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One Championship stoppt Weight-Cut Wahnsinn!

Yang Jian Bing war mit seinem Tod der Auslöser neuer Weight-Cut-Richtlinien (Foto: One Championship)

Den Toten zum Gedächtnis, den Lebenden zur Mahnung. Vor zwei Wochen wurde die MMA-Szene vom plötzlichen Tod des jungen Chinesen Yang Jian Bing getroffen. Der 21-Jährige starb an Rhabdomyolyse, der Auflösung von Muskelfasern im Körper, vermutlich ausgelöst durch die starke Dehydrierung in Folge des Gewichtmachens vor seinem Kampf. One Championship hat nun Konsequenzen daraus gezogen. Das Gewichtmachen soll von Grund auf verändert werden.

Wie die asiatische Organisation in einer Pressemitteilug bekannt gab, soll das Gewichtmachen durch Dehydrierung der Vergangenheit angehören. Kämpfer sollen von nun an mit ihrem natürlichen Gewicht, für One Championship das "Walking Weight", antreten. Wie man bekannt gab, soll dieser Zustand dadurch hergestellt werden, dass die Kämpfer während ihrer Vertragsdauer bei One ihr Trainingsgewicht regelmäßig protokollieren und One Championship über ein Online-Portal darüber informieren. Dann werden die Kämpfer von One einer entsprechenden Gewichtsklasse zugeordnet. Wechsel der Gewichtsklasse sind weiterhin möglich, werden aber zeitlich auf acht Wochen vor einer Veranstaltung beschränkt.

In der Vorbereitungszeit soll das Kampfgewicht der Athleten stetig sinken, bis man sich drei Wochen vor dem Kampf bereits innerhalb des Limits befindet. Acht Wochen vor dem Kampf darf man maximal 6% darüber liegen. In der Woche des Kampfes sollen die Kämpfer mehrfach eingewogen werden, das letzte Mal nur drei Stunden vor der Veranstaltung. In der Vergangenheit hatten Kämpfer durch Dehydrierung massiv an Gewicht verloren, um nach dem Einwiegen am Vortag eines Kampfes die Wasserspeicher wieder aufzuladen. Dass Kämpfer teilweise mit 15 oder mehr Pfund oberhalb ihres eingewogenen Kampfgewichts in den Käfig stiegen, war keine Seltenheit.

Für One Championship bedeutet das umfassende Veränderungen des Kaders, schließlich werden alle Titel durch die neuen Gewichtsklassen neu ausgekämpft werden müssen. Auch eine neue Superschwergewichtsklasse ist nicht unrealistisch. Interessant wird auch die Frage sein, ob die Kämpfer bei diesen Richtlinien freiwillig mitspielen und ob One Championship im Falle der Weigerung ihren Kämpfern die Freigabe erteilen, für andere Organisationen anzutreten.