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Jones zwingt Belfort zur Aufgabe, Johnson gewinnt Titel

Jon Jones zwang Vitor Belfort zur Aufgabe. (Foto: Esther Lin/MMAFighting.com)

Jon Jones hat es erneut getan: Dominant zerpflückte der UFC Halbschwergewichtschampion mit Vitor Belfort einen weiteren alten Hasen des MMA-Sports. Neben der Titelverteidigung wurde bei UFC 152 in Toronto, Kanada auch ein neuer Titel vergeben. Demetrious Johnson und Joseph Benavidez lieferten sich eine Schlacht über fünf Runden, um den ersten UFC Fliegengewichtschampion der Geschichte zu küren.

Jon Jones vs. Vitor Belfort

Zügig sicherte sich Jon Jones einen Takedown, fand sich aber in kürzester Zeit in einem Armbar von Vitor Belfort wieder, der die Sensation beinahe perfekt gemacht hätte. Immerhin konnte man deutlich sehen, dass sich der Arm des Champions in einer äußerst unangenehmen Position befand. Jones konnte Belfort noch einmal abschütteln und bearbeitete ihn daraufhin bis zum Rundenende am Boden mit seinen berüchtigten Ellenbogen, die schnell die erste Platzwunde über Belforts rechtem Auge öffnete.

In der zweiten Runde konnte Jones den Brasilianer mit Side Kicks zum Knie auf Distanz halten. Belfort selbst versuchte sich mit Head Kicks und Schlägen, musste aber immer wieder schmerzhafte Treffer einstecken. Überraschend zog Belfort den Champion dann vom Stand in seine Guard, von wo aus er sich erneut an einem Armbar versuchte. Es blieb beim Versuch und so kassierte Belfort weitere Ellenbogen.

Nach einem kurzen Schlagabtausch landete Jones einen Side Kick zum Körper, woraufhin Belfort mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden ging. Kurz ging Jones in Belforts Guard, entschied sich dann aber doch für die Fortführung des Kampfes im Stand. Hier ging Belfort nun etwas aggressiver vor, zog Jones aber erneut in seine Guard, wo es für den Brasilianer erneut Ground and Pound hagelte.

In der vierten Runde lieferten sich beide Kontrahenten einen harten Schlagabtausch, bis Belfort den Champion zum dritten Mal im Kampf zu Boden zog. Diesmal agierte Jones schnell, deckte Belfort mit Schlägen ein und setzte einen Americana an, mit dem er den Herausforderer letztendlich zum Abklopfen brachte. Somit blieb Jones auch in seiner vierten Titelverteidigung erfolgreich, auch wenn er im Interview nach dem Kampf zugab, dass der Armbar in der ersten Runde beinahe zum Kampfende geführt hätte.

Joseph Benavidez vs. Demetrius Johnson

Im ersten UFC-Fliegengewichtstitelkampf der Geschichte zeigte sich Joseph Benavidez zu Beginn sehr aggressiv. Mit Schlägen stürmte der Kämpfer aus dem Team Alpha Male nach vorne und drückte Demetrious Johnson daraufhin gegen den Käfig. Dieser konnte Benavidez' Takedown-Versuche jedoch problemlos abwehren. Zum Ende der ersten Runde schien Johnson langsam warm zu werden und landete zunehmend Kontertreffer.

Johnsons enorme Geschwindigkeit machte es Benavidez im Verlauf des Kampfes immer schwerer, Treffer zu landen. Oftmals duckte sich Johnson ab und landete präzise Konterhaken. Im vierten Durchgang landete Benavidez dann eine krachende Rechte, die Johnson zu Boden beförderte. Benavidez versuchte sich direkt an einem Guillotine Choke, doch Johnson wieselte sich aus dem Aufgabegriff heraus, nur um seinerseits einen Beinhebel anzusetzen. Schnell befreite sich Benavidez jedoch aus dieser Position.

In der fünften und letzten Runde überzeugte Johnson zu Beginn mit einem Double-Leg Takedown, gefolgt von einem Suplex. Im weiteren Verlauf der Runde konnte sich Johnson mit weiteren Takedowns wichtige Punkte sichern, auch wenn sich Benavidez nicht lange auf dem Boden halten ließ. Die Punktrichter waren am Ende geteilter Meinung und erklärten Johnson mit 48:47, 47:48 und 49:46 auf den Punktzetteln zum ersten UFC-Fliegengewichtschampion.

