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Sean Sherk tritt zurück

Sean Sherk (Foto: Zuffa LLC)

Die erste Reaktion auf diese Neuigkeit sah bei vielen Fans wie folgt aus: „Ist der nicht schon vor langem zurückgetreten?“ Sean Sherk hat seit dem 25. September 2010 nicht mehr in der UFC gekämpft. Doch erst gestern gab er offiziell seinen Rücktritt vom MMA-Sport bekannt. Gründe nannte der frühere UFC Leichtgewichtschampion nicht, doch anhand der vielen Verletzungen, die er in den vergangenen Jahren erlitten hatte, war vermutlich sein Gesundheitszustand dafür ausschlaggebend.

Erst im Mai hatte Sean Sherk in einem Interview mit MMA Weekly gesagt, er könne sich mit dem Ruhestand noch nicht abfinden und er wolle ein Comeback wagen. Vier Monate später hat der „Muscle Shark“ aus Minnesota anscheinend doch mit dem Thema „UFC“ abgeschlossen. Sherk verlässt den MMA-Sport im Alter von 40 Jahren mit einer Kampfbilanz von 36 Siegen, vier Niederlagen und einem Unentschieden.

Seinen ersten großen Auftritt in der UFC hatte Sherk am 25. April 2003. Bei UFC 42 forderte er Matt Hughes um den Weltergewichtstitel heraus, unterlag ihm jedoch einstimmig nach Punkten. Es war die erste Niederlage seiner Karriere, welche er mit einer Bilanz von 19-0-1 begonnen hatte.

Im November 2005 kehrte Sherk nach zwölf Siegen in Folge in die UFC zurück. Sein Comeback endete allerdings in einer T.K.o.-Niederlage gegen einen jungen Georges St. Pierre. Nach einem einstimmigen Punktsieg über Nick Diaz im April des folgenden Jahres durfte Sherk im Oktober 2006 um den vakanten Leichtgewichtstitel antreten. Er besiegte seinen Gegner Kenny Florian einstimmig nach Punkten und wurde der erste Leichtgewichtschampion seit 2002.

Dopingkontroverse wirft Schatten auf erfolgreiche Karriere

Im Juli 2007 verteidigte Sherk seinen Titel gegen Hermes Franca, doch danach begann für ihn eine kontroverse Zeit. Beim Dopingtest wurde ihm die Einnahme des Steroids Nandrolon nachgewiesen. Die staatliche Sportkommission von Kalifornien suspendierte ihn daraufhin für ein Jahr. Sherk beteuerte seine Unschuld und kämpfte gegen seine Verurteilung an; er bezog sich dabei auf Fehler, die das Labor bei den Tests begangen hatte. Am 4. Dezember 2007 feierte er einen Teilsieg: Die Sportkommission verkürzte seine Sperre auf ein halbes Jahr, was es ihm ermöglicht hätte, ab Januar 2008 wieder zu kämpfen.

Die UFC nahm Sherk nach dem positiven Dopingtest den Titel ab. Während Sherks Auszeit gewann BJ Penn den nun vakanten Gürtel. Im April 2008 durfte Sherk ihn herausfordern, aber er unterlag dem zweifachen Champion durch T.K.o.

Nach dem Titelverlust folgten für Sherk ein Punktsieg über Tyson Griffin, eine Punktniederlage gegen Frankie Edgar sowie in seinem letzten Kampf am 25. September 2010 ein Punktsieg gegen Evan Dunham. Sherk wollte im Herbst 2011 ins aktive Geschehen zurückkehren, doch diverse Verletzungen warfen ihn immer wieder zurück.

Im Laufe seiner elfjährigen Karriere hat Sherk nur in der UFC und nur gegen Champions verloren. Im Octagon gewann er acht von zwölf Kämpfen. Einmal wurde er Champion, dreimal gewann er die Auszeichnung für den „Kampf des Abends“.