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Jon Jones besiegt Alexander Gustafsson im Kampf des Jahres

Jon Jones darf sich weiterhin UFC-Halbschwergewichtschampion nennen. In einer Fünf-Runden-Schlacht verteidigte er seinen Titel heute Morgen bei UFC 165 gegen den Schweden Alexander Gustafsson, der ihm den härtesten Kampf seiner bisherigen Karriere lieferte.

Schon in der ersten Runde setzte Gustafsson den Champion mit schnellen Kombinationen und Konterschlägen unter Druck und öffnete bei Jones zeitig eine Platzwunde direkt über dem rechten Auge. Jones zeigte sich verhalten und benötigte einige Zeit, um mit Gustafssons Reichweite und flinken Bewegungen klar zu kommen. Zum Ende der Runde gelang Gustafsson sogar ein Takedown, was bislang keinem anderen Kämpfer gegen Jon Jones gelang.

Die zweite Runde verlief etwas ausgeglichener. Gustafsson landete erneut zahlreiche Fäuste, während Jones vor allem mit effektiven Kicks punktete. Die Takedown-Versuche des Champions wehrte Gustafsson mit überraschender Leichtigkeit ab.

Auch im dritten Durchgang konnte Jones den Kampf nicht auf die Matte verlagern und kassierte zahlreiche Schlagkombinationen, die sein Gesicht immer stärker anschwellen ließen. Mit Kicks zum Knie und zum Körper konnte Jones langsam das Tempo aus Gustafssons Bewegungen nehmen.

In der vorletzten Runde versuchte sich Jones häufig an Head Kicks und Ellenbogen, fand aber weiterhin keine Mittel dafür, Gustafsson zu Boden zu bringen. Der Schwede landete auch hier viele Schläge, die Jones‘ zunächst kleine Platzwunde in einen bedrohlich klaffenden Riss verwandelten. Kurz vorm Rundenende erwischte Jones seinen Gegner mit einem harten Spinning Elbow direkt an der Stirn und setzte ein Knie nach. Auf wackeligen Beinen legte Gustafsson den Rückwärtsgang ein und rettete sich damit in die letzte Runde.

Hier sicherte sich Jones erstmals einen Takedown, doch Gustafsson benötigte nur wenige Sekunden, um wieder auf die Beine zu kommen. Im Stand gaben beide noch einmal Vollgas und landeten harten Treffer. Stark ermüdet versuchten sie den Kampf doch noch vorzeitig zu beenden, doch am Ende mussten die Punktrichter zur Entscheidung gerufen werden. Einstimmig erklärten diese letztendlich Jon Jones zum Sieger dieses knappen Kampfes, der an Dramatik kaum zu übertrumpfen war und das Air Canada Center in Toronto zum Kochen brachte.

Barao stoppt Wineland mit spektakulärem Kick

Eddie Wineland startete aggressiv in den Kampf um Renan Baraos Interims-Bantamgewichtstitel. Mit harten und schnellen Schlägen marschierte er nach vorne und gab dem Champion nur wenig Spielraum für Angriffe. Erst kurz vorm Ende der ersten Runde kam Barao mit einer sauberen Schlagkombination ins Ziel, die Wineland verhaltener kämpfen ließ.

Die zweite Runde sollte nicht allzu lange dauern. Im Schlagabtausch duckte sich Wineland ab, während Barao zur gleichen Zeit einen Spinning Back Kick abfeuerte. Der Tritt erwischte Wineland am Kinn und schickte ihn zu Boden. Barao folgte mit Ground and Pound, bis der Ringrichter den Kampf letztendlich abbrach.

Überzeugende Siege für Schaub, Carmont und Nurmagomedov

Brendan Schaub tauschte zunächst Kicks und Schläge mit Matt Mitrione aus. Mit einer schnellen Schlagkombination stürmte Schaub auf seinen Gegner los und brachte ihn daraufhin zu Boden. Hier setzte er direkt einen D’Arce Choke an. Mitrione signalisierte dem Ringrichter zunächst, nicht in Gefahr zu sein, ging dann aber wenige Sekunden später im Würgegriff schlafen.

