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Marloes Coenen und Miesha Tate wollen die UFC bekehren

Marloes Coenen ist zuversichtlich, dass Frauen-MMA eine Zukunft in der UFC hat. (Foto via Strikeforce)

Am Samstag, dem 30. Juli, kommt es im Sears Centre in Hoffman Estates, Illinois, zum Aufeinandertreffen von Fedor Emelianenko und  Dan Henderson im Hauptkampf des Abends. Der Co-Main Event von Strikeforce setzt jedoch die Frauen in Szene.

Miesha Tate (11–2) greift zum ersten Mal in ihrer Karriere nach dem Gold im Weltergewicht und trifft auf Strikeforce Championess Marloes Coenen (19–4). Es geht jedoch nicht nur um Sieg oder Niederlage, sondern um die gesamte Zukunft des Frauen MMA. Nach der Strikeforce Übernahme durch die UFC ist der Angstschweiß mancher Kämpferin auch außerhalb des Octagons zu erkennen.

„Wir stehen nun unter großem Druck“, so Miesha Tate. „In der UFC gibt es keine Frauenkämpfe, das müssen wir ändern, oder wir sind bald arbeitslos. Eigentlich muss ich sagen, dass es mich so mehr motiviert zu kämpfen. Wir Frauen haben nun die Möglichkeit Dana White, durch einen tollen Fight, davon zu überzeugen, dass die UFC uns braucht.“ Es scheint am Samstag kaum um die Rivalität beider Kontrahentinnen zu gehen, sondern um das gemeinsame Ziel, Frauen MMA zu erhalten und in der UFC salonfähig zu machen.

„Ich werde beweisen, dass Frauen MMA Geld in die Kassen bringt“, sagte Coenen. „Die Zuschauer werden zufrieden nach Hause gehen.“ Eine ähnliche Meinung hatte auch Tate zu vermelden: „Ich hoffe, dass Marloes und ich eine starke Performance bringen, um alle Neider eines Besseren zu belehren.“ Dana White hatte sich in der Vergangenheit negativ über Frauen MMA geäußert, inzwischen jedoch seine Meinung korrigiert. „Mit so vielen bunten Charakteren in der Frauendivision muss es einfach klappen“, so Coenen. „Wir haben sexy Girls, Tomboys, intelligente als auch elegante Frauen, Studentinnen usw. Frauen aus jeder Kategorie, eigentlich ideal um als Fan einzusteigen!“

Marloes Coenen besiegt Liz Carmouche im Triangle Choke (Foto via Tracy Lee for Yahoo! Sports)

Scheinbar versucht Coenen nicht nur MMA Fans auf die Seite der Frauen zu ziehen, sondern selbst Akzente zu setzen, um den Nachwuchs zu fördern. „Ich hoffe ich kann Frauen inspirieren diesen Sport zu verfolgen, oder sogar selbst zu machen. Lucia Rijker war eine große Inspiration für mich, wegen ihr habe ich mit dem Sport angefangen. Sollte diese Begegnung, gegen Tate, die Zuschauer erneut so stark faszinieren, wie mein letzter Kampf, dann wird die UFC hoffentlich die Augen weit aufreißen und uns Frauen eine Chance geben.“

Im letzten Duell sollte Coenen bereits auf Tate treffen, doch diese verletzte sich wenige Wochen vor der Veranstaltung und sagte das Gefecht ab. Liz Carmouche sprang als Ersatz ein und lieferte Coenen harte Gegenwehr, bis die Niederländerin in der vierten Runde schließlich durch Triangle Choke gewann. Gerüchten zufolge war Tate nicht bereit für Coenen und nahm ihre Knieverletzung als Ausrede. Das ist Spekulation, Fakt ist jedoch, dass die Amerikanerin nun seit August 2010 nicht mehr im Käfig stand und möglicherweise eine Eingewöhnungsphase im Aufeinandertreffen brauchen wird. Dies weist die Amerikanerin jedoch entschieden ab.

Miesha Tate greift nach dem Gold (Foto by Brandon Olimpiada)

„Ring Rost ist kein Problem bei mir“, so Tate. „Ich war nun zwar aufgrund meiner Knieverletzung länger aus dem Rennen, jedoch trainiere ich täglich mit Männern, die mich fordern. Ich bin fit und bereit.“ Tate ist seit fünf Kämpfen in Folge ungeschlagen und konnte das Strikeforce Frauenturnier im Weltergewicht im letzten Jahr gegen die Japanerin Hitomi Akano gewinnen.

Coenen gewann zuletzt gegen Sarah Kaufman und Liz Carmouche vorzeitig und geht gegen Tate als Favoritin in die Begegnung. Im Stand wird Coenen, nach eigener Aussage, ihren Vorteil ausspielen.

„Ich habe viel an meiner Takedown Defensivarbeit getan und werde den Kampf auf den Beinen halten“, sagte die 30jährige. „Ich habe aber auch gehört, dass Tate meint mich auf dem Boden dominieren zu wollen. Das wird nicht passieren, schließlich habe ich den Großteil meiner Siege via Aufgabe, auf dem Boden, errungen. Auch wenn es auf die Matte geht, ich habe kein Problem damit.“

Coenen konnte 14 ihrer 19 Siege via Submission beenden, war zudem 2005 und 2007 bei den ADCC (Abu Dhabi Combat Club) Submission Wrestling Weltmeisterschaften im Turnier, gewann dort die Bronze Medaille und ist zudem Europameisterin im ADCC Grappling als auch BJJ Championess in den Niederlanden.

All dies klingt imposant, jedoch wurde Tate bisher nie zur Aufgabe gezwungen und spricht in Interviews davon Coenen auf den Boden zu bringen, dort zu dominieren und Druck zu machen, bis sie den Kampf gewonnen hat.

Wie der Kampf letztendlich verläuft bleibt abzuwarten, jedoch weiß weder Coenen noch Tate was die Strikeforce Weltergewichtsmeisterschaft der Frauen in Zukunft wert sein wird, ob Zuffa sich pro oder contra Frauen MMA entscheidet, doch eines ist gewiss: Am Samstag wird die Welt, auf die Ladies im Käfig blicken. Diese müssen ihre bisher beste Leistung bringen und die Medien dazu nutzen Aufmerksamkeit zu bekommen, von ähnlicher Art wie dies Forrest Griffin und Stephan Bonnar 2005 gelang, um einen extrem positiven Eindruck zu hinterlassen und Interesse zu wecken. Nur dann blüht eine rosige Zukunft in der UFC…