MMA Restliche Welt

Kontroverses Ende

"Wer, ich?" Rampage sichtlich erstaunt über die Punktentscheidung zu seinen Gunsten (Foto via UFC.com)

Vor wenigen Stunden endete die Rückkehr der UFC nach Detroit mit einer Begegnung zwischen Quinton Jackson und Lyoto Machida im Hauptkampf. Der anschließende Punktentscheid war allerdings wieder einmal ein recht kontroverser, was erneut Kritik am Punktesystem der amerikanischen Sportbehörden aufkommen lässt.

Quinton „Rampage“ Jackson vs. Lyoto „The Dragon“ Machida

Machida wurde beim Einlauf ausgebuht, während Rampage gefeiert wurde, denn der kam mit dem alten Pride.FC-Song in die Halle, der bei vielen Fans offenbar für Nostalgie sorgte. Vor dem Kampf kündigte er an, der alte Rampage sei zurück, der Rampage der in Pride über Jahre für Furore gesorgt hatte.

In Runde eins lief Machidazunächst, wie gewohnt, rückwärts, während Rampage ihn verfolgte. Nach einigen Lowkicks von Machida versuchte es Rampage mit Schlagkombinationen die knapp das Ziel verfehlten. Rampage schien die richtige Distanz nicht zu finden. Beide Kontrahenten landeten am Käfig und clinchten, bis sie sich wieder trennten. Rampage versuchte, Machida weiter zuzusetzen, doch er kam nicht in die Nähe des Kinns, denn Machida wich milimetergenau aus und konnte selbst einige Treffer setzen.

In Runde zwei machte Rampage zunächst gehörig Druck, doch Machida wich wie gewohnt aus und brachte Kniestöße und Kicks an den Gegner. Nach kurzem Clinchen am Käfigrand ging es in der Octagonmitte weiter, doch Rampage schien kein Risiko eingehen zu wollen und nicht, wie erhofft, mit Kombinationen Druck zu machen. Stattdessen versuchte er es mit kontrollierten einzelnen Haken, die Machida rückwärts in den Käfig drückten. Rampage nutzte dies zu einem Takedown, doch Machida kam schnell wieder auf die Beine und so ging es im Stand wieder an den Käfig und in den Clinch. Machida traf mit Knien zum Körper, während Rampage es mit Uppercuts und Haken versuchte.

Runde drei startete erneut mit einem für Druck sorgenden Rampage, der es nun seinerseits mit Lowkicks an Machidas Beinen versuchte. Die Schläge, die darauf von ihm folgten, verfehlten jedoch erneut ein ums andere Mal das Ziel. Machida explodierte plötzlich, traf mit harten Schlägen und jagte Rampage durch das Octagon. Er folgte mit harten Knien, die Rampage blockte und seinerseits mit Schlägen konterte, doch Machida klammerte und schaffte selbst einen Takedown. Auf dem Boden wanderte er von der Half-Guard in die Sidecontrol und schließlich in die Full-Mount. Rampage geriet in größere Gefahr, denn nach einigen kurzen Ellenbogen drehte sich Machida zu einem Armbar ein. Rampage versuchte sich zu befreien, schaffte es aber nicht und setzte zu einem seiner patentierten Slams an, doch Machida ließ in der Luft den Arm los und landete auf den Beinen. Rampage verfolgte Machida, doch der nutze den Schwung zu einem weiteren Takedown und versuchte sich an einem Leglock, mit dem die Runde schließlich endete. Der Kampf ging an die Punktrichter, während Rampage sichtlich enttäuscht in seine Ecke lief. Zum Erstaunen aller werteten die Punktrichter den Kampf 2-1 für Rampage. Dieser schaute überglücklich in die Kamera und sagte im Interview mit Joe Rogan: „Machida hat mir den Hintern versohlt. Ich will ihm einen Rückkampf geben. Ich denke nicht, dass ich diesen Kampf gewonnen habe.“ Offenbar gaben zwei der Punktrichter die ersten beiden (knappen) Runden aufgrund der höheren Aggressivität an Jackson. Ein streitbares Urteil. Hier wird wieder einmal deutlich, dass das Punktesytem der amerikanischen Sportbehörden zu viele Lücken für eine ordnungsgemäße und faire Wertung des MMA-Sports aufweist. Kontrovers endete damit UFC 123.

Rampage versucht Machida zu treffen: Vergebens (Foto via UFC.com)

Matt Hughes vs. B.J. Penn

Penn verfolgte Hughes sofort und suchte den Schlagabtausch. Hughes versuchte es mit einem Roundhousekick zum Magen, den Penn abfangen konnte und danach weiter auf Hughes zumarschierte. Eine harte rechte Overhand des Hawaiianers traf schließlich, und Hughes ging zu Boden. Penn setzte mit einigen harten Schlägen nach, bis Hughes KO war und der Referee dazwischenging. Kurzer Prozess: Der alte BJ Penn ist zurück. Sieger via KO: BJ Penn

Penn schlägt Hughes KO (Foto via UFC.com)

Maiquel Falcao vs. Gerald Harris

Harris tastete seinen Gegner zunächst vorsichtig ab, da er wusste, dass er es mit einem Muay Thai-Spezialisten zu tun hatte. Falcao ließ Harris kommen um zu kontern, doch als beide Kontrahenten im Käfig clinchten, gelang Falcao der Takedown. Sofort wanderte er zum Rücken und versuchte einen Rear-Naked Choke. Harris kämpfte ums Überleben und versuchte den Würgegriff zu blocken. Die Sensation blieb aus, denn die Runde endete kurz vor dem Finish.

