Allgemein

Shields und Kim verderben die Stimmung

Jake Shields besiegte Demian Maia im Hauptkampf (Foto: Tobias Bunnenberg/GroundandPound.de)

Eine durchwachsene Veranstaltung liegt hinter der UFC. In Barueri konnte der Großteil der Brasilianer seine Kämpfe gewinnen, allerdings ging es dabei oft enger zu, als erwartet. Mit Demian Maia und Erick Silva verloren gleich zwei brasilianische Zugpferde ihre Kämpfe.

Demian Maia vs. Jake Shields
Bereits früh entwickelte sich der Hauptkampf zum erwarteten Duell der Bodenspezialisten. Nachdem Maia in der ersten Runde noch mit Takedowns überzeugen konnte, war es in den beiden anschließenden Runden Shields, der Maia auf den Rücken warf und aus der Half Guard arbeitete, ohne jedoch großen Schaden anzurichten. Das Duell American gegen Brazilian Jiu-Jitsu spielte sich auf Augenhöhe ab, da Shields es perfekt verstand, Maias Angriffe zu neutralisieren und den Standkampf zu vermeiden, in dem Maia Vorteile hatte.

Mit bereits zwei abgegebenen Runden wurde Maia in der vierten wieder aktiver und versuchte, Akzente im Stand zu setzen. Shields suchte den Clinch und den Takedown, aber es war Maia, der in der Oberlage landen konnte. Bevor Maia jedoch attackieren konnte, wurden die beiden wieder aufgestellt. In der letzten Runde konnte Demian Maia schließlich noch vereinzelte Treffer landen, während sich Shields erneut darauf verließ, den Brasilianer gegen den Käfig zu drücken und auf den Takedown zu hoffen, den Maia bis zum Schluss abwehren konnte. Die Punktrichter konnten sich anschließend nicht einigen, jedoch sprachen zwei dem Amerikaner den Sieg zu.
Jake Shields bes. Demian Maia geteilt nach Punkten (48-47, 47-48, 48-47)

Erick Silva vs. Dong Hyun Kim
Kim und Silva lieferten dem Publikum ein rasantes Duell, in dem der Koreaner die bessere Figur machte. Von Beginn an setzte er Silva aggressiv unter Druck und versuchte, ihn am Käfig zu Boden zu bringen. Silva antwortete mit Kniestößen aus dem Clinch. Kim konnte Mitte der Runde Silva zu Boden stoßen, ging hinterher und kam über den Rücken in die Mount. Von dort gab es einen Kampf um Positionen bis zum Ende der Runde.

Im zweiten Durchgang sah Kim dann müde aus, was der Brasilianer zu schönen Aktionen im Stand nutzen konnte. Erneut musste Silva dem Käfig entgehen, da Kim wieder auf den Takedown aus war. Beide versuchten in der Folge, mit Schwingern zum Erfolg zu gelangen. Nach drei Minuten stellte Kim seinen Gegner. Silva antwortete mit einem linken Haken, der Kim verfehlte. Gleichzeitig hatte jedoch auch der Koreaner eine Bombe abgefeuert, die perfekt saß und Silva K.o. schlug. Das Nachsetzen Kims war gar nicht mehr nötig, Silva war weg.
Dong Hyun Kim bes. Erick Silva via K.o. (Schlag) nach 3:01 in Rd. 2

Thiago Silva vs. Matt Hamill
Was ist bloß aus der einstigen Takedown-Maschine Matt Hamill geworden. Der Matt Hamill, der gegen Thiago Silva in den Käfig stieg, schien nur noch ein Schatten seiner selbst zu sein und verließ sich überraschenderweise drei Runden lang auf seine Hände. Zwar konnte Hamill einzelne Treffer landen, vor allem der Leberhaken funktionierte gut, aber Silva konnte jeden Takedown von Hamill stoppen und den Ringer immer wieder von außen bearbeiten. Dabei wurden die Leg Kicks zum vorderen Bein zum Erfolgsrezept des Brasilianers, der außer Form wirkte und nach schwachem Beginn besser in den Kampf fand.

