MMA Restliche Welt

Lisa Ward Exklusiv-Interview

Bild via lisawardmma.com

GroundandPound: Zuerst einmal, danke für das Interview, Lisa. Wie geht es dir?
Lisa Ward: Es geht mir gut. Danke für diese Gelegenheit.

Kannst du uns bitte etwas darüber erzählen, wie du zum MMA gekommen bist?
Ich wurde zum ersten Mal in einem Gym, in der Nähe von meinem Ringer-Club USA Everett, auf das MMA aufmerksam und habe angefangen, Kickboxen zu lernen. Ich hatte leider etwa 40 Pfund Übergewicht und suchte nach etwas Neuem. Ich habe dort begonnen und zog später mit einem Freund nach Süden, wo ich aufs College ging und Victory Athletics beitrat. Dort habe ich  meinen Verlobten Eddy Ellis vor etwa sieben Jahren kennen gelernt und mit ihm beschlossen, unser eigenes Ding zu machen.

Wie haben es deine Familie und Freunde aufgenommen, als du dich entschlossen hast, eine professionelle Kämpferin zu werden?
Meine Eltern mochten das Kämpfen am Anfang kein bisschen. Sie sagten mir, es gäbe dort keine Karriere und mit 21 hatten sie auch Recht, weil MMA damals nicht gerade sehr groß war. Mein Verlobter kämpft und das ist es, was er immer machen wollte. Wir haben miteinander gesprochen und beschlossen, dass wir daraus unsere Karrieren machen wollten. Es hatten sich etwa 15 Jungs angehäuft, die in unserer Garage den ganzen Sommer trainierten, also haben wir unser eigenes Gym aufgemacht und angefangen, Leute zu trainieren. Es war ein altes, dreckiges Lagerhaus und wir liebten es. Das United Training Center startete also und wir haben fast zwei Jahre gebraucht um es zu reparieren, mit Equipment auszustatten und es beeindruckend zu machen. Dann haben wir beschlossen umzuziehen. Wir versuchten diesen anderen Platz zu mieten, an dem wir vor acht Monaten vorbei gefahren waren und sagten, dass wäre ein perfektes Gym. Gut, wir schafften es. Jetzt, zwei Jahre später, gehört unser Gym zu den best bewerteten im Nordwesten und ich und Eddy Ellis trainieren viele Militärs und andere Leute aus der Umgebung im modernen MMA. Mit der Hilfe meiner Eltern und Freunde haben wir wirklich etwas Beeindruckendes aufgebaut. Nun sind auch meine Eltern bereits seit Jahren an Board und aufgeregt, alles wachsen zu sehen. Oh! Und ich habe eine Position als Ringertrainerin an der Capital High School  mit John Jones bekommen. Er ist ein großartiger Trainer.

Wer sind derzeit deine Trainingspartner?

Ich habe wenige Trainingspartner. Natürlich  mein Verlobter, den ich am 24. Juli heiraten werde. Er ist ein großer Teil meines Erfolgs. Er hilft mir physisch und emotionell. Er hilft mir durch das harte Training und das Gewicht machen vor den Kämpfen. Dann habe ich noch Matt Ferris, der mir trainieren hilft. Er ist ein großartiger Trainer und hilft mir, mich vorzubereiten.

Wie sieht dein Training aus und wie bereitest du dich auf deine Kämpfe vor?

Was mein Training betrifft, trainiere ich etwa 5 Tage die Woche. Ich habe oft zu viel trainiert. Jetzt wo ich älter bin, muss ich mein Training etwas ändern. Derzeit trainiere ich auch für einen Sprint-Triathlon, also sieht es mit meiner Kondition gerade auch sehr gut aus.

Was sind deine Ziele im MMA?
Mein Ziel ist es, ein Gym zu leiten, wo die Leute hinkommen können und sich Selbstvertrauen aufbauen. Ich denke, so viele Leute wissen nicht, dass sie alles tun können, was sie wollen. Manchmal muss man einfach Kämpfen, um es zu erreichen. Es ist wirklich befriedigend, Individuen zu sehen, die Dinge erreichen, die sie nie für möglich gehalten haben. Ich liebe es. Ich würde auch gerne in einer Hall of Fame für Frauen MMA sein, falls es je eine solche geben wird. Ich möchte Frauen und Mädchen inspirieren, alles zu tun, was sie wollen. Ich bin sehr aufgeregt zu sehen, was die Zukunft bringt.

