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Silva erleidet Beinbruch, Rousey siegt durch Armbar

Die UFC beendete eines ihrer erfolgreichsten Jahre mit einem Knall. Leider war es das Geräusch eines peitschenden Beinbruchs. Anderson Silva erlitt einen Bruch des linken Schienbeins in Runde zwei. Im Kampf zuvor konnte Ronda Rousey ihren Titel erneut via Armbar verteidigen. Wir blicken für euch auf die Ergebnisse von UFC 168.

UFC-Titelkampf im Mittelgewicht
Chris Weidman (c) vs. Anderson Silva
Weidman zeigte keinen Respekt, machte von Anfang an Druck und brachte Silva früh auf die Matte. Nach einem Double-Leg-Takedown hagelte hartes Ground and Pound auf Silva. Der Brasilianer schien kurzweilig angeklingelt, klammerte jedoch geschickt und überstand die Runde.

Im zweiten Durchgang suchte Silva das Ziel mit schnellen Händen und Kicks, traf jedoch selten seinen Gegner. Er versuchte es mit Leg Kicks, doch Weidman blockte einen Kick, den Silva voll durchzog und plötzlich mit schmerzverzerrtem Gesicht zusammenbrach. Beim Aufprall brach das Schienbein des Brasilianers, der noch im Käfig einen Gipsverband bekam.
Chris Weidman (c) bes. Anderson Silva via T.K.o. (Beinbruch) nach 1:16 in Rd. 2

UFC-Titelkampf im Bantamgewicht der Frauen
Ronda Rousey (c) vs. Miesha Tate
Was für ein Kampf. Tate zeigte von Beginn an, dass sie keine Angst hatte, mit Rousey auf die Matte zu gehen. Dabei verblüffte Tates Strategie, die immer wieder den Clinch initiierte, obwohl sie vor allem mit der Linken gute Treffer setzte. Rousey versuchte es immer wieder, konnte Tate aber nicht in der ersten Runde zur Aufgabe bringen und ging zum ersten Mal in ihrer Karriere in den zweiten Durchgang. Dort dominierte sie Tate mit Judo-Würfen, Submission-Versuchen und Ground and Pound auf dem Boden. Tate blieb nichts anderes übrig, als ums Überleben zu kämpfen.

Fast hätte Rousey ihren berüchtigten Armbar bekommen, aber Tate konnte sich noch einmal in die dritte Runde retten. Dort beendete Rousey dann den Kampf. Sie ging sofort aggressiv auf Tate zu, drückte sie gegen den Käfig und warf sie zu Boden. Dort konnte sie sich den linken Arm Tates schnappen und Tate blieb nichts anderes übrig, als abzuklopfen.
Ronda Rousey bes. Miesha Tate via Armbar nach 0:58 in Rd. 3


Josh Barnett vs. Travis Browne
Barnett suchte sofort den Clinch, musste aber Hände von Browne einstecken. Barnett ging auf die Beine und musste beim Takedown-Versuch erst ein Knie einstecken, bevor er, Brownes Hüfte umklammert, diesen an den Käfig drücken konnte. Von dort ließ Browne harte Ellenbogen auf Barnetts Ohr regnen, die den früheren UFC-Champion nach einer Minute ausknockten.
Travis Browne bes. Josh Barnett via K.o. (Ellenbogen) nach 1:00 in Rd. 1

Jim Miller vs. Fabrício Camoes
Camoes begann mit schönen Aktionen im Stand und traf mit einem Haken bevor er sich an Tritten zum Kopf versuchte. Miller fing einen davon ab und rang Camoes zu Boden. Der Brasilianer konnte sich befreien, kam hoch und warf wiederum Miller auf die Matte. Camoes landete in Millers Guard, der zur Rubber Guard wechselte und von dort den Arm Camoes mit einem Hebel attackierte. Nachdem sich Camoes anfangs nichts anmerken ließ, zog Miller noch einmal an und brachte Camoes noch in der ersten Runde zur Aufgabe.
Jim Miller bes. Fabrício Camoes via Armbar nach 3:42 in Rd. 1