Runde zwei verlief, abgesehen von einem Slam durch Harris, fast identisch zur ersten. Falcao konnte wieder einen Rear-Naked Choke ansetzen, doch es schien Harris nicht zu stören, denn er hielt tapfer durch, ohne große Handabwehr zu benutzen. Falcao dominierte den Bodenkampf bis in die nächste Rundenpause.

Runde drei wurde im Stand geführt, denn Harris schien den Bodenkampf gegen den starken Falcao meiden zu wollen. Kein Takedownversuch folgte, was sich auf das Tempo auswirkte und die Fans zum Buhen brachte. Eine Minute vor Ende versuchte Harris schließlich doch einen Takedown, scheiterte jedoch kläglich an Falcaos Takedownabwehr. Der Kampf ging an die Ringrichter die folgendermaßen werteten: Maiquel Falcao gewinnt einstimmig nach Punkten (29-27, 29-28, 29-28)

Falcao gegen Harris (Foto via UFC.com)

Tim Boetsch vs. Phil Davis

Die beiden Kontrahenten suchten die richtige Reichweite und tasteten sich im Stehen ab. Wie viele Experten vermuteten, war es nur eine Frage der Zeit, bis Davis den Takedown bekommen würde und so geschah es auch. Davis kontrollierte Boetsch am Boden und brachte Ellenbogen und Kniestöße zum Bauch. Kurz vor Ende der Runde konnte Boetsch wieder auf die Beine gelangen.

Runde zwei startete nach kurzem Schlagabtausch mit einer Guillotine von Boetsch, die dazu führte, dass Davis in Half-Guard auf ihm landete. Davis arbeitete sich von dort weiter vor und bekam einen Kimura zu fassen. Boetsch versuchte sich zu befreien, doch Davis hielt den Winkel im sichtlich schmerzhaften Bereich von Boetsch und brachte ihn damit schmerzverzerrt zur Aufgabe. Sieger via Kimura: Phil Davis

Boetsch wird von Davis kontrolliert (Foto via UFC.com)

George Sotiropoulos vs. Joe Lauzon

Die beiden BJJ-Spezialisten begannen den Kampf im Stand und jagten sich mit harten Schlägen durch den Käfig. Sotiropoulos suchte nach einigen Minuten den Bodenkampf, doch Lauzon kämpfte tapfer dagegen und blockte. Sotiropoulos gelang der Takedown schließlich doch, während Lauzon sich herauszuwinden versuchte. Es gelang ihm nicht, denn Sotiropoulos wanderte in immer gefährlichere Positionen und konnte Sekunden vor dem Ende die Full Mount erreichen, gefolgt von einem Armbar, doch Lauzon drehte sich heraus und schlug mit harten Ellenbogen zu bis die Runde in die Pause ging.

Runde zwei begann mit harten Attacken von Sotiropoulos, bis ihm wieder der Takedown gelang. Diesmal schien er entschlossen zu sein, Lauzon nicht mehr entkommen zu lassen und kletterte aus der Sidecontrol zum Kimura. Der Griff entglitt ihm zunächst, saß jedoch beim zweiten Versuch und brachte Lauzon zum Abklopfen. Sieger via Kimura: George Sotiropoulos

Sotiropoulos (im Vordergrund) beim Takedownversuch gegen Lauzon (Hintergrund) (Foto via UFC.com)

UFC 123: Rampage vs. Machida
20.November 2010
Palace of Auburn Hills in Auburn Hills, Detroit, Michigan


Hauptkämpfe
Quinton „Rampage“ Jackson bes. Lyoto „The Dragon“ Machida nach Punkten (geteilt) (29-28, 28-29, 29-28)
B.J. Penn bes. Matt Hughes via KO (Schläge) in Rd. 1 (0:21)
Maiquel Falcao bes. Gerald Harris nach Punkten (einstimmig) (29-27, 29-28, 29-28)
Phil Davis bes. Tim Boetsch via Submission (Kimura) in Rd. 2 (2:55)
George Sotiropoulos bes. Joe Lauzon via Submission (Kimura) in Rd. 2 (2:43)

Vorkämpfe (Spike TV)
Brian Foster bes. Matt Brown via Guillotine Choke in Rd. 2, (2:11)
Mark Munoz bes. Aaron Simpson nach Punkten (einstimmig) (29-28, 29-28, 29-28)

Vorkämpfe (nicht im TV)
Dennis Hallman bes. Karo Parisyan via TKO (Schläge) in Rd. 1 (1:47)
Edson Barboza bes. Mike Lullo via TKO (Kicks) in Rd. 3 (0:26)
Paul Kelly bes. T.J. O'Brien via TKO (Schläge) in Rd. 2 (3:16)
Nik Lentz bes. Tyson Griffin nach Punkten (geteilt) (29-28, 27-30, 29-28)