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Invicta FC 6: Cyborg deklassiert Coenen

Cris Cyborg eroberte den Invicta FC-Titel im Federgewicht. (Foto: Elias Stefanescu/Groundandpound.de)

Invicta FC überzeugte erneut mit einer actionreichen Veranstaltung, die knallharte Kämpfe auf dem Programm hatte, bei dem die Zuschauer voll auf ihre Kosten kamen. Der Hauptkampf des Abends wurde von Cristiane „Cyborg“ Justino bestimmt, die ihre Kontrahentin Marloes Coenen wortwörtlich durch den Käfig scheuchte, um nach vier Runden den Titel im Invicta FC-Federgewicht ihr Eigen nennen zu können. Die Österreicherin Livia von Plettenberg konnte zudem einen Sieg einfahren, im Eröffnungskampf des Events.
Wir blicken für euch auf die Begegnungen des Abends:

Foto via Esther Lin/Invicta FC
Federgewichtstitelkampf
Marloes Coenen vs. Cristiane Justino
Nach dem ersten wilden Schlagabtausch suchte Coenen sofort den Clinch, mit dem sie am Käfig punkten wollte, doch Cyborg warf sie herum und landete in der Half-Guard, aus dem sie Ground and Pound anbringen konnte. Wenig später fand sich Coenen erneut auf dem Rücken wieder, nach einem Back Suplex von Justino, die daraufhin aus der Side Control angriff. Coenen konnte ihre Deckung oben halten und sich in die Rundenpause retten.

Die zweite Runde fing mit einem missglückten Double-Leg Takedownversuch von Coenen an, den Justino konterte und ihre niederländische Kontrahentin kurz darauf erneut auf den Rücken beförderte, durch einen Side-Slam, gefolgt von Ground and Pound. Cyborg ließ ihre Gegnerin wieder aufstehen, nur um erneut einen Slam sowie harte Schläge anbringen zu können. Coenen schien überfordert, versuchte erneut einen Double-Leg Takedown, den die Brasilianerin jedoch wieder problemlos abblocken konnte.

Die Dominanz ging in den kommenden Runden weiter, denn Justino schien mit Coenen spielen zu wollen. Harte Knie sowie knallharte Schläge scheuchten Coenen durch den Käfig, die sich an Cyborg klammern wollte und den Bodenkampf zu suchen versuchte. Die Niederländerin hatte allerdings keinen Erfolg und kassierte weiterhin harte Fäuste.

Die vierte Runde fing dort an, wo die Dritte aufgehört hatte, mit harten Angriffen von Cyborg, gefolgt von einem weiteren Slam. Kurz darauf, wieder auf den Beinen, wurde Coenen von einem rechten Schwinger getroffen, der sie benommen zu Boden schickte. Nach ausgiebigem Ground and Pound hatte Ringrichter John McCarthy ein Einsehen und brach die Begegnung ab. Cristiane “Cyborg” Justino wurde somit die erste Championess im Invicta-Federgewicht.
Cristiane Justino bes. Marloes Coenen via T.K.o. nach 4:02 in Rd.4

Foto via Esther Lin/Invicta FC
Titeleliminator im Papiergewicht

Claudia Gadelha vs. Ayaka Hamasaki
Gadelha schien körperlich extrem überlegen und konnte die Japanerin rasch auf den Boden bringen. Dort arbeitete die Brasilianerin aus der Half Guard an Aufgabegriffen wie einen Arm-Triangle Choke, oder einem Kimura, doch Hamasaki hielt dagegen. Kurz vor Ende der Runde trat Gadelha mit einem verbotenen Kniestoß an den Kopf ihrer liegenden Gegnerin, was zu einem Punktabzug führte.

In der zweiten Runde blockte Gadelha erneut einen Judo-Trip von Hamasaki, landete auf ihr und arbeitete sich schnell in die Side Control, aus der  es Ellenbogen hagelte. Das Duell der beiden BJJ-Schwarzgurte entschied Gadelha bislang für sich und kletterte in die Full Mount, aus der sie einen Arm-Triangle Choke ansetzte, doch Hamasaki hielt durch, bis zum Ringgong. Die letzte Runde wurde mit einer Backmount von Gadelha angefangen, die einen Rear-Naked Choke anzusetzen versuchte, doch Hamasaki konnte die Position kurzweilig drehen, wenn auch nur für kurze Zeit. Die Brasilianerin eroberte sich erneut die dominante Position, mit dem Full Mount, aus der harte Schläge folgten, die dem Duell ein Ende bereiteten und der Ringrichter einspringen musste.
Claudia Gadelha bes. Ayaka Hamasaki via T.K.o. nach 3:58 in Rd.3

