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Nick Diaz: Boxkarriere vom Tisch

Kampf gegen St. Pierre so gut wie sicher. Foto by Markus Wiemann/GroundandPound.

Nick Diaz nimmt kein Blatt vor den Mund. Und so beschwert er sich bereits seit Monaten über mangelnde Bezahlung und die Qualität seiner Gegner bei Strikeforce. Gerüchte über einen Wechsel zum Boxen wurden laut. Schnell waren Verträge unterschriebe – sein Gegner: der alternde Ex-Champion Jeff Lacey. Doch daraus wird nun erst einmal nichts.

Im Gespräch mit GnP-TV erklärte Diaz noch vor wenigen Wochen, dass er nicht genau wisse, wo die Reise ihn hinführen wird und dass er jeden Kampf annehme, der ihm genügend Geld einbringt - egal ob im Boxen oder im MMA-Sport. Nun scheint die Entscheidung gefallen: Die Boxkarriere ist vom Tisch, ein Kampf gegen Ultimate Fighting Championship-Weltergewichtschampion Georges St. Pierre scheint so gut wie sicher, verkündeten Diaz‘ Vertreter jetzt in einer Pressemitteilung. Der Kampf zwischen Diaz und GSP soll aller Wahrscheinlichkeit nach Ende dieses Jahres, wohl im Dezember, in Montreal stattfinden.

„Nick hat sehr schwer dafür gearbeitet, um in seiner MMA-Laufbahn an diesen Punkt zu gelangen“, erklärt Diaz‘ Manager Cesar Gracie. „Zu diesem Zeitpunkt würde es deshalb einfach keinen Sinn für uns machen ins Boxen zu wechseln. Vor einigen Monaten, oder falls einige Kämpfe anders ausgegangen wären, wäre das noch etwas anderes gewesen. Dann wären wir definitiv bereit gewesen, zum Boxsport zu wechseln.“

Diaz befindet sich derzeit in der besten Phase seiner Karriere und ist seit zehn Kämpfen ungeschlagen. Nur ein einziger dieser zehn Kämpfe wurde dabei von den Punktrichtern entschieden. Doch nicht nur Kritiker, sondern auch Diaz selbst monierten seit längerem die Qualität der Gegner, die man ihm bei Strikeforce vorgesetzt hat.

Es lag daher die Vermutung nahe, dass Diaz seine Pläne, ins Boxgeschäft zu wechseln, nur vorschiebt, um mit UFC- und Strikeforce-Mutter Zuffa eine bessere Verhandlungsbasis zu haben. Der Plan ist aufgegangen. Nach seinem Teammitglied Jake Shields scheint nun auch Diaz selbst einen Kampf gegen St. Pierre zu bekommen – ein Kampf, der vom Stil her denkbar unbequem für den Champion sein könnte. Diaz‘ aggressives Boxen und seine gefährlichen Submissions würden ihn zum hoffnungsvollsten Titelanwärter seit langer Zeit machen.