Michael Bisping vs. Brian Stann

Bisping begann clever und verlagerte das Gefecht schnell an die Käfigrand, wo er im Clinch nicht von Stanns schweren Händen getroffen werden konnte. Dafür landete er selbst einen kurzen Ellenbogen zum Kopf des Ex-Marines. Nachdem der sich vom Zaun lösen konnte, schien er im Stand aber die besseren Momente zu haben, vor allem kurz vor Rundenende, als er Bisping mit einer harten Geraden erwischte, die den Briten ordentlich durchrüttelte. Stann versuchte nachzusetzen, doch Bisping schaffte es in die Pause.

Im zweiten Durchgang änderte Bisping die Taktik und brachte Stann zügig zu Boden. Der konnte den Takedown zwar nicht verteidigen, dafür aber am Boden sweepen und mit Ground and Pound attackieren. Bisping stand daraufhin auf und brachte Stann kurze Zeit später erneut zu Boden.

Die dritte Runde spielte sich wieder hauptsächlich im Stand ab. Stann war inzwischen schon deutlich gezeichnet und offenbar auch nicht mehr so fit wie Kardio-Maschine Bisping. So entschied der auch den dritten Durchgang für sich und gewann somit den Kampf mit dreimal 29:28.

Matt Hamill vs. Roger Hollett

Der taube Ringer Matt Hamill kehrte hier nach dreijähriger Pause zurück und fuhr einen einstimmigen Punktsieg gegen Hollet ein. Die Geschichte des Kampfes bestand aus Takedowns und Bodenkontrolle von Hamill – ganze sechs Mal brachte er den Kampf zu Boden. Während er dort in Runde eins noch Dauerfeuer folgen ließ, wurden die Arme in den Folgerunden offenbar langsam schwer und Hamill war in der Oberlage zu inaktiv. Für den einstimmigen Punktsieg reichte es nach drei Runden aber dennoch.

Cub Swanson bes. Charles Oliveira

Swanson konnte hier gegen den erst 22-jährigen Grappling-Virtuosen Oliveira einen weiteren beeindruckenden Sieg einfahren. Nach einer kurzen Abtastphase erwischte er den Brasilianer mit einem perfekt platzierten Leberhaken, setzte einen rechten Kopfhaken hinterher und Oliveira ging zu Boden, offenbar noch immer kampfunfähig von der Wirkung des Körpertreffers. Der Kampf war damit nach 2:40 Minuten vorüber.

Igor Pokrajac vs. Vinny Magalhaes

Magalhaes feierte hier sein Comeback in der UFC – und was für eins! Beide Kämpfer clinchten früh in der ersten Runde und Pokrajac gelang der Takedown. Am Boden ging es hin und her, bis Magalhaes seinen Gegner aufstehen ließ und die Runde kurz darauf ihr Ende fand. Durchgang zwei begann ähnlich, wieder wurde früh geclincht und der Kampf landete am Boden, mit Pokrajac in der Oberlage. Magalhaes versuchte sich an einem Triangle Choke, wechselte aber kurz darauf zu einem Armbar. Pokrajac verteidigte gut, doch Magalhaes zwang den Cro Cop-Schüler auf den Rücken und zog den Armhebel durch, bis Pokrajac wie wild abklopfte.

TJ Grant vs. Evan Dunham

Wie so oft, wenn sich zwei begabte Grappler im Käfig gegenüberstehen, fand dieser Fight fast ausschließlich im Stand statt – und das war gut so. Beide Kämpfer lieferten sich eine hochspannende und actiongeladene Schlacht, in der ein Schlagabtausch den nächsten jagte. Ein Knie von Grant öffnete einen Cut auf der Stirn von Dunham, weitere Kniestöße in Runde zwei vergrößerten die Platzwunde noch. Zwar konnte Dunham in den ersten beiden Runden jeweils kurz vor Schluss einen Takedown erzielen, in den Schlagabtauschen hatte Grant jedoch leicht die Nase vorn. Die Punktrichter entschieden nach drei knappen Runden mit 29:28, 29:28, 29:28 für Grant.

