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Kommt Tito Ortiz zu Strikeforce?

Tito Ortiz (15-6-1) verkündete während der UCFC „Clementi vs. Jensen“-Veranstaltung am vergangenen Wochenende, „sehr kurz vor der Vertragsunterzeichnung mit Strikeforce“ zu sein. Der Kontrakt umfasse zunächst vier Kämpfe. Ebenfalls erwähnte er einen möglichen Kampf gegen Renato „Babalu“ Sobral (32-8-0) anlässlich einer Strikeforce-Show im Oktober. Sobral gewann zuletzt fünf Kämpfe in Folge gegen respektable Gegner und dürfte der klare Favorit sein.

Es wäre Titos erster Kampf seit er von Lyoto Machida demontiert wurde, im Mai 2008. Sein letzter legitimer Sieg liegt schon über drei Jahre zurück, als er einen umstrittenen Punktsieg gegen Forrest Griffin mit Mühe und Not über die Zeit rettete. Danach verschwendete er ein halbes Jahr mit lukrativem Rummelboxen gegen den abgehalfterten Ken Shamrock. In den folgenden drei Kämpfen blieb Ortiz sieglos.

 

Der langjährige UFC Halbschwergewichtschampion war früher einer der gefürchtetsten Kämpfer der Welt. Er gewann den Titel im April 2000 in einem einseitigen Kampf gegen Wanderlei Silva (UFC 25) und verlor ihn erst dreieinhalb Jahre später - ebenso einseitig - an Randy Couture (UFC 44, 2), nach fünf erfolgreichen Titelverteidigungen. In den letzten Jahren verlegte der nunmehr 34-jährige Ortiz sein Augenmerk auf andere Aktivitäten: Eine erfolglose Schauspieler-Karriere, seine erfolgreiche Bekleidungsfirma, Auftritte in TV-Shows, Ehe mit Jenna Jameson und diversen Rollen bei verschiedenen Promotions.

Zur Weltspitze im MMA hingegen gehört Ortiz schon lange nicht mehr. Selbst wenn er sich wieder voll aufs Kämpfen konzentrieren würde, hätte er keine Aussicht auf großen Erfolg. Sein Kampfstil ist veraltet, seine Fähigkeiten geschwunden, sein Körper wird nicht jünger. Er lebte immer von seiner Ausdauer und kraftvollen Takedowns mit vernichtendem Ground and Pound. Im Stand hat er nichts zu bieten. MMA hat sich weiterentwickelt, Ortiz zurückentwickelt.

Umso unsinniger seine Vorstellung, zum Abschluss seines Strikeforce-Deals einen Catchweight-Kampf gegen Fedor Emelianenko anzustreben. Diese Ansetzung wäre so absurd wie Fedors Kampf gegen Matt Lindland. Es ist daher zu vermuten, dass Tito dieses aussichtslose Duell deshalb auch in so weite Ferne rückte. Auf diese Art kann er bellen, ohne gebissen zu werden.