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Rory MacDonald: Vielleicht habe ich den Hunger nicht mehr!

Rory MacDonald (Foto: Florian Sädler/GNP1.de)

Eigentlich sollte es für Rory MacDonald nur eine Formsache werden, die erste Titelverteidigung im Weltergewicht von Bellator gegen Jon Fitch. Stattdessen lieferte ihm der Veteran nicht nur einen harten Kampf, in dem er in der letzten Runde sogar noch aufdrehte, sondern knöpfte MacDonald sogar ein Unentschieden ab. Im Anschluss zeigte sich der Kanadier sehr selbstkritisch.

„Es ist manchmal hart, den Abzug zu drücken“, sagte MacDonald noch im Käfig. „Ich habe den Killer-Instinkt nicht. Es ist schwer zu beschreiben. Man braucht einen gewissen Geist, da reinzugehen und einem Mann Schmerzen zuzufügen. Ich weiß gerade nicht, ob ich noch den gleichen Antrieb wie früher habe, anderen wehzutun.“

Eine Ankündigung eines nahen Karriereendes für den erst 29-Jährigen? Nicht wirklich, einfach nur eine ehrliche Auseinandersetzung mit sich selbst wenige Minuten nach einem harten Test. Später klang MacDonald zwar immer noch nachdenklich, aber blickte bereits kommenden Herausforderungen entgegen.

„Ich habe nur ausgedrückt, was ich in dem Moment gefühlt habe und was ich durchgemacht habe“, so MacDonald weiter. „Ich werde mich zurücklehnen, beten und sehen, was Gott für mich geplant hat. Ich habe geplant, die nächste Stufe zu erreichen und gegen Neiman Gracie anzutreten.“

Gracie ist der Halbfinalgegner für MacDonald, nachdem er seinem Viertelfinale im Dezember den Ringer Ed Ruth zum Abklopfen brachte. Nachfragen nach seiner körperlichen Verfassung wischte MacDonald vor dem Duell am 14. Juni bereits beiseite.

„Ich bin mir sicher, dass ich antreten werde. Ich habe nur einen kleinen Cut. Die Nähte sollten in einer Woche wieder draußen sein. Eine Woche später sollte ich wieder weitermachen können. Ich habe einen angeschwollenen Ellenbogen, aber das wird schnell verheilen.“

Für MacDonald geht es also direkt weiter. Auch Bellators Geschäftsführer Scott Coker geht davon aus, dass sein Champion im Juni wieder in den Käfig steigen wird und das Halbfinale gegen den BJJ-Experten antritt. Wie lange MacDonald darüber hinaus noch im Käfig stehen wird, das wissen derzeit wohl weder Coker noch der Kämpfer selbst.

„Ich denke, dass Gott für mein Leben noch ein anderes Kapitel vorgesehen hat“, so MacDonald weiter. „Ich glaube nicht, dass ich nur ein Kämpfer sein werde. Je weiter und näher zu Gott ich mich bewegt habe, desto mehr denke und fühle ich, dass er noch etwas für mich vorhat. Ich fühle, dass sich eine andere Tür für mich öffnet. Ich weiß aber nicht, was das sein wird.“