In deinem letzten Kampf, musstest du dich gegen Miku Matsumoto bei DEEP in Japan geschlagen geben. Erzähle uns bitte etwas über den Kampf.
Also der Miku-Kampf (lacht). Das war hart für mich. Ich lag mit meinem Gewicht sehr gut, bis etwa zwei Tage vor dem Kampf. Ich hatte etwa 6 Pfund zu viel und musste 105,6 Pfund erreichen. An dem Tag, als wir aufbrachen, legte ich plötzlich vier Pfund zu, obwohl ich bereits auf Diät war. Ich wusste, was jetzt kommen würde. Das gefürchteten Frauenproblem. Irgendwie machte ich aber das Gewicht und dachte ich würde dabei sterben. Es war fürchterlich, aber ich wollte nicht wie so viele Kämpfer sein, die das Gewicht nicht machen. Leider fand der Kampf dieses Mal nicht in Tokio statt, sondern in Toyama, einem sehr ländlichen Ort. Dort hatte ich nach dem Wiegen und den Interviews noch Probleme etwas zu essen zu bekommen. Am nächsten Tage kämpften wir und ich war völlig ausgelaugt. Miku hat mich fertig gemacht und mich zur Aufgabe gebracht. Ich war komplett leer. Nachdem ich darüber hinweg war, habe ich realisiert, dass ich noch nicht erledigt bin und noch einiges im Frauen MMA erreichen kann. Es ist zu schade, dass Miku zurückgetreten ist. Ich denke, wir schulden den Fans einen dritten und entscheidenden Kampf [Anm. d. Red.: Der erste Kampf fand 2006 bei Smackgirl statt. Lisa Ward gewann in Runde 1 durch Submission].

War die Niederlage auch der Grund, weshalb du seither nicht mehr gekämpft hast?

Seit der Niederlage habe ich nicht mehr gekämpft, weil ich keinen Kampf gefunden habe, der es aus finanzieller Sicht wert gewesen wäre, ihn anzunehmen. Außerdem musste ich meinen Körper rehabilitieren. Ich war auch beschäftigt mit unserem Trainingscenter und habe dort viel unterrichtet. Eddy und ich veranstalten auch United Fight Nights in unserer Umgebung und haben das United Fight Team, welches überall in Washington kämpft.

Was kommt in nächster Zeit auf die zu?
Das Leben ist hektisch und sehr lustig. Ich bin sehr aufgeregt zu sagen, dass ich schon sehr bald bei Bellator kämpfe [Anm. d. Red.: Gegen Tammie Schneider, bei Bellator 22 am 17. Juni]. Ich habe viel trainiert und fühle mich großartig. Ich weiß noch nicht viel über meine Gegnerin, weil sich die ursprüngliche Gegnerin verletzt hat.

Wenn du dir eine Gegnerin selbst aussuchen könntest, wer wäre es?
Ein zweiter Kampf gegen Megumi Fuji [Anm. d. Red.: Der erste Kampf fand bei BodogFight 2007 statt, Megumi Fujii siegte via Armbar]. Sie wird als die Beste angesehen und ich setzte meine Ziele hoch. Außerdem haben wir eine offene Rechnung. Der Ringrichter hat den Kampf abgebrochen und gesagt, ich hätte abgeklopfte, was ich aber eindeutig nicht getan habe. Die Punkterichter, Fans und jeder andere sahen das so. Es war eine blöde Situation. Später hat sich auch der Ringrichter entschuldigt und gesagt, er habe einen Fehler gemacht. Megumi ist eine großartige Grapplerin und Ringerin, aber ich denke, ich bin die bessere Kämpferin. Danach kommt Tara LaRosa. Sie wird auch als eine der Besten angesehen und ich würde gerne gegen sie kämpfen.

Du hast für viele verschiedene Organisationen gekämpft, wo bist du am liebsten angetreten?
Eine Organisation, für die ich gerne kämpfte, war Bodog. Das Hotel und die Unterkunft waren beeindruckend. [Die] Bezahlung war gut. Alle Veranstalter waren ziemlich gut zu mir. Aber insgesamt muss ich sagen, dass mich Smackgirl in Tokio am besten behandelt hat.

Was sind die Risiken für Frauen im MMA?

Es ist wirklich hart für den Körper - Training, das Gewicht machen und solche Dinge. Ich weiß jetzt bereits, dass ich Schmerzen haben werde, wenn ich alt bin. Verdammt, ich habe jetzt auch Schmerzen (lacht).

Wo siehst du das Frauen MMA in zehn Jahren?
Ich hoffe in den nächsten 10 Jahren werden wir mehr im TV zu sehen sein und als professionelle Sportler betrachtet werden. Hoffentlich machen wir auch mehr Geld.

Hast du abschließend eine Nachricht für deine Fans?
Ich will all meinen Fans danken. Besucht mich auf Facebook und MySpace und hinterlasst mir Nachrichten. Ich schätze die Unterstützung sehr.