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Sonnen zwingt Shogun zur Aufgabe, Overeem geht K.o.

Die erste UFC-Veranstaltung auf dem neuen US-Fernsehsender FOX Sports 1 kann als voller Erfolg bezeichnet werden. Das stark besetzte Programm überzeugte mit spannenden Kämpfen, spektakulären Knock-outs und überraschenden Ausgängen. Die größten Überraschungen gab es dabei wohl in den letzten beiden Auseinandersetzungen.

Im Hauptkampf machte Chael Sonnen zu Beginn das, was er am besten kann: seinen Gegner auf die Matte bringen. Schon nach wenigen Sekunden beförderte er Mauricio „Shogun“ Rua auf den Boden. Lange verweilte dieser in der jedoch nicht auf dem Rücken. Erfolgreich befreite er sich und brachte Sonnen selbst auf die Matte. Sonnen drehte den Spieß zügig um und landete ein paar Schläge. Shogun konnte sich aber herausdrehen, fand sich beim Aufstehen jedoch in einem Guillotine Choke wieder. Sonnen ließ sich nach hinten fallen und zog den Würgegriff noch etwas weiter zu, sodass der Brasilianer nur 13 Sekunden vor dem Ende der ersten Runde abklopfen musste. Im Anschluss forderte Sonnen noch im Octagon einen Kampf gegen Wanderlei Silva.

Alistair Overeem punktete im Co-Hauptkampf des Abends von Beginn an mit Körpertreffern gegen Travis Browne. Mit Knien und Schlägen setzte er seinem Gegner zu. Browne versuchte sich seinerseits mit einem Flying Knee, verfehlte sein Ziel jedoch, woraufhin Overeem nach vorne stürmte und gute Treffer landete. Browne ging am Käfig auf die Knie, wo er viele Schläge und Knie einstecken musste. Überraschenderweise konnte er sich aus dieser misslichen Lage wieder befreien und beide Kämpfer führten das Duell im Stand fort. Während Browne aufgrund des Schlaghagels leicht wackelig auf den Beinen stand, zeigten sich bei Overeem erste Zeichen der Ermüdung. Browne versuchte sich mehrfach an einem Front Kick, der Overeem letztendlich auch präzise am Kinn erwischte. Der Niederländer ging zu Boden, Browne setzte ein paar Schläge nach, woraufhin der Ringrichter den Kampf nach 4:08 Minuten abbrach.

Einen guten Start legte Yuri Alcantara gegen Urijah Faber hin. Nach wenigen Sekunden sicherte er sich einen Takedown und versuchte sich an einem Armbar. Dieser misslang, woraufhin sich Alcantara den Rücken seines Gegners sicherte. Aus dieser Position feuerte er einige Schläge ab, bis sich Faber wieder befreien konnte und in der Guard landete. Nun war „The California Kid“ an der Reihe, indem er bis zum Rundenende mit harten Ellenbogen punktete. Im zweiten Durchgang machte Faber da weiter, wo er in der ersten Runde aufgehört hatte. Nach einem Takedown landete er viele Ellenbogen, konnte den Kampf aber nicht vorzeitig beenden. In der letzten Runde lieferten sich beide zunächst ein einen Schlagabtausch. Faber beförderte seinen Gegner zu guter Letzt aber wieder auf die Matte, wo er ihn bis zum Kampfende mit Schlägen dominierte. Die Punktrichter waren sich einig und erklärten Urijah Faber zum Sieger.

Matt Brown fackelte nicht lange, ging vorwärts, schickte seinen Gegner Mike Pyle mit einer harten rechten Geraden auf die Matte und sicherte sich mit Ground and Pound nach gerade einmal 29 Sekunden den Sieg durch technischen Knock-out. Somit ist Brown in seinen letzten sechs Kämpfen unbesiegt.

Urijah Hall brachte seinen Kontrahenten John Howard zügig zu Boden und traf aus der Top Position einige Schläge. Howard konnte jedoch wieder aufstehen und landete im Stand einige Treffer. Hall ging daraufhin auf Nummer sicher und drückte Howard zum Unmut der Zuschauer bis zum Rundenende an den Käfig. Im zweiten Durchgang zeigten sich beide Kämpfer etwas aktiver, wobei vor allem Howard stets den Vorwärtsgang suchte. Kurz vorm Ende der Runde sicherte sich Howard einen Takedown, aus dem er jedoch keinen Profit schlagen konnte. In der ersten Hälfte der letzten Runde arbeitete Hall erneut vorwiegend am Käfig, ohne großen Schaden anzurichten, sodass der Ringrichter beide voneinander trennte. Beide Kämpfer waren konditionell stark angeschlagen und lieferten sich bis zum Ende des Durchgangs einen Schlagabtausch. Die Punktrichter werteten diesen recht knappen Kampf letztendlich einstimmig für John Howard.

Joe Lauzon und Michael Johnson eröffneten das Hauptprogramm mit einem zunächst ausgeglichenen Schlagabtausch. Mit einer harten Geraden beförderte Johnson seinen Gegner jedoch zu Boden, doch dieser konnte sich schnell wieder nach oben arbeiten. Johnson landete im Stand mehr und mehr Treffer, während Lauzon überhaupt nicht in den Kampf fand. Auch in den letzten beiden Runden war es Johnson, der den Kampfverlauf mit guten Schlagkombinationen bestimmte und Lauzon kaum Zeit zum Luftholen gab. Nach drei Runden waren sich die Punktrichter einig und erklärten Michael Johnson zum Sieger.