Foto via Esther Lin/Invicta FC
Sarah D'Alelio vs. Lauren Taylor
Das als Grappler vs. Striker angekündigte Duell wurde seinem Hype gerecht. Taylor punktete mit harten Knien zum Körper, wurde dann auf den Boden gebracht, wo D´Alelio einen Triangle sowie einen Armbar ansetzte, doch Taylor befreite sich souverän. Die zweite Runde wurde im Stehen geführt, bei dem beide Damen Treffer anbringen konnte. Kurz vor Ende der Runde gelang Tylor ein wichtiger Takedown, der die enge Runde möglicherweise entschied. Nach einer hart geführten letzten Runde, bei der es erneut wilde Schlagduelle gab, ging der Kampf an die Punktrichter, die Taylor belohnten.
Lauren Taylor bes. Sarah D'Alelio einstimmig nach Punkten (30-27, 29-28, 29-28)

Foto via Esther Lin/Invicta FC
Titeleliminator im Fliegengewicht

Leslie Smith vs. Jennifer Maia
Beide Athletinnen lieferten sich einen harten Schlagabtausch, bis Smith ein Takedown gelang, nachdem sie einen Kick von Maia abfangen konnte. Kurz darauf ging es wieder auf die Beine, gefolgt von harten Fausthieben, die an Pride FC-Auftritten wie Don Frye gegen Yoshihiro Takayama erinnerten. In der letzten Runde konnte Smith hartes Ground and Pound aus der Half Guard anbringen, bis das Duell vom Ringgong gestoppt wurde.
Leslie Smith bes. Jennifer Maia einstimmig nach Punkten (30-27, 29-28, 29-28)

Foto via Esther Lin/Invicta FC
Jessica Penne vs. Nicdali Rivera-Calanoc

Rivera-Calanoc konnte ihr sauberes Boxen unter Beweis stellen, wodurch sie Penne mit Jabs und harten Rechten in Schach hielt. Die frühere Championess im Atomgewicht boxte einige Minuten mit, tauchte dann plötzlich zum erwarteten Double-Leg Takedown ab, der von Erfolg gekrönt war. Am Boden ging es von einer Top-Guillotine, aus dem Full Mount, herüber zum Rear-Naked Choke, in dem Rivera-Calanoc nur wenige Sekunden vor dem Rundengong abklopfen musste.
Jessica Penne bes. Nicdali Rivera-Calanoc via Rear-Naked Choke nach 4:57 in Rd.1

Joanne Calderwood vs. Norma Center
Calderwood brachte Knie und Ellenbogen in gewohnter Manier an, nachdem sie ihre Kontrahentin in den Zaun drücken konnte. Diese konnte jedoch einige Takedowns anbringen, zwar dort keinen Schaden anrichteten, aber Calderwood dadurch in ungewohnte Situationen bringen – die Schottin ist schließlich bekannt für eine extrem starke Takedown-Defense. Die Treffer machten am Ende den Unterschied, auch auf den Punktrichterkarten.
Joanne Calderwood bes. Norma Center einstimmig nach Punkten (30-27, 29-28, 29-28)

Bec Hyatt vs. Mizuki Inoue

Hyatt war die körperlich athletischere Kämpferin, die den Kampf auf den Beinen halten wollte und Schlagkombinationen abfeuerte. Inoue überbrückte die Distanz, drückte Hyatt in den Maschendraht und arbeitete im Clinch mit harten Aufwärtshaken und Knien. Nach einem Leg-Trip fiel Hyatt auf die Matte und wurde von einem Armbar bedroht, konnte sich jedoch befreien. In der zweiten Runde, gleiches Spiel. Erneut konnte Inoue einen Trip-Takedown erkämpfen und Hyatt auf den Rücken bringen.

Die Australierin wurde daraufhin mit harten Fäusten und Ellenbogen angegriffen, kassierte auf dem Rücken sogar Knie zum Körper. In der finalen Runde suchte Hyatt den K.o.-Punch und feuerte mehrere harte Rechte ab, die zum Teil ein Ziel fanden. Inoue hingegen konnte selten ihre Offensive anbringen. Nach drei Runden gab es eine umstrittene Punktrichterentscheidung, die jedoch nicht von Hyatt in Frage gestellt wurde.
Mizuki Inoue bes. Bec Hyatt einstimmig nach Punkten (29-28, 29-28, 29-28)

Miriam Nakamoto vs. Duda Yankovich
Yankovic suchte schnell den Clinch, um den gefährlichen Schlagkombinationen, der von vielen als weltweit besten Muay Thai-Kämpferin angesehenen Nakamoto zu entgehen. Der Clinch brachte einen Takedown, bei dem das Team Nogueira-Mitglied einen Fußhebel anzusetzen versuchte, doch Nakamoto befreite sich und pfefferte harte Schläge an den Kopf der Russin. Wieder auf den Beinen, und wieder im Clinch trafen harte Knie ihr Ziel, die schließlich die Begegnung beendeten, da Yankovich hart angeschlagen zusammenbrach.
Miriam Nakamoto bes. Duda Yankovich via T.K.o. nach 2:08 in Rd.1