Dustin Poirier vs. Diego Brandao
Es wurde der erwartete Schlagabtausch. Brandao und Poirier legten los wie die Feuerwehr und lieferten sich einen intensiven Standkampf. Brandao setzte die erste Duftmarke mit einem Niederschlag, von dem Poirier wahrscheinlich mehr verdutzt denn verletzt war. Poirier rappelte sich wieder auf und nahm gegen Mitte der Runde das Heft in die Hand, nachdem er nach zwei Takedown Brandaos sofort wieder aufstehen konnte. Er bearbeitete Brandaos Beine und Torso und stellte den Brasilianer am Käfig.

Dort ließ er weitere harte Körpertreffer folgen bevor er Brandao zu Boden warf, als dieser kurz auf die Uhr blickte. Poirier ließ Brandao wieder aufstehen und schickte ihn dann erneut zu Boden, dieses Mal mit den Fäusten. Poirier setzte mit Ground and Pound nach, bis Mario Yamasaki den Kampf sechs Sekunden vor Ende der ersten Runde abbrechen musste.
Dustin Poirier bes. Diego Brandao via T.K.o. (Schläge) nach 4:54 in Rd. 1

Chris Leben vs. Uriah Hall
Hall begann sofort mit einem Kniestoß, der Leben zwei Meter nach hinten warf. Aber Leben kam wieder auf die Beine und verfolgte Hall für den Rest der Runde. Leben versuchte vergebens, die Distanz zu verkürzen und konnte immerhin mit Leg Kicks punkten. Dafür wurde er aber vom am Käfig entlang tänzelnden Uriah Hall nach Strich und Faden ausgepunktet und kurz vor Ende der Runde noch mit einer Rechten zu Boden geschickt. Nur die Sirene rettete Leben, der anschließend in der Rundenpause aufgab, nachdem er zuerst seine Betreuer fragte, ob er K.o. gegangen sei.
Uriah Hall bes. Chris Leben via T.K.o. (Aufgabe) nach 5:00 in Rd. 1

Gleison Tibau vs. Michael Johnson
Ein unterhaltsames Duell im Leichtgewicht lieferten Michael Johnson und Gleison Tibau. Beide schenkten sich nichts und bearbeiteten sich von Beginn an mit Tritten und Schlägen. Tibau setzte mit einem High Kick die ersten Akzente, musste aber ebenfalls harte Hände einstecken und wurde mit einem kurzen Haken durchgerüttelt. So eng die erste Runde endete, so deutlich wurde es in der zweiten. Johnson bewegte sich besser und ließ sich von Tibau verfolgen, bevor dieser einen rechten Haken fliegen ließ. Johnson antwortete mit einer harten Linken aufs Ohr und beendete den Kampf nach 92 Sekunden in der zweiten Runde.
Michael Johnson bes. Gleison Tibau via K.o. (Schlag) nach 1:32 in Rd. 2

Dennis Siver vs. Manvel Gamburyan
Dennis Siver kam gut in den Kampf, landete mehrere Tritte und den ersten Takedown des Kampfs. In der Folge konnte der Mannheimer immer wieder die Beine Gamburyans bearbeiten, der im Stand eine ordentliche Figur machte und selbst mit harten Händen und dem Spinning Back Kick Eindruck schinden konnte. Siver versuchte immer wieder mit verschiedensten Tritttechniken und seiner Linken durchzukommen, rüttelte Gamburyan in der zweiten Runde auch einmal durch, konnte seinen Gegner jedoch nicht stoppen.

