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Michael Page: „Cancrusher“ ist ein Kompliment für mich.

Michael "Venom" Page (Foto: Florian Sädler/GNP1.de)

Michael Page und die Gegnerauswahl bei Bellator, ein Kapitel für sich. Seitdem der spektakuläre Engländer auf der Bildfläche auftauchte und sich teilweise spielerisch gegen die Konkurrenz durchsetzte, wird die Auswahl seiner Gegner kritisiert. Auch nach seinem Sieg in Japan wieder einmal.

Dabei setzte sich Page gegen Shinsho Anzai durch. Einen früheren Pancrase-Champion aus Japan, der zuvor vier Mal in der UFC gekämpft und dort zwei Siege geholt hatte, bevor er in seine Heimat zurückkehrte und bei DEEP einen weiteren Sieg sicherte. Für Page Anlass, die Kritiker zu hinterfragen, die ihm vorwerfen, schwache Konkurrenz zu zerstören und ihn als sogenannten ‚Cancrusher‘ zu bezeichnen.

„Es ist für mich jetzt schon eine Art Kompliment geworden“, sagte Page über die Bezeichnung. „Leute, die MMA wirklich verstehen, kennen meine Gegner. Sie wissen, was die schon hinter sich haben, sie kennen deren Standard. Und sie nennen meine Gegner immer noch ‚Cans‘. Das bedeutet doch nur, dass ich sie im Käfig auch so aussehen lasse. Es bedeutet, dass ich auf dem richtigen Weg bin, was meine Siege angeht. Alle lassen sich darüber aus, dass ich nur ‚Cans‘ zerstöre. Ich fange an, dem zuzustimmen und jeder ‚can‘ gerne kommen.“

Page hat in 18 MMA-Kämpfen 17 Mal den Käfig als Sieger verlassen. Die einzige Niederlage kam gegen Bellator-Champion Douglas Lima zustande, der ihn im Mai im Rahmen des Grand Prixs ausknockte. Seitdem hat Page drei Kämpfe gewonnen, zwei in England und den letzten in Japan. Nur gegen Anzai musste er dafür in die zweite Runde. Page hofft auf eine zweite Chance gegen Lima, glaubt jedoch, dass ihm der Brasilianer aus dem Weg geht.

„Ich finde Limas Ausflüchte komisch. Es sagt viel darüber aus, wo sein Kopf gerade ist. Er wollte gegen mich kämpfen, aber dann kam ich schnell mit ein paar Kämpfen wieder auf die Beine und plötzlich zeigt er kein Interesse mehr. Er redet über das Mittelgewicht und sowas. Ich habe das Gefühl, er geht auf Abstand. Ich werde solange weiterkämpfen, bis er keine andere Wahl mehr hat. Und dann hole ich mir den Sieg zurück. Das ist der einzige Makel meiner Bilanz und das wird mich immer und immer wieder an ihn erinnern. Ich werde zurückkommen und das wird viel Spaß machen.“

Der Engländer hat gute Karten nach dem Abgang von Rory MacDonald und dem verpassten Kampfgewicht von Lorenz Larkin. Dass der Engländer nicht nur kämpferisch immer weiter reift, zeigte sich in Japan auch an seinem verhaltenen Jubel. Hatte er zuvor nach Siegen seine Gegner schon durch Poke-Bälle eingefangen und sich ähnliche Spielereien erlaubt, blieb er in Japan respektvoll und zurückhalten. Mit Absicht.

„Ich bin mir immer darüber bewusst, was meine Umgebung ist. Man muss die Menge und den Moment lesen können. Nach Japan zu kommen, hat sehr viele alte Erinnerungen in mir geweckt. Als ich noch ein junger Kampfkünstler war und mich vor allem und jedem verbeugen musste. Es war ganz nett, den Schalter einmal umzulegen. Deswegen habe ich meinen Einmarsch groß aufgezogen, ich bin ein großer Fan vom Naruto-Anime, das sollte das sein, was auffällt. Alles andere war nur dazu da, Respekt zu bezeugen.“