Pure Dominanz gab es im Duell zwischen Francis Carmont und Costa Philippou zu bestaunen. Drei Runden lang bestimmte Carmont den Kampfverlauf mit sicheren Takedowns und Ground and Pound. Philippou versuchte sich vereinzelt an Aufgabegriffen, konnte gegen Carmonts Top Control jedoch nichts ausrichten. Stolze zwölf Minuten verbrachte Carmont in der Top Position. Ein vorzeitiges Ende konnte er jedoch nicht herbeiführen und so wurde er nach 15 Minuten zum Sieger nach Punkten erklärt.

Im Kampf zwischen Pat Healy und Khabib Nurmagomedov flogen von Anfang an die Fäuste. Beide tauschten Haken und Geraden aus, wobei der Russe sich mit eingesprungenen Knien und Uppercuts etwa variabler zeigte. In der zweiten Runde versuchte sich Nurmagomedov vermehrt an Takedowns, konnte aber erst kurz vorm Rundenende einen durchbringen. Auch im letzten Durchgang suchte er den Bodenkampf. Mit einem harten Slam hämmerte er seinen Gegner auf die Matte, wo er ihn für den Rest der Runde halten konnte. Nach drei Runden erklärten die Punktrichter Nurmagomedov einstimmig zum Sieger. Dieser forderte daraufhin kurzerhand einen Titelkampf.

Das Vorprogramm

Mike Ricci zeigte sich im Duell gegen Myles Jury zunächst als aktiverer Kämpfer und landete eine Reihe von Kicks. Jury sicherte sich die Runde jedoch mit einem harten rechten Haken, der Ricci zu Boden schickte sowie einem Takedown. Die letzten beiden Runden verliefen recht ereignislos. Jury suchte den Takedown, fand damit aber keinen Erfolg. Die Punktrichter werteten den Kampf schließlich geteilt an Myles Jury.

Während sich Ivan Menjivar und Wilson Reis in der ersten Runde noch im Stand duellierten, fanden die letzten beiden Durchgänge überwiegend auf der Matte statt. Hier war es UFC-Debütant Wilson Reis, der den Kampf immer wieder auf die Matte verlagerte und mit Ground and Pound Punkte sammelte. Der einstimmige Punktsieg war ihm damit sicher.

Chris Clements konnte im Kampf gegen Stephen Thompson zunächst im Stand mithalten, kassierte aber im weiteren Verlauf immer häufiger saubere Kombinationen vom „Wonderboy“. In der zweiten Runde landete Thompson eine krachende Rechte, die Clements zurückstolpern ließ. Mit einer Linken schickte er ihn schließlich zu Boden und sicherte sich damit den K.o.-Sieg.

Harte Hände feuerten Dustin Kimura und Mitch Gagnon ab. Gagnon zielte dabei auf Kimuras Kopf ab, während er selbst einige Körpertreffer einstecken musste. Nach einem Leberhaken knickte Gagnon ein, doch er nutzte Kimuras Ansturm eiskalt aus und brachte ihn zu Boden. Kimura kam wieder auf die Beine, wo sich beide weiter mit Fäusten eindeckten. Gangnon zog Kimura dann überraschend in seine Guard und setzte einen Guillotine Choke an. Kimura versuchte zu entkommen, verpasste dabei aber den Moment abzuklopfen und ging schlafen.

John Makdessi und Renee Forte lieferten sich einen unterhaltsamen Schlagabtausch, in dem ersterer leicht die Überhand gewann. Nach nicht einmal zwei Minuten erwischte Makdessi seinen Gegner mit einer Rechten direkt hinter dem Ohr. Forte fiel zu Boden und kassierte eine Reihe von Schlägen, bis der Ringrichter dazwischen ging.

