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Sengoku 14 Ergebnisse

Poster via World Victory Road

Sengoku Mittelgewichtschampion Jorge Santiago und sein Herausforderer Kazuo Misaki lieferten sich heute bei Sengoku Raiden Championships 14 einen der besten Kämpfe des Jahres, der ihr erstes Duell vom Januar 2009 an Spannung und Dramatik noch um Längen überbot.

Santiago verschlief die erste Runde, was Misaki zu zwei Takedowns nutzte, denen er jedoch keine nennenswerte Offensive folgen lassen konnte. Im zweiten Durchgang verleitete Misaki Santiago mit Kicks zum Körper zu einem ungestümen Angriffssturm, den er beendete, indem er aus dem Stand in den Guillotine Choke sprang. Mühevoll befreite sich Santiago, ehe er zu einem Fußhebel abtauchte.

Den ersten großen Erfolg hatte Santiago in Runde drei mit einem schönen Tritt zum Kopf und einer rechten Geraden, die Misaki von den Beinen holte. Die nachfolgenden Schläge setzten Misaki schwer zu, doch Santiago unterbrach seinen Schlaghagel, um einen Heel Hook anzusetzen, den Misaki abwehren konnte. Misaki entkam kurzzeitig zurück in den Stand, wurde aber prompt wieder auf den Boden geworfen.

In der vierten Runde fand Misaki schnell wieder in den Kampf. Er schlug Santiago mit einer Links-Rechts-Kombination nieder und versuchte, den Sack mit Ground and Pound zuzumachen. Santiago drehte ihm den Rücken zu, doch der Rear Naked Choke wollte nicht gelingen. Aus der North-South-Position arbeitete Misaki mit Kniestößen zu Santiagos Kopf. Misaki wollte wieder den Guillotine Choke ansetzen, aber Santiago ließ das nicht zu. Weiteren Kniestößen entkam Santiago, indem er sich unter den Seilen aus dem Ring rollte. Dafür bekam er vom Ringrichter die rote Karte gezeigt, was einen Punktabzug und 10% Abzug seiner Kampfbörse bedeutet. Santiago reagierte darauf, indem er Misaki kurz vor Schluss mit einem Schwinger auf die Bretter schickte.

Nach Punkten vermutlich in Rückstand liegend, ging Santiago aggressiv in die letzte Runde. Er landete mehrere Treffer und ließ Misaki wieder auf den Boden krachen. Nahe an den Ringseilen nahm Santiago die Mountposition ein und wollte den Arm Triangle Choke ansetzen, mit dem er Misaki bereits in ihrem ersten Kampf in der fünften Runde zur Aufgabe zwang. Nach diesem Versuch wurde er von Misaki in die Guard gesweept. Santiago konterte mit einem Kimura-Sweep, der es ihm zudem ermöglichte, auf Misakis Rücken zu klettern. Misaki drehte sich und gab wieder die Mountposition frei. Santiago ließ Hammerschläge auf Misaki herabprasseln, während der sich auf den Bauch drehte. Weitere Schläge landeten im Ziel und Misakis Ecke warf 30 Sekunden vor dem offiziellen Kampfende das Handtuch.

„Ich habe gezeigt, was einen Champion ausmacht“, sagte Jorge Santiago nach seinem überwältigenden Sieg, der seine Kampfbilanz bei Sengoku auf stattliche 7-1 anwachsen ließ.

Der 22. August war ein rabenschwarzer Tag für die japanischen PRIDE-Veteranen, denn vor Misaki verlor auch Publikumsliebling Akihiro Gono seinen Kampf. Bei seinem Debüt im Leichtgewicht unterlag Gono dem Karateka Jadamba Narantungalag aus der Mongolei, der bis dato erst vier Profikämpfe bestritten hatte, nach Punkten. Gono hatte im Stand bei fast jedem Schlagabtausch das Nachsehen. Narantungalag griff mit Kniestößen und Kicks an und fing seinerseits einige Kicks von Gono ab, was er mehrfach nutzte, um ihn auf den Boden zu befördern. Die Punktrichter belohnten Narantungalags souveränen Auftritt verdient mit dem einstimmigen Punktsieg.

Hatsu Hioki, eines der besten Federgewichte Japans, machte kurzen Prozess mit dem englischen Judo-Schwarzgurt Jeff Lawson. Lawson erkämpfte zwar 13 seiner 14 Siege durch Aufgabe, aber Hioki zeigte den gewaltigen Klassenunterschied zwischen ihm und Lawsons Kontrahenten in Europa deutlich auf. Nach einem Bodylock-Takedown landete Hioki in der Side Control, aus der er schnell in die Mounposition überging. Hioki deutete einen Armhebel an und Lawson drehte sich, woraufhin Hioki zum Triangle Choke wechselte. Lawson versuchte erst gar nicht mehr, sich zu befreien und gab auf. Hioki darf sich nun auf einen Titelkampf gegen den zum KO-Monster mutierten Sengoku Champion Marlon Sandro „freuen“.