Sean Pierson vs. Lance Benoist

Lokalmatador Pierson konnte vor heimischer Kulisse in Toronto die ersten beiden Runden gegen Lance Benoist weitestgehend deutlich für sich entscheiden. Im Stand landete er die klareren Treffer. In Runde drei gelang es Benoist jedoch, den Ex-Polizeibeamten mit einem linken Haken anzuklingeln. Er setzte nach – schaffte das vorzeitige Finish trotz Niederschlag und Ground and Pound jedoch nicht. Pierson rettete sich schwer angeschlagen über die Zeit – und entschied den Kampf damit mit zwei zu eins Runden auf allen drei Punktzetteln für sich.

Marcus Brimage bes. Jimy Hettes

Brimage marschierte von Beginn an und schien kaum Probleme mit dem deutlich größeren Hettes zuhaben, überbrückte immer wieder die Distanz und landete knackige Haken. Ab Durchgang zwei schien ihm jedoch die Luft auszugehen. Nachdem Hettes den Kampf zu Boden bringen konnte, sicherte er sich erst die Side-Control und später den Rücken des TUF-Veteranen. Zum Rear-Naked Choke reichte es jedoch nicht. Runde drei spielte sich wieder größtenteils im Stand ab. Zwar besaß Brimage nicht mehr die Power und Spritzigkeit von Runde eins, konnte aber dennoch die klareren Treffer für sich verbuchen, so dass er letztlich den Kampf mit dreimal 29:28 nach Punkten gewann.

Seth Baczynski vs. Simeon Thoresen

Dies war der zweite UFC-Fight des Norwegers Simon Thoresen, nachdem er sich im April, in Schweden, gegen Basem Yousef durchsetzen konnte. Mit Baczynski hatte er nun einen deutlich härteren Brocken vor sich. Beide lieferten sich einige sehenswerte Schlagabtausche, bis Baczynski eine lange Hand des Norwegers meiden und mit einem linken Haken kontern konnte. Thoresen ging sofort zu Boden, Baczynski wollte nachsetzen, doch der Kampf wurde sofort abgewunken.

Mitch Gagnon vs. Walel Watson

Watson begann den Kampf mit einem Superman-Punch, den Gagnon mit einer krachenden Linken abkonterte. Watson ging zu Boden, wo Gagnon sofort mit hartem Ground and Pound nachsetzte. Als Watson versuchte, sich aus der Schusslinie zu bringen, sicherte Gagnon den Rücken und ging zu einem Rear-Naked Choke über. Der klappte anfangs nicht ganz, nach einer Griffkorrektur blieb Watson jedoch nur noch der Tap-Out.

Kyle Noke vs. Charlie Brenneman

Kyle Noke eröffnete den Abend in Toronto mit einem schnellen TKO-Sieg über Charlie Brenneman. Noke streckte Brennemann nach nur wenigen Sekunden mit einer knackigen Rechten zu Boden und ließ einige Hände folgen. Zwar versuchte Brenneman sich der Attacken zu erwehren, doch Referee Dan Miragliotta schritt ein und winkte den Kampf vielleicht etwas frühzeitig ab.

 

UFC 152: Jones vs. Belfort
22. September 2012
Air Canada Centre in Toronto, Ontario, Kanada

UFC Halbschwergewichtstitelkampf
Jon Jones bes. Vitor Belfort via Americana nach 0:54 in Rd. 4 

UFC Fliegengewichtstitelkampf
Demetrius Johnson bes. Joseph Benavidez geteilt nach Punkten (48:47, 47:48, 49:46)

Michael Bisping bes. Brian Stann einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Matt Hamill bes. Roger Hollett (29:28, 30:27, 30:27)
Cub Swanson bes. Charles Oliveira via K.o. nach 2:40 in Rd. 1

Vorprogramm
Vinny Magalhaes bes. Igor Pokrajac via Submission (Armbar) nach 1:14 in Rd. 2
TJ Grant bes. Evan Dunham einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Sean Pierson bes. Lance Benoist einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Marcus Brimage bes. Jimy Hettes einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Seth Baczynski bes. Simeon Thoresen via K.o. nach 4:10 in Rd. 1
Mitch Gagnon bes. Walel Watson via Submission (Rear-Naked Choke) nach 1:09 in Rd. 1
Kyle Noke bes. Charlie Brenneman via TKO nach 0:45 in Rd. 1