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MMA besiegt Boxen

Couture (r.) freut sich wie nach einem Titelgewinn. (Foto via Zuffa LLC)

Das Ergebnis stand schon vor dem Kampf fest und trotzdem hatte sogar UFC-Präsident Dana White vor dem Kampf zwischen Randy Couture und James Toney bei UFC 118 Bauchschmerzen. Auch wenn es keiner so richtig für möglich hielt, so bestand doch immer die Möglichkeit, dass Toney einen „Lucky Punch“ landet und Couture damit zu Boden streckt. Dabei stand doch eigentlich schon seit 1993 fest, dass ein Boxer sich im Octagon nicht nur auf seine Boxfähigkeiten verlassen kann. Schon bei UFC 1 hatte Royce Gracie in seinem Kampf gegen Art Jimmerson gezeigt, dass Boxer am Boden mehr oder weniger hilflos sind. Dies hat Couture bei UFC 118 wieder bewiesen. Nach wenigen Sekunden lag Toney auf seinem Rücken und dort blieb er auch, mit Couture in der Full Mount auf ihm, bis er nach etwas über drei Minuten in einem Arm Triangle Choke aufgeben musste. Damit war der Abend für den Boxchampion, der der Meinung war, dass Jiu-Jitsu nur was für Mädchen wäre, auch schon beendet und nur die Wenigsten dürfte dieses Ergebnis überrascht haben.

Sicherlich besteht die Möglichkeit, dass Boxer gegen die richtigen Gegner ein oder zwei Siege einfahren können, schließlich konnte Ray Mercer auch Tim Sylvia innerhalb weniger Sekunden KO schlagen. Dies funktioniert aber auch nur, wenn sich deren Gegner auf Boxen beschränken. Jeder MMA-Kämpfer, der etwas von Ringen und Jiu-Jitsu versteht, wird den Boxer auf die Matte bringen und den Kampf dort beenden. Coutures Kampf gegen Toney werden mehr Menschen gesehen haben als den Kampf zwischen Gracie und Jimmerson, aber ob dies andere Boxer daran hindern wird, immer wieder zu sagen, dass MMA kein richtiger Sport ist, und dass sie sowieso jeden im Käfig KO schlagen würden, darf bezweifelt werden. Dennoch dürfte „The Natural“ vielleicht den einen oder anderen Boxer davon überzeugt haben, dass man sich etwas mit dem MMA-Sport befassen sollte, bevor man in den Käfig steigt. Allerdings hatten Boxer wie z.B. David Haye bereits vor dem Kampf gesagt, dass Toney verrückt wäre und keine Chance hätte. Und möglicherweise hat ja auch die Aufmerksamkeit, die Toney mit seinen Sprüchen auf den Kampf gezogen hat, dazu geführt, dass sich Boxfans den Kampf angesehen haben und dass dadurch deren Interesse für den MMA-Sport geweckt wurde.

Dana White hat allerdings bereits bekannt gegeben, dass es keinen weiteren Kampf Boxen vs. UFC geben wird – egal wer es ist. Es sei unfair, einen Kämpfer aus einer Sportart ins MMA zu holen, dabei macht es keinen Unterschied, ob dieser nun acht oder neun Monate MMA trainiert hat, so White. Niemand kann erwarten, dass ein Boxer nach nicht einmal einem Jahr Training einen Weltklasseringer davon abhalten kann, ihn zu Boden zu bringen, und das dürfte spätestens nach UFC 118 auch dem letzten MMA-Kritiker klar sein. Ob dies dem Ansehen des MMA-Sports geholfen hat oder ob es die Meinung der Hardcore-Boxfans auch nur ein wenig geändert hat, darf bezweifelt werden. Dennoch werden viele MMA-Fans nach dem Sieg von Couture wieder ruhiger schlafen können und dazu dürfte auch der bekennende Boxfan Dana White gehören.