Schlussendlich waren die Takedowns das Zünglein an der Waage.Gamburyan sicherte sich wichtige Takedowns in der zweiten Runde und Siver kontrollierte Gamburyan nahezu die komplette dritte Runde nach einem Wurf auf der Matte, die ihm den Punktentscheid einbrachte. Eine genauere Kampfbeschreibung findet ihr hier
Dennis Siver bes. Manvel Gamburyan einstimmig nach Punkten (29-28, 29-28, 29-28)

John Howard vs. Siyar Bahadurzada
Bahadurzada erwischte einen guten Start in den Kampf, gab aber nach und nach das Heft aus der Hand und überließ Howard die Initiative, der sich überraschend an zahlreichen Takedowns versuchte, die Bahadurzada größtenteils abwehren konnte. Nach einer zumeist im Stand geführten ersten Runde versteifte sich Howard mehr und mehr auf Takedowns und kontrollierte Bahadurzada zusehends auf der Matte. In der zweiten Runde konnte Howard seinen Gegner sogar auf die Schultern nehmen und am anderen Ende des Käfigs mit einem krachenden Slam auf die Matte werfen.

Der Niederländer hatte sich auf einen Standkampf vorbereitet, ließ erwartungsgemäß die Fäuste fliegen und beantwortete die meisten Treffer Howards mit eigenen Händen. Leider verließ Bahadurzada früh die Kondition, so dass er in der letzten Runde nur noch wenige Offensivaktionen anbringen konnte, während Howard mit Takedowns und Ground and Pound den Punktsieg unter Dach und Fach brachte.
John Howard bes. Siyar Bahadurzada einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)

William Macario vs. Bobby Voelker
Eine sehr blutige Auseinandersetzung sahen die Fans im zweiten Kampf des Abends. Macario zerlegte Voelker drei Runden lang mit harten Händen, Ellenbogen im Clinch, Leg Kicks und Takedowns und öffnete im Verlauf der Runden gleich mehrere Platzwunden bei Voelker. Der Amerikaner hielt zwar durch, wurde "Patolino" jedoch zu keinem Zeitpunkt wirklich gefährlich. Macario zeigte sich ordentlich verbessert und gewann einen deutlichen Punktentscheid.
William "Patolino" Macario bes. Bobby Voelker einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)

Robbie Peralta vs. Estevan Payan
Als Favorit in die Begegnung gegangen, musste Peralte mitansehen, wie ihm Payan die Butter vom Brot nahm und im Stand nach und nach zwei Runden lang auspunktete, während Peralta mit wilden Schwingern den K.o. suchte. In der letzten Pause musste sich "Problems" anhören, dass er ein Finish zum Sieg bräuchte und die Worte zeigten Wirkung. Peralta kam aggressiv aus der Ecke, traf mit einer harten Linken zum Kinn und ging mit weiteren Schlägen hinterher. Payan musste im Rückwärtstaumeln weitere Treffer einstecken, bevor Ringrichter Yves Lavigne den Kampf abbrach.
Robbie Peralta bes. Estevan Payan via K.o. (Schläge) nach 0:12 in Rd. 3

Die Ergebnisse von UFC 168 im Überblick:

UFC 168: Weidman vs. Silva II
Samstag, 28. Dezember 2013 
MGM Grand Garden Arena in Las Vegas, Nevada, USA


UFC-Titelkampf im Mittelgewicht
Chris Weidman (c) bes. Anderson Silva via T.K.o. (Beinbruch) nach 1:16 in Rd. 2

UFC-Titelkampf im Bantamgewicht der Frauen
Ronda Rousey (c) bes. Miesha Tate via Armbar nach 0:58 in Rd. 3

Travis Browne bes. Josh Barnett via T.K.o. (Ellenbogen) nach 1:00 in Rd. 1
Jim Miller bes. Fabrício Camoes via Armbar nach 3:42 in Rd. 1
Dustin Poirier bes. Diego Brandao via T.K.o. (Schläge) nach 4:54 in Rd. 1

Vorkämpfe
Uriah Hall bes. Chris Leben via T.K.o. (Aufgabe) nach 5:00 in Rd. 1
Michael Johnson bes. Gleison Tibau via K.o. (Schlag) nach 1:32 in Rd. 2
Dennis Siver bes. Manvel Gamburyan einstimmig nach Punkten (29-28, 29-28, 29-28)
John Howard bes. Siyar Bahadurzada einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)
William Macario bes. Bobby Voelker einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)
Robbie Peralta bes. Estevan Payan via K.o. (Schläge) nach 0:12 in Rd. 3