MMA Restliche Welt

Melendez bleibt Champion, Cyborg braucht nur 16 Sekunden!

Melendez (r.) dominiert Masvidal (l.) (Foto: sports.sho.com)

Vor wenigen Minuten ging Strikeforce´ letzte Veranstaltung dieses Jahres zu Ende. Die nordamerikanische MMA-Organisation hatte dabei zwei Titelkämpfe auf dem Programm, bei denen sich die Favoriten wenig überraschend durchsetzen konnten. Gilbert Melendez verteidigte seine Leichtgewichtsweltmeisterschaft durch einstimmige Punktentscheidung, während Cris „Cyborg“, wie gewohnt, den Sack nach wenigen Sekunden zumachte. Ich blicke für Euch auf die Hauptkämpfe des Abends aus Kalifornien.

Leichtgewichtstitelkampf
Gilbert Melendez (c) vs. Jorge Masvidal

Im Main Event des Abends kam es zum offenen Schlagabtausch zwischen dem Titelverteidiger und seinem Herausforderer. Beide Athleten tänzelten auf ihren Fußballen durch den Käfig und lieferten sich dabei ein spannendes Kickboxduell, bei dem der Champion schnell die Oberhand gewann. Masvidal ließ den Gürtelträger kommen und versuchte diesen auszukontern, doch Melendez wich selbst geschickt aus und landete die deutlich härteren Treffer. Im Laufe der Begegnung schien Masvidal frustriert ein As aus seinem Ärmel ausspielen zu wollen und versuchte den Champion verbal zu provozieren, was die Zuschauer mit Applaus quittierten, da dies zusätzlichen Pfeffer ins Duell brachte. Effektiv war der Plan jedoch nicht, denn Melendez machte unbeeindruckt dominant weiter und ließ sich nicht ablenken. Masvidal änderte daraufhin mehrfach seinen Stand, in der Hoffnung eine Änderung in Melendez Angriffe zu bringen, doch auch dies schien vergebens. Melendez war der klar bessere Kickboxer, der aktivere Mann und auch derjenige der auf Papier deutlich mehr Treffer ins Ziel bringen konnte. Nach fünf Runden gab es keinen Zweifel daran, dass der alte und neue Champion Gilbert Melendez hieß, was die Punktrichter einstimmig bestätigten.

Federgewichtstitel der Frauen
Cristiane "Cyborg" Santos (c) vs. Hiroko Yamanaka

So hatte Yamanaka sich ihren US-Auftritt nicht vorgestellt. Cris „Cyborg“ zeigte keine Gnade und machte kurzen Prozess mit ihrer Kontrahentin, die quer über den Globus geflogen war, nur um nach 16 Sekunden wieder nach Hause geschickt zu werden. Die Brasilianerin traf mit harten Fäusten, knockte Yamanaka bereits nach wenigen Sekunden auf den Hosenboden und schlug dort weiter zu. Der Ringrichter schien kurz davor das Duell abzubrechen, ließ der Japanerin dennoch eine Chance, da diese sich wieder auf die Beine kämpfte. Wenige Sekunden darauf fiel sie, hart getroffen, erneut auf den Mattenboden. Dies war der Zeitpunkt in dem der Ringrichter entschlossen dazwischen ging, obwohl Yamanaka wieder bei Bewusstsein schien. Man kann sich die Frage stellen wie lange es gedauert hätte, bis die Lichter ein drittes Mal ausgegangen wären. Somit war der Titelkampf nach 16 Sekunden durch TKO beendet und "Cyborg" scheint unbesiegbarer als eh und je.