Rose Namajunas vs. Tecia Torres
Harte Schlagkombinationen, bereits zu Beginn. Namajunas wurde mit einem Hüftwurf auf die Matte befördert, klammerte jedoch und konnte fast einen Armbar-Konter ansetzen, kassierte dabei jedoch einige Fäuste. Einige Minuten darauf musste sich Torres erneut aus einem Armbar befreien, den Namajunas mit einem Sprung aus dem Stand ansetzte. Es gelang ihr erneut. Wieder auf den Beinen teilten beide Kämpferinnen harte Fäuste aus, wobei Torres mehr Treffer verbuchen konnte. In der letzten Runde punktete Namajunas mit einem Hüftwurf, befand sich für mehrere Minuten in der Guard von Torres und konnte so einige Schläge anbringen. Das Duell ging an die Punktrichter, die Torres belohnten.
Tecia Torres bes. Rose Namajunas geteilt nach Punkten (30-27,29-28,29-28)

Vorkämpfe:
Die Begegnung zwischen Ediane Gomes und Tamikka Brents musste ausfallen, da sich die Amerikanerin beim Aufwärmen eine Knieverletzung zuzog und dadurch nicht mehr antreten konnte. Bitter für Gomes, schließlich war Brents bereits eine Ersatzgegnerin für die zuvor ausgefallene Charmaine Tweet (GnP berichtete).

Ashley Cummins vs. Emily Kagan

Beide Kämpferinnen waren darauf bedacht, das Duell auf den Beinen zu halten. Keine signifikanten Treffer kamen jedoch durch, obwohl sich beide bemühten. Wenige Minuten vor Ende der zweiten Runde gab es sie dann doch. Zuerst knockte Kagan ihre Kontrahentin mit einer Linken auf den Hosenboden, musste jedoch wenig später durch einen Jab ans eigene Kinn, in die Knie. Cummins versuchte in der Endphase den Vorteil durch Ringen zu erzwingen, konnte jedoch keinen Takedown, sondern nur den Clinch am Maschendraht erarbeiten. Am Ende waren sich die Punktrichter uneinig und gaben den geteilten Punktsieg an die Team Greg Jackson-Athletin.
Emily Kagan bes. Ashley Cummins geteilt nach Punkten (30-27, 29-28, 30-27).

Kathina Catron vs. Livia Von Plettenberg
Nach anfänglichem Kickboxen, bei dem Catron die bessere Figur machte, verlagerte die Österreicherin den Kampf nach kurzem Clinchen auf die Matte. Catron brachte von Plettenberg kurzweilig mit einem Armbar in Gefahr, doch konnte die Europäerin daraufhin mit ihrem Grappling den Großteil des Kampfes beherrschen. Nach einigen Rear-Naked Choke-Ansätzen, die Catron zwar gefährdeten, aber nicht finishen konnten, konnte der „T-Rex“ aus Wien schlussendlich den verdienten Punktsieg eintüten.
Livia Von Plettenberg bes. Kathina Catron einstimmig nach Punkten (30-27, 29-28, 29-28).


Invicta FC 6: Cyborg vs. Coenen 2
13. Juli 2013
Ameristar Casino Hotel in Kansas City, Missouri

Federgewichtstitelkampf
Cristiane Justino bes. Marloes Coenen via T.K.o. nach 4:02 in Rd.4

Titeleliminator im Papiergewicht
Claudia Gadelha bes. Ayaka Hamasaki via T.K.o. nach 3:58 in Rd.3

Lauren Taylor bes. Sarah D'Alelio einstimmig nach Punkten (30-27, 29-28, 29-28)

Titeleliminator im Fliegengewicht

Leslie Smith bes. Jennifer Maia einstimmig nach Punkten (30-27, 29-28, 29-28)

Jessica Penne bes. Nicdali Rivera-Calanoc via Rear-Naked Choke nach 4:57 in Rd.1
Joanne Calderwood bes. Norma Center einstimmig nach Punkten (30-27, 29-28, 29-28)
Mizuki Inoue bes. Bec Hyatt einstimmig nach Punkten (30-27,29-28,29-28)
Miriam Nakamoto bes. Duda Yankovich via T.K.o. nach 2:08 in Rd.1
Tecia Torres bes. Rose Namajunas geteilt nach Punkten (30-27,29-28,29-28)

Vorprogramm
Ediane Gomes vs. Tamikka Brents fiel aus (Verletzung)
Emily Kagan bes. Ashley Cummins geteilt nach Punkten (30-27, 29-28, 30-27)
Livia Von Plettenberg bes. Kathina Catron einstimmig nach Punkten (30-27, 29-28, 29-28)