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Munoz schlägt Leben, Barao betritt das Scheinwerferlicht

Leben vs. Munoz (Foto: Elias Stefanescu/GroundandPound)

Die LG Arena in Birmingham, England, wurde am Samstag Zeuge einer der kürzesten UFC-Veranstaltungen aller Zeiten. Fünf von Fünf Hauptkämpfen endeten vorzeitig, drei davon in der ersten Runde.

Chris Leben vs. Mark Munoz
Nachdem man einen (bekleideten) Flitzer aus dem Octagon entfernt hatte, konnte der Hauptkampf des Abends beginnen. Einen verfehlten Leben-Schwinger nutzte Munoz zum ersten Takedown, die erwarteten „Donkey Kong“-Punches blieben jedoch vorerst aus. Leben gelangte zurück auf die Füße und konnte selbst zwei Takedowns durchbringen. Letztlich landete er aber doch in der Unterlage und musste dort einige harte Schläge einstecken.

In der Rundenpause wurde offensichtlich, dass Leben bereits starke Konditionsprobleme hatte, dementsprechend dominierte Munoz die erste Hälfte der Runde am Boden und landete dort einige harte Treffer, die unter anderem eine größere Platzwunde über Lebens linkem Auge verursachten. Der Kampf wurde aufgrund der starken Blutung unterbrochen, konnte nach Lebens Einverständnis jedoch fortgesetzt werden. Der Rest der Runde wurde von Submissionversuchen Lebens und zähe Bodenkontrolle von Munoz bestimmt.

In der Pause nach der zweiten Runde brach Lebens Ecke den Kampf aufgrund der Blutung schließlich ab. Munoz forderte im Anschluss an seinen Sieg einen Titelkampf gegen Anderson Silva.

Renan Barao vs. Brad Pickett
Pickett und Barao übersprangen die Abtastphase und begannen sofort, einen Schlagabtausch an den nächsten zu reihen. Dabei landete überraschend Barao die besseren Treffer. Pickett blieb zu eindimensional und verließ sich ausschließlich auf sein Boxen, während der Brasilianer sehr variabel attackierte. Ein rechtes Knie zum Kopf war dann schließlich der Anfang vom Ende für Pickett. Barao deckte den sichtlich angeklingelten Briten anschließend mit Haken ein, bis der zu Boden ging. Dort sicherte er sich sofort den Rücken und zwang Pickett nach 4:09 im Rear-Naked-Choke zum abklopfen.

Thiago Alves vs. Papy Abedi
Thiago Alves hatte einen Sieg bitter nötig und schnappte ihn sich in beeindruckender Form. Nachdem Papy Abedi zunächst stark begann, das Tempo bestimmte, und einige gute Treffer landen konnte, wendete eine Rechte von Alves plötzlich das Blatt. Abedi begann zu taumeln, Alves setzte mit einer Linken und einer weiteren Rechten nach und beförderte den Schweden so auf die Bretter. Sofort folgte er ihm in die Mount und ließ von dort Faust- und Ellenbogenschläge hinabregnen, bis Abedi schließlich seinen Rücken freigab und kurz darauf in einem Rear-Naked Choke tappen musste. Dies war die erste Submission in Thiago Alves UFC-Karriere und ein wichtiger Sieg für den brasilianischen „Pitbull“.

Cyrille Diabaté vs. Anthony Perosh
Der Kampf begann mit Diabaté, der den fast schon paralysiert wirkenden Perosh systematisch verfolgte und mit Führhänden malträtierte. Die verzweifelten Takedownversuche des Australiers wehrte er zunächst problemlos ab. Erst gegen Ende der Runde wurde der Kampf von Perosh auf den Boden verlagert, wo er allerdings nicht viel aus seiner Oberlage machen konnte.

In Runde zwei nutzte Perosh einen verfehlten Schlag Diabatés, um sich dessen Rücken zu sichern und ihn zu Boden zu bringen. Dort befand er sich einige Positionswechsel und Submissionversuche später wieder auf Diabatés Rücken und beendete den Kampf dort nach nur 3:09 mit einem Rear-Naked-Choke.

Terry Etim vs. Edward Faaloloto
Eine unglaublich explosive Vorstellung konnte der aus einer fast neunzehnmonatigen Pause zurückgekehrte Terry Etim abliefern. Nachdem er den stürmenden Faaloloto mit guter Beinarbeit und schnellen Kontern auf Distanz gebracht hatte, landete er einen Spinning-Back-Kick zum Kopf des Hawaiianers, der daraufhin sofort zum rettenden Takedown überging. Dabei wurde er jedoch von Etim gestoppt und in einer Guillotine gefangen. Nach wenigen Sekunden musste er tappen und konnte unter frenetischem Jubel seinen Feierabend einleiten.

John Maguire vs. Justin Edwards
Edwards begann stark, erwischte Maguire nach wenigen Sekunden mit einer knackigen Kombination und schickte ihn so zu Boden. Dort versuchte er erst mit Ground and Pound, dann mit einem Guillotine-Choke den Kampf zu beenden. Maguire nutzte die Gelegenheit um aufzustehen und Edwards zu Boden zu befördern. Der hielt an seinem Choke fest, verlor aber schließlich den Griff und befand sich nur in der Unterlage. Maguire kontrollierte von hier ab den Rest der Runde, sowohl am Boden als auch im Stand.