Das Vorprogramm

Äußerst beeindruckend zeigte sich Michael McDonald im Kampf gegen Brad Pickett. Mit einer Linken klingelte der 22 Jahre junge Kämpfer seinen Gegner an und scheuchte ihn darauf quer durch das Octagon. Mehrfach schlug McDonald seinen britischen Kontrahenten nieder, dieser kam jedoch immer wieder auf die Beine, nur um weitere Schläge und Kicks zu kassieren. Im zweiten Durchgang punktete Pickett nach einem Schlagabtausch mit einem Takedown und landete einige Treffer. McDonald fand jedoch die Lücke und nahm Pickett in den Triangle Choke, aus dem sich dieser nicht mehr befreien konnte und aufgeben musste.

Conor McGregor dominierte den Kampf gegen Max Holloway im Stand. Mit schnellen Schlagkombinationen brachte der Ire seinen Gegner dabei immer wieder in Bedrängnis. Holloway landete seinerseits einige Schläge, konnte dabei aber kaum Schaden anrichten. Im zweiten Durchgang benutzte McGregor hauptsächlich Geraden und sicherte sich am Ende sogar einen Takedown. Auch in der letzten Runde brachte McGregor den Kampf auf den Boden und landete einige Schläge. Für ein vorzeitiges Ende reichte es diesmal nicht und so waren die Punktrichter am Zug, die McGregor verdientermaßen zum Sieger erklärten.

Der ehemalige WEC-Champion Mike Brown ging im Kampf gegen Steven Siler aggressiv nach vorne, wurde aber früh mit einem Uppercut auf den Boden geschickt. Siler ging mit Schlägen hinterher, die Brown nicht mehr beantwortete und daraufhin vom Ringrichter aus dem Kampf genommen wurde.

Diego Brandao kannte in der ersten Runde gegen Daniel Pineda nur den Vorwärtsgang und landete eine Kombination nach der anderen. Der sichtlich überforderte Pineda steckte die Schläge jedoch gut weg, während sich Brandao immer weiter auspowerte. Dementsprechend nahm Brandao im zweiten Durchgang das Tempo etwas heraus und suchte den Takedown. Pineda arbeitete an einem Kimura und nutzte den Griff, um sich selbst in die Top Position zu drehen. Hier landete er bis zum Rundenende eine Reihe von Schlägen. Auch im dritten Durchgang fand Brandao mit Takedowns Erfolg, konnte den Kampf aber nicht am Boden halten. Im Schlagabtausch endete der Kampf, den die Punktrichter allesamt für Diego Brandao werteten.

Mit einem deutlichen Reichweitenvorteil hielt Cole Miller seinen Gegner Manvel Gamburyan auf Distanz. Gamburyan versuchte nach vorne zu stürmen, kam aber nur selten an seinen 20 Zentimeter größeren Gegner heran. Trotzdem sicherte er sich einen Takedown, doch Miller kam am Käfig wieder auf die Beine. Miller landete zum Rundenende zwei Ellenbogen. Nach dem Signal blieb Gamburyan aber am Boden und beteuerte, er sei am Hinterkopf getroffen worden. Der Ringrichter ließ das Gamburyans Kampffähigkeit vom Ringarzt überprüfen. Dieser gab grünes Licht. In den letzten beiden Runden landete Gamburyan immer wieder Takedowns gefolgt von Ground and Pound. Die Punktrichter werteten den Kampf am Ende einstimmig für Gamburyan.

Cody Donovan ging mit Ovince St. Preux zügig in den Clinch, von wo aus er am Käfig mit Schlägen arbeitete. Donovan brachte den Kampf dann auf die Matte, landete jedoch selbst auf dem Rücken. Hier feuerte St. Preux einige harte Schläge aus der Guard ab, die ihr Ziel nicht verfehlten und Donovan ins Land der Träume schickten, woraufhin der Ringrichter den Kampf abbrach.

James Vick sollte bereits vor einem Jahr sein UFC-Debüt feiern, musste aber aufgrund von Verletzungen für einige Zeit pausieren. Das Warten hat sich jedoch gelohnt. Im ersten Kampf des Abends traf Vick auf Ramsey Nijem, den er ohne große Probleme besiegte. Nijem sicherte sich einen Takedown, doch Vick kam schnell wieder auf die Beine und setzte beim Aufstehen einen Guillotine Choke an. Der Würgegriff saß bereits im Stand, doch Vick zog seinen Gegner zu Boden und den Griff damit noch etwas fester, sodass diesem nach nicht einmal einer Minute keine Wahl blieb, als abzuklopfen.

Die Ergebnisse der Veranstaltung im Überblick:

UFC Fight Night 26
17. August 2013
TD Garden in Boston, Massachusetts, USA

Chael Sonnen bes. Mauricio Rua via Guillotine Choke nach 4:47 in Rd. 1
Travis Browne bes. Alistair Overeem via K.o. (Schläge) nach 4:08 in Rd. 1
Urijah Faber bes. Yuri Alcantara einstimmig nach Punkten (30:26, 30:26, 30:27)
Matt Brown bes. Mike Pyle via K.o. (Schläge) nach 0:29 in Rd. 1
John Howard bes. Uriah Hall geteilt nach Punkten (30:27, 28:29, 29:28)
Michael Johnson bes. Joe Lauzon einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:25)

Vorprogramm
Michael McDonald bes. Brad Pickett via Triangle Choke nach 3:44 in Rd. 2
Conor McGregor bes. Max Holloway einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:26)
Steven Siler bes. Mike Brown via K.o. (Schläge) nach 0:50 in Rd. 1
Diego Brandao bes. Daniel Pineda einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Manny Gamburyan bes. Cole Miller einstimmig nach Punkten (30:27, 29:28, 29:28)
Ovince St. Preux bes. Cody Donovan via K.o. (Schläge) nach 2:07 in Rd. 1
James Vick bes. Ramsey Nijem via Guillotine Choke nach 0:58 in Rd. 1