Alle Ergebnisse im Überblick:

DREAM.10
20. Juli 2009
Saitama Super Arena in Saitama, Japan

Weltergewicht Grand Prix – Finale
Marius Zaromskis bes. Jason High via KO nach 2:22 in Runde 1

Shinya Aoki bes. Vitor „Shaolin“ Ribeiro nach Punkten (3-0)
Jesse Taylor bes. Yoon Dong Sik via Aufgabe nach 1:02 in Runde 1
Paulo Filho bes. Melvin Manhoef via Armhebel nach 2:36 in Runde 1
Katsunori Kikuno bes. Andre „Dida” Amade via TKO nach 3:47 in Runde 1

Weltergewicht Grand Prix – Halbfinale
Jason High bes. Andre Galvao nach Punkten (2-1)
Marius Zaromskis bes. Hayato „Mach“ Sakurai via TKO nach 4:03 in Runde 1

Weltergewicht Grand Prix – Reservekampf
Tarec Saffiedine bes. Seichi Ikemoto nach Punkten (3-0)