Einen abwechslungsreichen Kampf lieferten sich Jesse Ronson und Michel Prazeres. Letzterer zeigte sich in der ersten Runde am Boden überlegen und sammelte sich im weiteren Kampfverlauf insgesamt sieben Takedowns an. Ronson dominierte hingegen den Kampf im Stand, konnte jedoch nichts gegen die zahlreichen Takedowns und Prazeres‘ Top Control ausrichten. Knapp wurde Prazeres letztendlich von den Punktrichtern zum Sieger erklärt.

Roland Delorme schickte Alex Caceres in der ersten Runde mit einem Schlag zu Boden und versuchte ihn dort in einen Rear-Naked Choke zu nehmen – ohne Erfolg. Die letzten beiden Runden dominierte „Bruce Leeroy“ im Stand mit guten Schlägen und wurde somit verdientermaßen zum Sieger nach Punkten erklärt.

Daniel Omielanczuk vs. Nandor Guelmino

Der erste Kampf des Abends startete mit dem Österericher Nandor Guelmino, der sich ab der ersten Sekunde ein Kickboxduell mit dem Polen Daniel Omielanczuk lieferte.

Beide Athleten warfen mit harten Fäusten um sich, ebenso mit Kicks. Wenig später wurde die Begegnung am Käfig verlagert, wo beide ihre Position wechselten und vereinzelte Schläge anbringen konnten. Referee Dan Miragliotta trennte die Kämpfer schließlich. Omielanczuk fing einen Kick von Guelmino ab und konnte diesen damit auf die Matte zwingen, doch der Österreicher war blitzschnell wieder auf den Beinen.

In der zweiten Runde musste der Hunne einige Fäuste einstecken und verlor dabei seinen Mundschutz. Der Pole konnte einen Double-Leg Takedown erzielen und arbeitete an einem Kimura, den Guelmino jedoch sweepen konnte. Jetzt hielt Guelmino seinen Gegner am Boden und schlug aus der Side Control auf ihn ein. Weitere Angriffe aus der Half Guard folgten, die die Runde für den Wiener sicherten.

In der dritten Runde schlugen beide Schwergewichte, sichtlich ermüdet, erneut aufeinander ein. Der Pole drückte Guelmino erneut in den Maschendraht, wo dieser einige Knie anbringen konnte, bis sie erneut vom Ringrichter getrennt wurden. Ein Frontkick des Österreichers wurde plötzlich von einer harten Faust gekontert, die Guelmino auf die Matte schickte. Mit einem weiteren Schlag sicherte sich Omielanczuk schließlich seinen ersten UFC-Sieg.

Die Ergebnisse von UFC 165 im Überblick:

UFC 165: Jones vs. Gustafsson
Samstag, 21. September 2013
Air Canada Centre in Toronto, Ontario, Kanada

Halbschwergewichtstitelkampf
Jon Jones bes. Alexander Gustafsson einstimmig nach Punkten (48:47, 48:47, 49:46)

Bantamgewichts-Interimstitelkampf
Renan Barao bes. Eddie Wineland T.K.o. (Schläge) nach 0:35 in Rd. 2

Brendan Schaub bes. Matt Mitrione via D’Arce Choke nach 4:06 in Rd. 1
Francis Carmont bes. Costa Philippou einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:26)
Khabib Nurmagomedov bes. Pat Healy einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27

Vorprogramm
Miles Jury bes. Mike Ricci geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 29:28)
Wilson Reis bes. Ivan Menjivar einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Stephen Thompson bes. Chris Clements via K.o. (Schläge) nach 1:27 in Rd. 2
Mitch Gagnon bes. Dustin Kimura via Guillotine Choke nach 4:05 in Rd. 1
John Makdessi bes. Renee Forte via T.K.o. (Schäge) nach 2:01 in Rd. 1
Michel Prazeres bes. Jesse Ronson geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 29:28)
Alex Caceres bes. Roland Delorme geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 29:28)
Daniel Omielanczuk bes. Nandor Guelmino via K.o. (Schlag) nach 3:18 in Rd. 3