MMA Restliche Welt

Rückkehr in die UFC mit Ansage

Leandro „Buscape“ Silva

In unserer neuen Interview-Serie stehen Brasiliens MMA-Kämpfer – UFC-Stars, Nachwuchstalente, Veteranen und Legenden – unserem Brasilien-Korrespondent Tobias Bunnenberg Rede und Antwort.

In der UFC hat es für den 27 Jahre alten Leandro „Buscape“ Silva (Macaco Gold Team/Chute Boxe Diego Lima) bis jetzt noch nicht geklappt. Nach dem er es bei „TUF Brasil 2“ unter die letzten 28 Teilnehmer gebracht hatte, verlor er in der ersten Folge den Qualifikationskampf nach Punkten und verpasste damit den Einzug ins Haus. Die UFC gab ihm aber trotzdem eine weitere Chance, als bei UFC Fortaleza kurzfristig ein Ersatzgegner für Ildemar Alcantara gesucht wurde. Leider konnte der außerhalb der UFC noch ungeschlagene Busca auch diese Chance nicht nutzen und verlor erneut nach Punkten. Daraufhin entließ ihn die UFC. Im Gespräch mit Groundandpound.de spricht er über die Pläne für seine Rückkehr, seine Zeit nach „TUF“ und vieles mehr.

Groundandpound.de: Erzähl uns bitte kurz, wie du zum MMA-Sport gekommen bist.
Leandro Buscape: Ich habe als Jugendlicher viele Jahre in verschiedenen Klubs wie z.B. Corinthians und Portuguesa Fußball gespielt. Als es dort mit einer Karriere nichts wurde, habe ich mit 20 Jahren Jiu-Jitsu angefangen. Nach acht Monaten hatte ich bereits meinen Blaugurt und von dort ging es über etliche Jiu-Jitsu- und Submission-Wrestling-Turniere zum MMA-Sport, wo ich eine Kampbilanz von zwölf Siegen, einer Niederlage und einem Unentschieden habe. Mittlerweile bin ich Schwarzgurt und habe meine eigenen Studenten.

Was war die erste MMA-Veranstaltung, die du im TV gesehen hast?
Das wird zur PRIDE-Zeit gewesen sein. Der Grand Prix mit Shogun, mit Siegen gegen Nogueira und Ricardo Arona. Meine erste UFC, die ich gesehen habe, war Anderson vs. Rich Franklin 2.

Was bedeutet eigentlich dein Spitzname „Buscape“?
Den Spitznamen habe ich einem Jiu-Jitsu-Trainingspartner zu verdanken. Ich hatte meine Haare früher als Afro-Look getragen und in dem Film „City of God“ hat der Hauptdarsteller Buscape auch so eine Frisur gehabt. Seitdem werde ich so genannt.

Wie lief deine Entlassung aus der UFC ab?
Ich wusste bereits ca. zwei Wochen bevor ich die offizielle Entlassungs-Mail bekommen habe Bescheid, weil mein Foto von der UFC-Seite verschwunden war. Ich konnte also schon ahnen, was auf mich zukommt.

Was sind deine Pläne nach deiner Teilnahme bei TUF/der UFC. Bist du bereits in Kontakt mit anderen Veranstaltern?
Bereits drei Tage nach meiner Entlassung aus der UFC habe ich eine Einladung von Bitetti Combat bekommen. Es gab also nicht lange Zeit, den Kopf hängen zu lassen. Ich habe mich gleich ins Training gestürzt und mit dem Weightcut angefangen. Ich habe in einer Woche zehn Kilo abgenommen und konnte meinen Kampf in der Klasse bis 70 Kilo durch einen Würgegriff in der zweiten Runde gewinnen. Ziel ist es nun, den Bitetti-Combat-Titel in der Klasse bis 70 Kilo zu gewinnen. Von dort geht es dann hoffentlich weiter und zurück in die UFC.

Hast du etwas gelernt durch deine Kämpfe bei TUF/der UFC?
Ja, auf jeden Fall. In der UFC habe ich in der 77-Kilo-Klasse gekämpft. Mein Gegner Ildemar Alcantara hat am Tag nach den Wiegen 97 Kilo gewogen. Das sind 20 Kilo mehr als beim Wiegen. Auf dem Foto nach dem Kampf mit ihm zusammen, kann man mich fast gar nicht sehen, weil er das ganze Bild einnimmt. Ich wiege normalerweise 78-80 Kilo. Daher ist die richtige Klasse für mich 70 Kilo, und in dieser plane ich auch in Zukunft zu kämpfen.

Ist es eine gute Idee, kurzfristig Kämpfe anzunehmen?
Wenn die UFC mich heute anrufen würde, ob ich in der Klasse bis 77 Kilo kämpfen kann, dann würde ich das natürlich machen. Jeder will in der UFC kämpfen. Selbst wenn die UFC einen Kampf für mich bis 84 Kilo oder 93 Kilo hätte, würde ich diesen Kampf annehmen. Ideal ist das aber natürlich nicht.

Gibt es jemanden bestimmtes, gegen den du gerne kämpfen möchtest?
Es gibt keinen bestimmten Gegner, gegen den ich kämpfen möchte. Ich nehme jeden Kampf in meiner Gewichtsklasse an.

Hast du ein Idol oder ein Vorbild in der Welt des MMA-Sports?
Ja, da gibt es einige. Anderson Silva, Jon Jones und auch Georges St. Pierre und Jose Aldo.

Was war deine schwerste Verletzung?
Ich habe bis jetzt glücklicherweise noch keine schweren Verletzungen gehabt. Bei meinen letzten Kampf, der an einen Samstag stattfand, habe ich bereits am Montag wieder trainiert. Hoffe es bleibt so.

Was waren bis jetzt deine „härtesten“ Trainingspartner?
Im Jiu-Jitsu Demian Maia. Beim MMA-Sport wohl Flavio Alvaro und Marcos Babuino.

Wie sieht es neben dem Training mit deiner Freizeit aus? Bleibt da noch Zeit für Partys?
Nein, auf die Piste gehe ich nicht. Höchstens ins Kino und mal in ein Restaurant. Passt nicht zu meinen Lebensstil als Athlet. Ich gehe aber oft in die Kirche. Ich bin evangelisch.

Würdest du gerne mal außerhalb Brasiliens kämpfen?
Ja, auf jeden Fall. Ich hatte bereits eine Einladung von Legacy FC, aber dann wurde mir leider nicht das Visum in die USA erteilt. Würde sich in meiner Kampfbilanz sicherlich gut machen. Warum ich das Visum nicht bekommen habe, weiß ich bis heute nicht. Werde mich nun aber erneut drum kümmern, und vielleicht kommt dann ja schon die nächste Einladung für einen Kampf außerhalb von Brasilien.

Hast du noch eine Message an deine Fans?
Ich kann meinen Fans versprechen, dass ich wirklich hart trainiere und mir erst den Bitetti-Combat-Titel in der Klasse bis 70 Kilo holen werde, und danach auch in die UFC zurückkehren werde. Ein besonderen Gruß an die Fans in Deutschland und ich hoffe sehr, mal euer Land kennenzulernen. Es wäre toll, wenn ihr mal auf meiner Facebook-Fanpage vorbeigucken könntet. Außerdem möchte ich meinen Sponsoren Prime, Herbalife und IFX danken, die mir auch nach meiner Niederlage in der UFC treu geblieben sind. Vielleicht gibt es bereits nächste Woche ein paar gute Neuigkeiten, die ich verkündigen kann.