In der zweiten Runde landete Silva eine Links-Rechts-Kombination, die Hamill kurzzeitig zu Boden schickte, aber Silva machte den Sack nicht zu, sondern verließ sich weiter auf seine Taktik. Hamill konnte sich in der dritten Runde kaum noch auf den lädierten Beinen halten und musste Treffer nach Treffer einstecken, sodass der Ringrichter kurz davor war, den Kampf wegen der Leg Kicks abzubrechen, aber Hamill hielt irgendwie bis zum Ende durch. Die Punktentscheidung ging folglich hochverdient an Thiago Silva.
Thiago Silva bes. Matt Hamill einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 29-28)

Fabio Maldonado vs. Joey Beltran
Beltran begann aggressiver und arbeitete die komplette erste Runde mit Dirty Boxing aus der Nahdistanz am Käfig. Maldonado musste nicht viel einstecken, konnte aber auch selbst keine Treffer landen. In der zweiten Runde zeigte Maldonado dann seinen Technik-Vorteil. Mit mehr Fußarbeit und dem Jab konnte Maldonado den Clinch am Käfig meiden und Beltran zusetzen. Maldonado, unbeeindruckt von Beltrans Schlaghärte, lud seinen Gegner mit Gesten, vorgestrecktem Kinn und hängenden Armen zu weiterem Clinchen ein und bestrafte diese Ambitionen sofort durch weitere Jabs.

In der finalen Runde war es erneut Maldonado der besser in den Kampf fand und seinen Jab gekonnt einsetzte. Gegen Mitte der Runde verfiel der Brasilianer jedoch wieder in alte Muster und ließ sich an den Clinch drängen und musste sogar einen Takedown einstecken, der Beltran jedoch nichts einbrachte. Am Ende waren es die zahlreichen Körpertreffer der dritten Runde, die Maldonado einen hauchdünnen Vorsprung und damit den Punktsieg sicherten.
Fabio Maldonado bes. Joey Beltran geteilt nach Punkten (29-28, 28-29, 29-28)

Mike Pierce vs. Rousimar Palhares
Kaum begonnen, war das Weltergewichts-Debüt von Palhares bereits vorbei. Pierce begann mit einem Takedown und "Toquinho" ging direkt auf das linke Bein von Pierce. Dieser konnte den ersten Leg Lock noch abwehren, musste aber wenige Sekunden später im zweiten aufgeben. Palhares hielt die Submission erneut länger als nötig.
Rousimar Palhares bes. Mike Pierce via Leg Lock nach 0:31 in Rd. 1

TJ Dillashaw vs. Raphael Assuncao
Den Kampf des Abends bekamen die Fans gleich zu Beginn des Hauptprogramms zu sehen. TJ Dillashaw und Raphael Assuncao zeigten drei Runden lang, was MMA ausmacht und lieferten sich ein temporeiches Duell gespickt mit Takedowns, Submission-Versuchen und schönen Treffern. Assuncao zeigte dabei seine Fähigkeiten im Stand und konterte die Angriffsbemühungen Dillashaws mit Haken, Leg Kicks und Jabs, während Dillashaw immer bemüht war, seinen brasilianischen Gegner zu stellen und mit vielen High Kicks arbeitete.

Dillashaw konnte sich bereits in der ersten Runde im Stand den Rücken von Assuncao sichern und arbeitete aus der Back Mount erst an einem Neck Crank, wechselte dann die Hand und versuchte einen Rear-Naked Choke durchzubringen. In Runde Zwei war es dann Assuncao, der dem Finish näher war. Harte Hände und eine enge Guillotine hätten hier das Ende für Dillashaw sein können. In der dritten Runde ging das Tempo der Bantamgewichte naturgemäß zurück. In einer engen Runde war Dillashaw der aggressivere Kämpfer, die Punktrichter werteten die Treffer von Assuncao als wertvoller und sprachen dem Lokalmatador den Punktsieg zu.
Raphael Assuncao bes. T.J. Dillashaw geteilt nach Punkten (29-28, 28-29, 29-28)

