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"Mayhem" – das derzeitige Sorgenkind des MMA-Sports

Ein verrückter Charakter: Jason "Mayhem" Miller. (Foto: bjpenn.com)

Einer der durchgeknalltesten Athleten des modernen MMA-Sports sorgt zurzeit mächtig für Gesprächsstoff: Jason Miller – für die einen der Chaoskönig und Kasper des Sports, für die anderen der sympathische Freak, der es mit MTV “Bully Beatdown” schaffte, auch außerhalb der Kampfsportgemeinde die Zuschauer zu unterhalten. Doch der Amerikaner scheint nicht mehr er selbst zu sein. Die Geschehnisse der letzten Woche werfen Fragen auf, auf die es bisher keine Antworten gibt.

Letze Woche wurde der Gastgeber der beliebten TV-Serie “Bully Beatdown”, in der sich geschundene Opfer mittels eines von Miller ausgewählten MMA-Kämpfers an ihrem Peiniger vor der Kamera rächen können, randalierend in einer Kirche verhaftet (GnP berichtete). Die Polizei fand ihn nackt auf einer Bank sitzend, nachdem er in der Einrichtung einen Feuerlöscher geleert und ziemlich alles in seiner Reichweite demoliert hatte. Obwohl dieses Ereignis sicherlich schockierend und unerwartet kam, gab es für sein seltsames Verhalten in letzter Zeit öfters Vorwarnungen.

Auf seiner Facebook- und Twitter-Seite hinterließ er wirre und zusammenhangslose Kommentare. Doch diese Anzeichen wurden nicht Ernst genommen, weil man bei dem Ex-TUF-Coach davon ausgehen kann, dass er mal wieder sich selbst und die ganze Welt verschaukelt. Selbst Dana White wurde aufs Glatteis geführt, als er sich auf Twitter auf eine Diskussion mit seinem ehemaligen Schützling einließ. Später jedoch erklärte der UFC-Präsident, dass ihm seine Kommentare Leid täten, denn zu dem Zeitpunkt ging er davon aus, dass Millers Angriffslust als Spaß galt.

Es scheint, als steckte der Liebling des japanischen MMA-Fans in einer schweren Krise. Zu Zeiten von DREAM und Strikeforce sah man den charismatischen Mittelgewichtler in seiner besten Verfassung. Seine Einmärsche sind vielen in Erinnerung geblieben – wer sonst kam gutgelaunt, umringt von hübschen japanischen Tänzerinnen, in den Ring und erinnerte damit eher an eine Parade als an einen Mann-gegen-Mann Kampf? In vielen Interviews testete er den Humor des Moderators und hatte im Gegenzug keine Probleme, selbst durch den Kakao gezogen zu werden.

"Mayhem" - Was geht in seinem Kopf vor? (Foto: TMZ)

Obwohl White diese Einstellung bemängelte, indem er klarstellte, dass es wesentlich ernsthaftere Kämpfer gibt, nahm er den zu Team Quest zugehörigen Sportler im April letzten Jahres unter Vertrag, womit das Leiten eines Teams in der Serie “The Ultimate Fighter 14” einherging. Doch seine schlappe Leistung in den Kämpfen gegen Michael Bisping (Niederlage durch technischen K.o.) und C.B. Dollaway (Niederlage durch Punktrichterentscheid) quittierte man mit seiner Entlassung (GnP berichtete).

Der 31-Jährige wurde inzwischen aus dem Polizeigewahrsam entlassen, nachdem die Kaution von 20.000 US-Dollar entrichtet wurde. Miller selbst stellte kurz darauf auf Twitter zwar klar, dass man sich keine Sorgen um ihn machen bräuchte, da er schon durch tiefere Täler in seinem Leben gegangen sei, doch das Bangen um den smarten Amerikaner bleibt. Seinen Fans bleibt zu hoffen, dass sich „Mayhem“ fängt, denn mit seiner außergewöhnlichen Art ist er eine Bereicherung für den Sport.