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Kenny Florian geht in Rente

Kenny "Ken Flo" Florian (Foto: Dave Mandel/Sherdog)

Am Donnerstagabend ging das offizielle Wiegen für das TUF: Live Finale zuende, und nachdem der letzte Kämpfer die Bühne verlassen hatte, verkündete UFC Präsident Dana White den Rücktritt von UFC-Veteran Kenny "Ken Flo" Florian (14-6 MMA, 12-5 UFC).

Wie White im Pearl at the Palms vor der Bekanntgabe des Rücktritts schon berichtet hatte, holte er Florian im Jahr 2004 in die UFC, nachdem er ihn in Boston in einem Kampf gegen Drew Fickett gesehen hatte, den Florian knapp nach Punkten verlor. White war jedoch so beeindruckt von dem im Vergleich zu Fickett viel schmächtigeren Florian, dass er ihm einen Platz in der ersten Staffel der Reality-Serie "The Ultimate Fighter" anbot - Florian nahm an, brachte es bis in das Finale der Staffel und wurde in den darauffolgenden Jahren zu einem Star innerhalb der Ultimate Fighting Championship.

Sein Ziel, einmal einen UFC-Gürtel um die Hüften zu tragen, konnte Florian während seiner sechseinhalb Jahre andauernden Octagon-Karriere trotz drei Titelkämpfen zwar nicht erfüllen, mit einigen denkwürdigen Schlachten in insgesamt vier Gewichtsklassen und Siegen gegen Kämpfer wie Joe Stevenson, Sam Stout, Joe Lauzon, Clay Guida, Takanori Gomi u.v.m. wird der Bostoner aber dennoch in Erinnerung bleiben.

Seinen letzten Kampf bestritt Florian im letzen Oktober, bei UFC 136 im Toyota Center in Houston. Die Begegnung mit José Aldo markierte nach verlorenen Titelkämpfen gegen Shean Sherk und BJ Penn Florians dritte Chance auf einen UFC-Gürtel, dieses Mal im Federgewicht. Besiegen konnte Florian den Weltmeister zwar nicht, aber dennoch hatte er in der fünfründigen Begegnung seine Momente und geriet gegen den brandgefährlichen Brasilianer nie an den Rand einer vorzeitigen Niederlage.

Florians letzter Sieg kam einige Monate zuvor zustande: Bei UFC 131 in Vancouver nahm er dem zu diesem Zeitpunkt sehr hoch gehandelten Brasilianer Diego Nunes eine einstimmige Punktentscheidung ab, die ihm den Titelkampf gegen Aldo einbrachte.

Als Grund für die Entscheidung, sich als Kämpfer aus der UFC zurückzuziehen, gab Florian eine langanhaltende Rückenverletzung an, die ihn im Training monatelang stark eingeschränkt hatte und weitere, gezielte Wettkampfvorbereitungen unmöglich macht.

Dem Sport und insbesondere der UFC bleibt Florian allerdings weiterhin erhalten, denn der 36-Jährige wird sich von nun an neben seinen Gyms in Boston und Los Angeles der Arbeit als Kommentator widmen, die er schon während seiner aktiven Karriere hin und wieder ausgefüllt hatte. Seitdem mit Anfang dieses Jahres der Deal der UFC mit dem Fox-Netzwerk begann, ist er  bei auf Fuel TV oder FX übertragenen Events bereits regelmäßig neben Jon Anik zu sehen und hat nun vor, diese Arbeit neben dem Octagon weiterzuführen. Außerdem analysiert Florian auch immer wieder in Sendungen wie "UFC Tonight" anstehende Kämpfe oder ist anderweitig auf Übertragungen zu sehen.