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Schluss mit MMA?

Quinton Jackson will nach Ablauf seines UFC-Vertrags zum Boxen wechseln. Foto: espn.com.

Nachdem wir gestern über Badr Haris geplanten Wechsel zum Boxsport berichteten, verkündete nun auch MMA-Fighter und Ex-UFC-Champion Quinton „Rampage“ Jackson die Absicht, sich künftig im klassischen Faustkampf zu messen.

Der Hauptgrund dafür ist offenbar die Vielseitigkeit des MMA-Sports, die dem passionierten Standkämpfer Jackson nicht behagt:

„Ich hasse es, gegen Leute anzutreten, die Angst haben”, verriet er den Kollegen von ESPN. „Jemand der Angst hat ist unberechenbar und entzieht sich dem unter Umständen dem Kampf. […] Deshalb werde ich zum Boxen wechseln, denn dort müssen die Gegner mit mir stehen. Ob ich ausgeknockt werde ist mir egal, Hauptsache ich hatte vorher einen echten Fight.“

Laut Jackson plant er den Wechsel nach Ablauf seines derzeitigen UFC-Vertrages. Den hatte er im März vergangenen Jahres unterschrieben, drei Kämpfe müssen davon noch erfüllt werden. „Rampage“ gehört ohne Zweifel zu den populärsten Gesichtern im noch jungen MMA-Sport. Er ist nach eigener Aussage davon überzeugt, diese Popularität zum Boxen mitnehmen zu können:

„Ich habe im Training immer sehr viel geboxt und mich einfach in den Sport verliebt. Ich weiß, dass ich viele Zuschauer zu Veranstaltungen ziehen könnte.“

Jackson stand zuletzt am 24. September im UFC-Octagon und verlor einen Titelkampf gegen Halbschwergewichtschampion Jon Jones durch Submission in Runde vier. Zu den gefährlichsten Waffen des charismatischen Fighters gehören seine beiden Fäuste, auf die er sich seine gesamte Karriere über verlassen hat. Sein Stil ähnelte dabei in der Tat immer dem eines klassischen Boxers.

MMA-Boxen und klassisches Boxen sind jedoch zwei verschiedene Paar Schuhe. Hinzu kommt Jacksons unvorteilhafte Physis. Als MMA-Halbschwergewicht kämpft er aktuell bis 93 Kilo – im Profi-Boxen wäre er damit ein Schwergewicht, für die Gewichtsklasse aber zu klein und zu schwach. Für die nächstniedrige Division, das Cruisergewicht, existiert in den Vereinigten Staaten praktisch kein Markt, alle relevanten Champions und Talente duellieren sich fast ausschließlich in Europa.

Ob es sich bei den Äußerungen Rampages also nur um das geschäftstypische „Klappern“ handelt oder ob er den Schritt, im Alter von 33 Jahren noch in eine neue Sportart zu wechseln, tatsächlich wagen wird, bleibt abzusehen.