Grappling

Grappling – „Für mich ist das ein großes Ganzes!“

Fotos: Frank Burczynski und Szene Bilder

Das Exklusiv-Interview mit dem Berliner Grappling-Experten Frank Burczynski.

Frank Burczynski begann sein Kampfkunsttraining mit dem Ringen. Nach Training in anderen Systemen kam er 1990 durch Seminare mit Guro Dan Inosanto und Sifu Larry Hartsell zum Jeet Kune Do, zu den Filipinischen Kampfkünsten und zum Grappling. Seit 1995 unterrichtet Frank und schloss sich mit der J.A.B. JKD Akademie Berlin 1998 dem IMAG e.V. an. Frank gibt Seminare für Jeet Kune Do, Free Fight und Grappling (BJJ und Luta Livre) im In- und Ausland.

- Senior Full Instructor für Jeet Kune Do und JKD Grappling unter Sifu Larry Hartsell
- Instructor für JKD Concepts unter Sifu Udo Müller
- Repräsentant für Erik Paulsons Combat Submission Wrestling
- Lehrer der ELLO (European Luta Livre Organisation)
- Braungurt Luta Livre
- Braungurt Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) unter Pedro Duarte (BTT/Hilti BJJ)
- Technischer Direktor und Full Instructor der FFA (Free Fight Association)

Heute nimmt Burczynski auch noch an vielen Turnieren teil, seine größte Passion gilt aber vornehmlich, als Trainer für seine Schüler da zu sein.

GroundandPound: Hallo Frank, vorstellen muss man dich wohl nicht. Trotzdem: Wie würdest du dich in ein paar Sätzen beschreiben?

Frank Burczynski: Ich bin über die SV zum MMA und von da zum Grappling gekommen. Jede Form von Grappling. Für mich ist das ein großes Ganzes, das aus Einzelteilen wie Grappling im Gi (BJJ u.a.), Grappling ohne Gi (Luta Livre, Submission Wrestling), Grappling mit Schlagen Sport (MMA) und Grappling zur SV besteht. Dem Ganzen gehört zurzeit meine sportliche Liebe.

Auch in der abgelaufenen Saison seid ihr wieder ins Finale gekommen.
Doch auch diesmal hat es mit dem Gewinn nicht geklappt. Woran lag es?

Tja, gute Frage. Letztendlich sind wir knapp gescheitert. Viele kleine Sachen wie die Terminverschiebung, einige Leute aus der A-Mannschaft fehlten, wenig Training nach dem Regelwerk usw. Letztendlich haben wir es nicht hinbekommen, uns richtig für diese Art des Regelwerks und des Wettkampfes einzusetzen. Leider weicht das Regelwerk doch in einigen Punkten entscheidend von unseren sonstigen Wettkämpfen ab, da hätten wir viel mehr hinterher sein müssen. Mehr Teamtraining.

Was muss passieren, damit der ganz große Wurf gelingt?

Ich denke mal, wir brauchen ein Team, dass sich richtig für die DGL einsetzt und auch die Zeit und die Motivation aufbringt, neben allen anderen Aktivitäten regelmäßig zusammen nach dem Regelwerk zu trainieren. Ich sehe in den Berliner Teams durchaus das Potential dazu. Es macht mich traurig, die neue Saison ohne Berliner Team zu sehen. Bemerkenswert auch die Ergebnisse der Jungs von der BJJ Akademie Berlin beim Tapout Cup letztes Wochenende. Wir können ganz sicher ganz oben mitmachen. Da fehlt nur noch auf gut berlinerisch der letzte Arschtritt…denke ich.

Die aktuelle Situation zeigt auf, dass es wohl keine Norddivision geben wird. Wie geht es jetzt für euch weiter?

Trauern!
Nein, im Ernst, wir gucken nach vorn. Ich halte die DGL für eine wichtige und richtige Institution. Da müssen wir einfach mitmachen. Vielleicht rüttelt die Saison ohne uns einige hier auf und mehr Leute sehen das genauso wie ich. Wir arbeiten auch ohne Wettkampfteam in der DGL weiter daran, für die nächste Saison wieder dabei zu sein.

Was machst du außerdem für den Sport?

Neben dem Grappling, MMA und JKD? Keinen mehr, das reicht mir und füllt meine Zeit durchaus aus. Ich habe ja auch noch Familie….

Dein letzter Grapplingkampf im Halbfinale der DGL hast du gegen deinen alten Widersacher Jörg Lothmann nach Punkten verloren. Wie kam es dazu?

Ich sehe Jörg nicht als Widersacher, sondern als guten bekannten, mit dem ich sehr gerne rolle. Ich habe einen Fehler beim zweiten Takedown gemacht, den ich zu einfach zugelassen habe, da ich fälschlicherweise auf meine Guillotine gesetzt habe. Dann lief mir die Zeit weg. Die 5 Minuten waren diesmal zu kurz.
Für Jörg, der stark am Boden ist, brauch ich länger, das habe ich auch schon beim Unentschieden bei Respect 5 gemerkt.

Was liegt dir als erfahrenden Kämpfer mehr: Grappling oder BJJ?

Ich kämpfe beides gern. Vor kurzem hätte ich mich noch ganz klar für BJJ entschieden, weil es etwas langsamer mit mehr Optionen und Griffen und mehr Submissions ist, aber der Hugging Day hat mir so viel Spaß gemacht, dass sich auch No Gi wieder gut anfühlt. Mir ist das egal, es sind 2 Teile einer Sache, die ihre Gemeinsamkeiten und ihre Unterschiede haben und die ich beide sehr mag.

Warum wird Berlin Deutscher Grappling-Meister 2012?

Weil wir das Zeug dazu haben, wenn wir unseren Arsch hoch bekommen.

Vielen Dank für das Interview. Das letzte Wort gehört dir!

Ich danke euch für dieses Interview. Danke für die Arbeit, die ihr für unseren Sport macht. Großen Dank an meine Trainer, mein Team und alle anderen Teams. Wir sind der Sport!