Cyborg war auf der Abschluss-Pressekonferenz sichtlich gut gelaunt. (Foto: Cagereligion.com)

Nach der Begegnung wurde die Championess gefragt ob sie bereit wäre gegen Ronda Rousey anzutreten, oder eine Gewichtsklasse tiefer zu wechseln. Die Antwort war wenig überraschend, denn die dominante Brasilianerin wäre für Beides bereit. „Ich kämpfe gern im Federgewicht und Rousey redet einfach zu viel. Ich würde gegen sie jederzeit in den Käfig steigen. Aber auch eine Gewichtsklasse tiefer wäre möglich für mich.“

Ovince St. Preux vs. Gegard Mousasi

Von Beginn an kontrollierte Mousasi die Mitte des Käfigs und zwang St. Preux damit rückwärts zu gehen, während er ihn mit starkem Kickboxen bedrängte. Mousasis Erfahrung schien hier eine wichtige Rolle zu spielen, denn St. Preux schien mit der Situation maßlos überfordert. Als der Amerikaner zu einem Kick ansetzte, fing Mousasi diesen ab und brachte St. Preux damit auf den Boden, wo er hartes Ground and Pound anbringen konnte. Durch einen Kimura-Versuch des Armeniers, konnte St. Preux diesen zwar sweepen, doch kurz darauf drehte Mousasi die Position erneut und befand sich wieder in der Oberlage. Auch in der zweiten und dritten Runde konnte der 26-Jährige Mousasi erneut dieselbe Strategie am Boden verfolgen und damit St. Preux mühelos beschäftigen. Dem Amerikaner gelangen zwar ab und an Sweeps, doch Mousasi war der insgesamt aktivere Athlet, der laut Statistik mehr als die dreifache Menge an Schlägen anbringen konnte und damit verdient, nach der vollen Distanz, auf den Punktrichterkarten vorne lag.

Billy Evangelista vs. K.J. Noons

Obwohl ihm dies absolut nicht ähnlich sah, überraschte Noons seinen Gegner mit einem wuchtigen Takedown zu Beginn. Nach diesem strategischen Clou ging es jedoch, wie erwartet, im Standkampf weiter – beide Athleten sind schließlich dafür bekannt den KO zu suchen. Wenig überraschend wurde die gesamte weitere Begegnung somit im Stehen geführt. Noons machte dabei anfangs keine gute Figur, denn im Laufe der Begegnung befand er sich fast ausschließlich im Rückwärtsgang und wurde von Evangelista mit Schlagsalven bedrängt. Der Amerikaner konnte jedoch nach einigen Minuten zurückkehren und sich wieder herankämpfen. Schlussendlich warfen beide Leichtgewichte mit Fäusten um sich und besonders die letzte Runde hatte es in sich: Noons fand scheinbar die zweite Luft, machte Druck und verfolgte seinen Kontrahenten quer durch den Käfig, wurde dabei plötzlich mit einem D´Arce Choke fast zur Aufgabe gezwungen, befreite sich jedoch und machte wiederholt Druck, im Stand. Der Kampf ging über die volle Distanz und wurde schließlich 29-28 für Noons gewertet.

Anbei alle Ergebnisse von „Strikeforce: Melendez vs. Masvidal“ in der Übersicht.

Strikeforce: Melendez vs. Masvidal
17. Dezember 2011
Valley View Casino Center in San Diego, Kalifornien, USA

Leichtgewichtstitelkampf
Gilbert Melendez (c) bes. Jorge Masvidal nach Punkten (einstimmig) (50-45, 50-45, 49-46)

Federgewichtstitelkampf der Frauen
Cristiane "Cyborg" Santos (c) bes. Hiroko Yamanaka durch TKO (Schläge) nach 0:16 in Rd.1

Gegard Mousasi bes. Ovince St. Preux nach Punkten (einstimmig) (29-28, 29-28, 29-28)
K.J. Noons bes. Billy Evangelista nach Punkten (einstimmig) (29-28, 29-28, 29-28)

Vorkämpfe
Caros Fodor bes. Justin Wilcox durch KO (Schlag) nach 0:13 in Rd.1
Roger Bowling bes. Jerron Peoples durch KO (Schlag) nach 0:42 in Rd.1
Devin Cole bes. Gabriel Salinas-Jones nach Punkten (einstimmig) (30-27, 30-27, 30-27)
Eddie Mendez bes. Fernando Gonzalez nach Punkten (geteilt) (30-27, 28-29, 29-28)
Herman Terrado bes. Chris Brown durch Armbar nach 4:05 in Rd.3