MMA Restliche Welt

MMA in Asien im Jahr 2012

Rückblickend war das Jahr 2011 sehr ereignisreiches  für den MMA-Sport im Asiatischen Raum. Mit der (u.a.) erdbebenbedingten langen Auszeit von DREAM sowie dem Debüt von One FC und Erstarken von Legend FC scheinen sich Kräfteverschiebungen ereignet zu haben, aber wie wird es weitergehen?

Als Hauptakteur in Sachen Medienpräsenz konnte One FC sehr viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen und einigen Talente aus der Region eine Bühne bieten, auf der besonders das Evolve-Team stark vertreten war. Gemessen an dem „Hype“ bleibt One FC aber noch den Beweis schuldig, selbigen verdient zu haben, was anscheinend jetzt versucht wird nachzuholen.

Nicht nur wurde für März ein Event in Zusammenarbeit mit DREAM angekündigt, sondern auch die Verpflichtung namhafter Kämpfer wie Renato Sobral, Bob Sapp, Rolles Gracie und aufstrebenden Talenten wie Felipe Enomoto. Während Sapps beste Zeit wohl fast zehn Jahre her ist und er vermutlich nur die Rolle des Quotenbringers erfüllen soll und Rolles Gracie den Beweis, ein Kämpfer auf Weltklasseniveau zu sein, noch schuldig ist, ist die Verpflichtung „Babalus“ als Kampfansage an alle etablierten MMA-Veranstalter zu verstehen. Erwähnenswert bleibt, dass One FC mit dem „One FC Network“ eine asienweite Zusammenarbeit mit anderen Organisationen anstrebt (u.a. URCC, DARE, ROAD FC).

Fast heimlich im Windschatten von DREAM, den eingestellten Sengoku Raiden Championships und der allem Anschein nach ebenfalls eingestellten „Art of War“-Reihe hat es die in Hong Kong ansässige Eventreihe Legend FC geschafft, sich einen beachtenswerten Roster aufzubauen sowie sich einen asienweiten TV-Vertrag mit KIX plus PPV‘s in Nordamerika und Australien zu sichern. Im Gegensatz zu One FC konzentriert sich Legend FC momentan auf lokale Kämpfer aus dem Asiatischen und Pazifischen Raum und den niedrigeren Gewichtsklassen. Es stellt sich die Frage, ob Legend, die sich sehr stark aus dem chinesischen Talentpool bedienen, von dem stark verbreiteten „Sportsnationalismus“ im Reich der Mitte profitieren kann. Ebenfalls darf mit Interesse beobachtet werden, wie sich die Partnerschaft mit CA Media, einer namenhaften Gruppe in Sachen Medien und Sportsmanagement, die sich auf Indien, China und Indonesien spezialisiert hat, auf die Popularität auswirkt.

Neben China gelten die Philippinen als potentieller Ground Zero für den MMA-Sport im Asiatischen Raum. Die UFC hat, dessen bewusst, bereits Georges St. Pierre und BJ Penn auf Werbetour geschickt. Seit längerem kursieren Gerüchte über eine eigene TUF-Staffel. Regionale Veranstalter wie die zum „One FC Network“ gehörende Universal Reality Combat Championship (URCC) und der in Guam ansässige, aggressiv in den philippinischen Markt drängende Veranstalter Pacific Xtreme Combat (PXC) sind weiter auf dem Vormarsch.

In Thailand und Korea versuchen die ebenfalls zum „One FC Network“ gehörenden DARE Championship und ROAD FC, mit Turnieren Talente um Aufmerksamkeit zu generieren. M-1 könnte auch eine Rückkehr auf den asiatischen Markt feiern. Vadim Finkelstein (Geschäftsführer von M-1 Global) hat bereits starkes Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit mit DREAM bekundet, und Viktor Cui (Geschäftsführer von One FC) würde gerne M-1 als Mitglied in seinem „One FC Network“ haben.

Allem in allem kann man sich auf ein Jahr einstellen, in dem viele Weichen gestellt werden: Wird Asien wieder ein Mittelpunkt der MMA-Welt, wie es das zu Hochzeiten von PRIDE war oder ein unbedeutender Nebenschauplatz, der bestenfalls als lukrativer Markt für die UFC in Betracht kommt.