Iuri Alcantara vs. Igor Araujo
Der Wahl-Schweizer Araujo feierte ein erfolgreiches Octagon-Debüt gegen Iuri Alcantara. Nachdem Araujo in der ersten Runde meist erfolglos den Takedown suchte und einem sehr engen Ninja Choke von Alcantara entgehen konnte, nahm er anschließend das Heft in die Hand und bestimmte den Bodenkampf gegen den enttäuschenden Alcantara. Mit jeder fortschreitenden Minute sah Araujo besser aus, landete hier und da auch Treffer im Stand und arbeitete sich auf der Matte durch Positionen und Submission-Versuche. Alcantara konnte in einem langsamen Kampf wenig Akzente setzen und verlor auch zurecht nach Punkten.
Igor Araujo bes. Iuri Alcantara einstimmig nach Punkten (29-28, 29-28, 29-28)

Yan Cabral vs. David Mitchell
Wie erwartet wurde der Kampf zwischen David Mitchell und Yan Cabral zu einem Grappling-Duell. Cabral zeigte dabei das deutlich bessere Jiu-Jitsu und dominierte Mitchell in allen drei Runden auf der Matte. Der Brasilianer wechselte die Positionen nach Belieben, konnte Mitchell jedoch nicht zur Aufgabe bringen, egal wie oft er es versuchte. Nachdem Mitchell in der ersten Runde überhaupt keine Offensivaktion zeigen konnte, rüttelte ihn eine harte Rechte von Cabral zu Beginn der zweiten Runde wach. Eigene Submission-Versuche wurden von Cabral jedoch sofort unterbunden, sodass die Punktrichter eine leichte Aufgabe hatten.
Yan Cabral bes. David Mitchell einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)

Chris Cariaso vs. Illiarde Santos
Die einzigen Fliegengewichte begannen mit Leg Kicks. Santos konnte den ersten Takedown landen und auf den Rücken von Cariaso kommen. Dieser konnte sich befreien und den Kampf wieder in den Stand bringen, wo er jedoch am Käfig gestellt mehrere Treffer einstecken musste. In der zweiten Runde fand Cariaso seine Distanz und begann, Santos mit schweren Treffern einzudecken. Der Amerikaner traf mit Kombinationen und Santos kam immer mehr ins Schlingern und zog sich an den Käfig zurück. Dort traf Cariaso mit mehreren harten Rechten, Santos nahm seinen Kopf runter, konnte den Schlägen aber nicht entkommen, sodass der Ringrichter einschritt.
Chris Cariaso bes. Illiarde Santos via T.K.o. (Schläge) nach 4:31 in Rd. 2

Allan Patrick vs. Garrett Whiteley
Im Debütantenball der Veranstaltung konnte sich Allan Patrick durch technischen K.o. durchsetzen. Der Grappler bereitete mit langen Händen seine Takedowns vor, während Whiteley mit dem Jab arbeitete. Ein Uppercut von Whiteley wurde diesem zum Verhängnis, da er beim Abtauchen von einer Linken getroffen zu Boden ging. Patrick setzte mit schnellen Hammerfists und Schlägen nach und der Ringrichter beendete den Kampf.
Allan Patrick bes. Garrett Whiteley via T.K.o. (Schläge) nach 3:54 in Rd. 1

Die Ergebnisse im Überblick:

UFC Fight Night 29
9. Oktober 2013 
Barueri, Brasilien


Jake Shields bes. Demian Maia geteilt nach Punkten (48-47, 47-48, 48-47)
Dong Hyun Kim bes. Erick Silva via K.o. (Schlag) nach 3:01 in Rd. 2
Thiago Silva bes. Matt Hamill einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 29-28)
Fabio Maldonado bes. Joey Beltran geteilt nach Punkten (29-28, 28-29, 29-28)
Rousimar Palhares bes. Mike Pierce via Ankle Lock nach 0:31 in Rd. 1
Raphael Assuncao bes. T.J. Dillashaw geteilt nach Punkten (29-28, 28-29, 29-28)

Igor Araujo bes. Iuri Alcantara einstimmig nach Punkten (29-28, 29-28, 29-28)
Yan Cabral bes. David Mitchell einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)
Chris Cariaso bes. Illiarde Santos via T.K.o. (Schläge) nach 4:31 in Rd. 2
Allan Patrick bes. Garett Whiteley via T.K.o. (Schläge) nach 3:54 in Rd. 1