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The Ultimate Fighter Live – Folge 7

Team Cruz gleicht auf 3:3 aus und holt sich die Kontrolle zurück.

In der siebten Folge von The Ultimate Fighter Live standen sich am Freitagabend John Cofer (Team Faber) und Vinc Pichel (Team Cruz) im Octagon gegenüber. Einige Kämpfer im Haus beginnen zudem langsam an Lagerkoller zu leiden, sind sie doch mittlerweile länger im Haus als alle Teilnehmer jeder anderen TUF-Staffel vor ihnen.

Die Folge begann mit einem Rückblick auf den Kampf zwischen Enfant Terrible Chris Tickle und Joe Proctor, aus der vergangenen Woche. Nachdem Tickle stark im Stand begonnen hatte, geriet er nach einem Takedown von Proctor in einen Rear-Naked Choke und musste wenige Sekunden vor Rundenende abklopfen. Zu allem Überfluss musste er sich anschließend auch noch eine Standpauke des stinksauren Dominick Cruz anhören, dem das Verlieren nach drei Niederlagen in Folge allmählich zum Hals heraushing.

Weder Tickle selbst, noch Konkurrenzcoach Uriah Faber und dessen Team waren mit dieser Vorgehensweise einverstanden und kritisierten Cruz wegen seines mangelnden Taktgefühls. Zumindest Tickle sah aber schließlich ein, dass sein Coach es nur gut gemeint hat.

Im Haus begannen einige Kämpfer langsam, einen Lagerkoller zu entwickeln. Vor allem der Brite Andy Ogle benimmt sich von Tag zu Tag seltsamer. Nach einem Alptraum, in dem seine Lebensgefährtin ermordet wurde, verbrachte er längere Zeit einsam schattenboxend im riesigen Garten der Fighter-Villa, bevor er beim nächsten Gruppentraining eine Art Panikattacke erlitt. Ogle bekam keine Luft mehr, übergab sich und vergoss anschließend bittere Tränen. Er gab zu, an dem Druck und den Kameras langsam zu zerbrechen, will diese Staffel aber in jedem Fall gewinnen. Der Vorfall war ihm sichtlich peinlich, Coach Cruz gab ihm den Rest des Tages frei.

Im eigentlichen Fokus der Sendung standen aber selbstverständlich Vinc Pichel und John Cofer, die im Live-Fight aufeinandertrafen. In Einzelinterviews erfuhren die Zuschauer mehr über die Vergangenheit der beiden grundverschiedenen Kämpfer. Während Standkämpfer Pichel in einem sozialen Brennpunkt aufwuchs und seinem Spitznamen „From Hell“ dort als kleiner Satansbraten mehr als gerecht wurde, verfolgte Cofer schon seit jüngster Kindheit eine Karriere als Ringer, deren logische Konseqeuenz für ihn der Sprung zum MMA-Profi gewesen ist.

Eine besondere Rolle spielte in dieser Episode auch Sam Sicilia (Team Cruz). Während des Trainings offenbarte er seinem Coach, dass er sich dem Druck, der auf ihm lastet, nicht gewachsen fühlt, immerhin war er der zweite Pick bei der Teamzusammenstellung. Cruz redete ihm gut zu und riet, sich nicht künstlich unter Druck zu setzen, sondern stattdessen zu trainieren. Im Haus diskutierte Sicilia später dasselbe Thema mit seinem Kumpel Mike Chiesa. Beide kannten sich aus ihrem privaten Umfeld schon vor der Show und setzen ihre Freundschaft natürlich auch im Haus fort. Dass Chiesa ein Mitglied des Konkurrenzteams ist, missfällt Sicilias Teamkollegen dabei aber zusehends. Vor allem Ogle und Chris Saunders haben das Gefühl, dass sie Sicilia nicht so recht trauen können. Später ging Ogle auf Chiesa zu, um noch einmal sicherzugehen, dass keine Wettkampfstrategien von Team Cruz an ihn weitergegeben wurden.

Beim offiziellen Wiegen gingen beide Kämpfer problemlos über die Waage. Pichel (69,85) war dabei zwar leichter, aber deutlich größer als Cofer (70,76). Die Strategien beider Teams waren derweil klar: Während Pichel um jeden Preis den Takedown verhindern und mit harten Schlagkombinationen attackieren sollte, galt für Cofer das genaue Gegenteil. Er sollte so früh wie möglich den Takedown suchen und sich im Stand in keine Prügelei verwickeln lassen.

John Cofer vs. Vinc Pichel

Daraus wurde letztlich aber nichts, was zunächst auch gar nicht so problematisch für den Division I-Ringer gewesen ist. Die komplette erste Runde spielte sich im Stand ab, wurde dort aber weitestgehend von Rechtausleger Cofer kontrolliert, der zu Beginn deutlich aktiver war und im Schlagabtausch überraschenderweise die besseren Treffer hatte. Tekedowns gelangen ihm allerdings auch nach drei Versuchen nicht. Erst zum Schluss der Runde schien Pichel wach zu werden und landete einige schwere Bomben.

Im zweiten Durchgang war es Pichel, der als Aggressor auftrat und das Tempo bestimmte. Statt einem Takedown gelang Cofer nun zumindest ein Bodylock, er sicherte sich damit den Rücken Pichels und attackierte mit Kniestößen zum Oberschenkel. Überraschenderweise war es wenig später Striker Pichel, der den Takedown suchte – und auch bekam. Am Boden musste er erst einen Choke verteidigen und endete schließlich in einer Reverse-Mount, von der aus er einige schöne Treffer landen konnte. Die Runde endete, doch eigentlich allen war klar, dass es hier einen dritten Durchgang geben würde.

Während Cofer ein wenig erschöpft wirkte, schien Pichel es kaum erwarten zu können, die Sudden Victory-Runde zu beginnen. Sofort stürmte er dann auch auf den Ringer zu, bekam einen weiteren Takedown und finalisierte Cofer nach nur 44 Sekunden zügig mit einem Arm-Triangle Choke.

Mit diesem Sieg konnten Dominick Cruz und sein Team den Rückstand zu Team Faber aufholen und auf 3:3 ausgleichen. Obendrein durfte Cruz nun die Paarung für die nächste Woche bestimmen. Er wählte Sam Sicilia und Chris Saunders, die im Live-Fight der nächsten Episode aufeinandertreffen werden.