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Ist Rampage fertig mit der UFC?

Quinton Jackson hat "andere Dinge im Kopf". (Foto: cageinsider.com)

Nachdem Quinton "Rampage" Jackson seinen Kampf gegen Ryan Bader, Ende letzten Monats bei UFC 144, relativ eindeutig nach Punkten verloren hatte, wurde ihm von vielen Fans schon ein Rücktritt nahegelegt. Ein mögliches Ende seiner Karriere hatte der ehemalige Halbschwergewichtschampion Jackson auch selbst schon im Vorfeld dieses Kampfes angedeutet – zumindest für seine Laufbahn in der UFC könnte dieses Szenario nun Realität werden.

Auf seinem Twitter-Account verkündete der polarisierende Ex-Champion heute, dass er wohl nur noch seinen letzten vertraglich festgesetzten Kampf im Octagon bestreiten und sich anschließend von der Organisation um Dana White trennen will.

"Ich werde gegen denjenigen kämpfen, den sie mir vorsetzten, wer immer das auch sein wird, aber es wird mein letzter Kampf in der UFC sein, ich habe andere Dinge im Kopf."

Eine solche Nachricht bleibt natürlich nicht lange unbeantwortet; die schnell aufkommenden Fragen überraschter Fans nach den Gründen für seine Entscheidung konnte oder wollte aber auch Rampage selbst nicht ganz konkret beantworten:

"Warum sollte ich bleiben? Ich brauche weder sie noch irgendjemand anderen, der schlecht für meine Karriere ist."

Es scheint also wieder einmal Meinungsverschiedenheiten zwischen Jackson und der Chefetage der UFC gegeben zu haben. Es wäre dabei nicht das erste Mal, dass Rampage seinen Rücktritt verkündet und es sich einige Zeit später wieder anders überlegt. Bereits im Jahr 2009 löste Jackson eine Menge gut dokumentierten Ärger mit Dana White aus, als er seinen Kampf gegen Rashad Evans zugunsten einer Hauptrolle in der Neuverfilmung der 80er-Jahre Serie "Das A-Team" absagte.

Trotz der Konflikte mit White kehrte Jackson nach Abschluss des Filmprojektes im Mai 2010 dann doch noch für den Kampf gegen Evans in die UFC zurück. Fünf Mal stand er seitdem im Octagon, wo er letztes Jahr sogar noch einmal um den Halbschwergewichtstitel antrat. In seiner aktuellen Ankündigung stellt Jackson daher klar, dass er nicht mit dem Kämpfen an sich aufhören will, sondern lediglich nicht mehr mit der UFC zusammenarbeiten möchte:

"Ich habe nicht gesagt, dass ich mit dem Kämpfen fertig bin, ich habe lediglich gesagt, dass ich nicht mehr für die UFC kämpfen werde, denn dort kämpft man billig, ich habe gesagt, dass ich andere Dinge im Kopf habe [...]"

Ob es sich bei diesen "anderen Dingen" um eine andere MMA-Organisation, eine bereits mehrmals angekündigte Karriere im Boxen, ein weiteres Filmprojekt oder etwas gänzlich anderes handelt, legte Jackson nicht offen. Ob er also tatsächlich mit der UFC brechen oder demnächst wieder regelmäßig in deren Octagon zu sehen sein wird, weiß daher niemand, wahrscheinlich nicht einmal Jackson selbst.

In den letzten Tagen machte der frühere PRIDE-Star bereits durch die Aussage auf sich aufmerksam, er hätte sich vor seinem Auftritt bei UFC 144: Edgar vs. Hendersoson, einer ärztlich verordneten Testosterontherapie unterzogen. Einige Sportler leiden unter niedrigem Testosteronspiegel und unterziehen sich daher einer solchen Hormontherapie, um ihren körpereigenen Haushalt wieder auf ein normales Niveau zu bringen. Im Fall von Rampage rümpften Fans und Experten allerdings ein wenig die Nase, da bekannt ist, dass in Japan, wo UFC 144 stattfand, keine Behörde existiert, die offizielle Dopingtests bindend durchführt und vielen Ex-PRIDE-Kämpfern daher der Missbrauch leistungssteigernder Substanzen nachgesagt wurde.

Ob diese Geschichte mit den aktuellen Twittter-Meldungen Jacksons etwas zu tun hat, ist bislang unklar. Sein letzter Tweet liest sich ähnlich kryptisch und sogar noch deutlich besorgniserregnder als die vorherigen:

“Ich brauche wieder die Hilfe eurer positiven Energie. Ihr könnt euch sicher sein, dass etwas nicht stimmt und habt mir in der letzten Nacht echt geholfen. Ich liebe euch alle und wünschte, ich könnte darüber sprechen, was los ist.”

Das wünschten Rampages Fans sicher auch.