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Josh Thomson verkündet Karriereende

Josh Thomson (Foto: ZUFFA LLC)

Josh Thomson macht Schluss. Knapp drei Jahre nach seinem letzten Auftritt in einem Käfig sagt der 41-Jährige nun endgültig Goodbye. Thomson hatte in seiner Karriere für die UFC, PRIDE, Bellator und Strikeforce gekämpft, wo er den Titel im Leichtgewicht gewinnen konnte. Der heutige Bellator-Kommentator beendet seine Karriere mit 22 Siegen in 32 Kämpfen.

„Ich kann sagen, dass ich offiziell im Ruhestand bin“, sagte Thomson im ‚Weighing In‘-Podcast zu John McCarthy. „Ich kann es endlich sagen. Ich habe festgestellt, dass ich mehr Treffer abbekommen habe, als ich hätte abkriegen sollen. Manchmal muss man Sachen einfach aussprechen. Ich will nicht dieses Leben leben, ein Sandsack für andere sein. Die Leute sehen nur die Treffer, die man im Kampf abbekommt, aber ich habe zusehends mehr im Training eingesteckt. Die Leute realisieren das nicht und im Training steht man jungen, talentierten Typen im Gym gegenüber, die einem den Hintern versohlen. Es ist nicht nur der Typ, der am Ende im Käfig auf der anderen Seite steht, es ist die Vorbereitung dorthin. All die anderen Treffer, die man nimmt.“

Thomson begann seine Profi-Karriere im Jahr 2001 und kämpfte bereits in seinem dritten Duell gegen Norifumi „Kid“ Yamamoto auf Hawaii, wobei der Kampf wegen eines Tieftrittes in einem No Contest endete. Nach fünf Siegen kam er in die UFC und gewann Kämpfe gegen Gerald Strebendt und den späteren Titelherausforderer Hermes Franca, bevor er mit einem Flying Head Kick von Yves Edwards, einem Highlight für die Ewigkeit, ausgeknockt wurde und die UFC wieder verließ.

Nach einem kurzen Abstecher zu PRIDE unterschrieb er bei Strikeforce, wo er seine beste Zeit erleben sollte. Im Debüt unterlag er im Titelkampf noch Clay Guida, danach sollte er dreieinhalb Jahre lang keinen Kampf mehr verlieren und erst den US- und dann gegen Gilbert Melendez den Leichtgewichtstitel gewinnen.

Der Grundstein einer jahrelangen Rivalität war gelegt, insgesamt standen sich Thomson und Melendez drei Mal in ihrer Karriere gegenüber. Drei Mal ging es an die Punktrichter, Melendez gewann zwei der drei Aufeinandertreffen. Bei Strikeforce konnte er darüber hinaus Siege über Gesias Cavalcante, KJ Noons oder Duane Ludwig feiern.

2013 kehrte er in die UFC zurück und wurde im Debüt prompt zum ersten und bis heute einzigen Kämpfer der UFC-Geschichte, der Nate Diaz ausknocken konnte. Fast hätte er als Ersatz für TJ Grant einen Titelkampf mit dem Knockout erhalten, doch Anthony Pettis verletzte sich und musste den angedachten Kampf wieder absagen. Es sollte der einzige Sieg im zweiten UFC-Kapitel bleiben. Gegen Benson Hendrson und Bobby Green unterlag er knapp, gegen Tony Ferguson klarer nach Punkten.

2015 verließ er die UFC wieder und heuerte bei Bellator MMA an, wo er noch im gleichen Jahr zwei vorzeitige Siege feiern konnte, bevor er im Februar 2017 gegen Patricky Freire zum letzten Mal einen Käfig betrat und in der zweiten Runde ausgeknockt wurde.

„Ich habe in meiner Karriere wenig Schaden genommen, bevor ich gegen Tony Ferguson gekämpft habe. Da habe ich viel abbekommen. Bei Bellator habe ich in den ersten beiden Kämpfen fast nichts abbekommen, aber es hat sich schon anders angefühlt, wenn man getroffen wurde. Ich konnte die Schläge nicht mehr einfach so wegstecken. Ich hatte sie früher nie gespürt. Wenn man jeden Treffer fühlt, ist es nicht mehr das gleiche wie damals als man sich in die Sache verliebt hat. Das Gefühl im Training und bei einem Treffer ist nicht mehr dasselbe.“

Thomson hatte zuletzt noch mit dem Gedanken gespielt, noch für einen letzten Kampf zurückzukehren, sich dann jedoch nach Donald Cerrones Niederlage in Las Vegas und dem überraschenden Tod der Basketball-Legende Kobe Bryant dagegen entschieden.

„Es gibt ein Leben nach dem Kämpfen. Man hat vielleicht 20, 30, eventuell noch 40 Jahre, wenn man Glück und Gottes Segen hat, um mit seinen Kindern und seiner Frau zu leben. Nach Sonntag und dem Unfall mit Kobe Bryant, ihn und seine Tochter zu verlieren, hat mir klar gemacht, dass auch er eigentlich an der Schwelle zu einem Leben nach dem Athleten war, dass er genießen wollte und man einfach nie weiß, wann oder wie es endet. Ich habe Familienangehörige, die ich seit Jahren nicht gesehen habe, mein Vater ist früh verstorben und ich habe lange nur versucht, meinen Traum als Kämpfer zu verfolgen. Ich habe Gelegenheiten ausgelassen, Zeit mit meiner Familie und meinem Vater zu verbringen. Es gibt so viel, was im Leben passiert.“