Ein sehr kurioses Ende nahm der Leichtgewichtskampf zwischen Sotaro Yamada und dem Brasilianer Leonardo Santos, einem Mitglied von Nova Uniao. Nach einem Lowkick und einem Kniestoß in die Weichteile bekam Yamada eine rote Karte gezeigt. Santos bestrafte ihn mit einem Tritt zum Kopf, nur um abermals einen Kniestoß in den Unterleib einstecken zu müssen. Die zweite rote Karte für Yamada. Santos klingelte ihn mit einer Rechten an, kurze Zeit später flüchtete sich Yamada in den Clinch. Aus dieser Position folgte sein dritter Kniestoß in Santos‘ Weichteile. Dies hatte die rote Karte und somit seine Disqualifikation zur Folge.

Ein große Portion Genugtuung verschaffte dem Schweizer Yasubey Enomoto sein dominanter Sieg im Weltergewicht Grand Prix über Kenta Takagi. Takagi schwang vor dem Kampf große Reden – z.B. dass er Enomoto innerhalb einer Minute ins Krankenhaus schicken würde – konnte dann aber seinen Worten keine Taten folgen lassen.

Enomoto setzte seinem großmäuligen Gegner in der ersten Runde zunächst mit harten Kicks zum Körper zu. Er wehrte ein Takedown ab und rüttelte Takagi mit seiner Rechten durch. Der konterte mit einer guten Schlagkombination, wurde aber von einer Linken niedergeschlagen. Enomoto versuchte, den Kampf mit Schlägen und einem Stomp zu beenden, doch Takagi hielt durch bis zur Pause.

Enomoto eröffnete Runde zwei mit einem weiteren Tritt zum Körper. Takagi ging mit einer Spinning-Back-Fist in die Offensive, aber Enomoto fing ihn im Bulldog Choke ab. Enomoto zog Takagi nach unten und zwang ihn schnell zur Aufgabe. Nach seinem TKO-Erfolg über den Veteranen Sanae Kikuta im Juni war dies bereits Enomotos zweiter Sieg bei den Sengoku Raiden Championships.

Ebenfalls im Weltergewicht Grand Prix eine Runde weiter ist Taisuke Okuno, der sich überraschend gegen Nick Thompson durchsetzte. Okuno rüttelte Thompson bereits in der ersten Runde mit seiner Rechten durch, aber der US-Veteran fand im zweiten Durchgang in den Kampf zurück und dominierte Okuno auf der Matte. Zum Start von Runde drei schlug Okuno Thompson mit seiner Rechten nieder und setzte mit unzähligen Hammerschlägen nach. Thompson kämpfte sich auf die Beine zurück, nur um von einem linken Haken erneut gefällt zu werden.

Das 20 asiatische Kämpfer umfassende Teilnehmerfeld wurde bei Sengoku 14 weiter ausgedünnt. Shintaro Ishiwatari, Shoko Sato, Wataru Takahashi und Jae Hyun So sind alle eine Runde weiter.

Alle Ergebnisse im Überblick:

Sengoku Raiden Championships 14
22. August 2010
Ryogoku Kokugikan in Tokio, Japan


Sengoku Mittelgewichtstitelkampf
Jorge Santiago (c) bes. Kazuo Misaki via TKO nach 4:31 in Rd.5

Jadamba Naratungalag bes. Akihiro Gono nach Punkten (einstimmig)
Hatsu Hioki bes. Jeff Lawson via Triangle Choke nach 2:09 in Rd. 1
Leonardo Santos bes. Sotaro Yamada via DQ nach 3:56 in Rd. 1

Weltergewicht Grand Prix 2010
Taisuke Okuno bes. Nick Thompson via KO nach 0:27 in Rd. 3
Yasubey Enomoto bes. Kenta Takagi via Bulldog Choke nach 0:53 in Rd. 2

Weltergewicht Grand Prix 2010 – Reservekampf
Takuya Sato bes. Motoki Miyazawa nach Punkten (einstimmig)

Bantamgewicht Grand Prix
Shintaro Ishiwatari bes. Kil Woo Lee via Guillotine Choke nach 2:20 in Rd. 1
Shoko Sato bes. Takuya Eizumi via TKO nach 1:38 in Rd. 2
Wataru Takahashi bes. Tatsuya So via Rear Naked Choke nach 4:34 in Rd. 2
Jae Hyun So bes. Hirokazu Nishimura nach Punkten (einstimmig)