In Runde zwei gelang Maguire ein Takedown und nach einigem Positioning landete er in der Backmount. Dort arbeitete er lange Zeit an einem Rear-Naked-Choke, den er schließlich zugunsten eines Armhebels aufgab. Das Pausensignal beendete den Submission-Versuch vorzeitig.

Auch in Runde drei hatte Edwards gegen den früheren Cage Rage-Champion Maguire kaum Chancen, musste eine Art Kneebar verteidigen, einen erneuten Rear-Naked-Choke-Versuch, und wurde bis auf ein kurzes Aufbäumen zum Schluss fast komplett am Boden dominiert. Er gab den Kampf schließlich mit drei Mal 30-27 ab.

Rob Broughton vs. Phil de Fries
In dem wenig spektakulären Kampf konnte de Fries Broughton in der ersten Runde größtenteils am Boden kontrollieren, jedoch ohne nennenswerte Attacken anzubringen.

In Runde zwei verlagerte sich das Geschehen sehr schnell auf den Boden, wo de Fries wieder die Oberlage inne hatte. Broughton konnte sweepen und versuchte anschließend zweimal einen Armstrecker. Der klappte zwar beide Male nicht, verhalf ihm aber in eine frontale Crucifix-Position, aus der er de Fries mit Schlägen eindeckte.

Im dritten Durchgang bestimmte wieder de Fries das Geschehen am Boden, ohne dabei sonderlich aktiv zu werden. Das Publikum quittierte dafür seinen Jubel nach dem Kampf mit anhaltenden Buhrufen. Er entschied das Duell auf allen Punktzetteln mit 29-28 für sich.

Michihiro Omigawa vs. Jason Young
Nach seinem spektakulären UFC-Debüt gegen Dustin Poirier waren die Erwartungen an Jason „Shotgun“ Young natürlich entsprechend hoch. Die erste Runde kontrollierte er auch weitestgehend mit akkuraten Schlägen und konnte mit dem einen oder anderen High-Kick Akzente setzen. Omigawa gelang zwar ab und an ein Takedown, er konnte daraus jedoch kein Kapital schlagen.

Anders in der zweiten Runde, dort konnte Omigawa den jungen Briten länger am Boden kontrollieren. Zwar zeigte er kaum Aktionen, entschied die Runde aber dennoch für sich.

Auch im dritten Durchgang musste „Shotgun“ recht schnell auf die Matte und dort einen Heelhook des Japaners verteidigen. Er entkam und konnte aufstehen, vollführte kurz darauf jedoch unverständlicherweise einen Takedown. Den verteidigte Omigawa und nahm stattdessen selbst eine dominante Position ein. Es gelang Young kurz vor Ende, sich in Omigawas Guard hinein zu mogeln – die dort abgefeuerten Schläge retteten ihm die Runde aber nicht mehr. Er gab den Kampf schließlich mit 29-28 auf allen drei Punktzetteln ab.

Chris Cope vs. Che Mills
The Ultimate Fighter 13-Veteran Chris Cope hatte einen sehr kurzen Auftritt. Eine Kombination von Che Mills schickte ihn nach nur wenigen Sekunden auf die Bretter. Referee Mike Goddard ließ den Kampf laufen, denn Cope machte Anstalten, wieder aufzustehen. Doch Mills ließ ihm keine Chance und attackierte mit einem rechten Knie. Cope ging erneut zu Boden, wo Goddard schließlich dazwischen ging und den Kampf beendete.

Chris Cariaso vs. Vaughan Lee
Lokalmatador Vaughan Lee unterlag im ersten Kampf des Abends Chris Cariaso geteilt nach Punkten. Nachdem Lee die erste Runde mit größerer Aktivität im Stand, sowieso mehreren Takedowns für sich entscheiden konnte, wurde er im zweiten und dritten Durchgang immer wieder gemountet und befand sich kurz vor Ende in Gefahr, durch Rear-Naked-Choke zur Aufgabe gezwungen zu werden.

UFC 138: Leben vs. Munoz
05. November 2011
LG Arena in Birmingham, England

Hauptkämpfe
Mark Munoz bes. Chris Leben via TKO (Cut) nach 0:00 in Rd. 3
Renan Barao bes. Brad Pickett via Submission (Rear-Naked-Choke) nach 4:09 in Rd. 1
Thiago Alves bes. Papy Abedi via Submission (Rear-Naked-Choke) nach 3:32 in Rd. 1
Anthony Perosh bes. Cyrille Diabaté via Submission (Rear-Naked-Choke) nach 3:09 in Rd. 2
Terry Etim bes. Edward Faaloloto via Submission (Guillotine-Choke) nach 0:17 in Rd. 1

Vorprogramm
John Maguire vs. Justin Edwards einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27 30-27)
Phil de Fries bes. Rob Broughton einstimmig nach Punkten (29-28, 29-28, 29-28)
Michihiro Omigawa bes. Jason Young einstimmig nach Punkten (29-28, 29-28, 29-28)
Che Mills bes. Chris Cope via TKO nach 0:40 in Rd. 1
Chris Cariaso bes. Vaughan Lee geteilt nach Punkten (29-28, 28-29, 29-28)