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Ich werde Carwin KO schlagen!

Junior Dos Santos (Foto via mmaweekly.com)

Wer der Meinung ist, dass Schwergewichtler sich langsam bewegen und schnell an Kondition verlieren, sollte sich die Kämpfe des 26-jährigen Junior Dos Santos ansehen. Der Brasilianer stürmte durch die Schwergewichtsränge wie kein Anderer. Sechs Duelle in der UFC, fünf davon endeten vorzeitig, aus seinen insgesamt 12 Siegen konnte er acht via (T)KO verbuchen.

Von der Überholspur musste Dos Santos jedoch hinter den Haltestreifen fahren, denn nachdem ihm bei UFC 129 ein Titelkampf gegen Champion Cain Velasquez versprochen wurde, musste der Titelträger verletzt absagen. Der Brasilianer wurde auf eine Geduldsprobe gestellt, die mit der Teilnahme als Trainer bei TUF versüsst werden sollte. Doch auch hier sprang sein Gegner verletzt ab: TUF 13 Rival-Coach Brock Lesnar zog sich aufgrund einer wiederkehrenden Darmkrankheit zurück und so wartete der Brasilianer seit August 2010 auf einen Einsatz im Octagon. Dieser Zeitpunkt der Wiederkehr ist mit UFC 131 gekommen, denn Shane Carwin sprang für den verletzten Lesnar ein. "Mein letzter Kampf ist über 10 Monate her", bestätigte Dos Santos. "Ich brenne darauf wieder in das Octagon treten zu können."

Sein Gegner, Shane Carwin, hat eine ähnlich lange Pause hinter sich, denn aufgrund einer Rücken- und Nacken-Operation fiel der Amerikaner seit Juli 2010 aus. Die nächste Gemeinsamkeit ist die Schlagkraft, denn beide Kämpfer sind bekannt dafür, ihre Gegner in den ersten Minuten auf dem Mattenboden liegend, alle Viere von sich gestreckt, in die Decken-Beleuchtung starren zu lassen: Carwin hat sieben, Dos Santos acht KOs vorzuweisen.

Trotzdem bleibt die Frage, ob die lange Auszeit die Leistung am Samstag negativ beeinflussen wird. "Ich vermisse es schon seit Längerem, wieder in den Käfig zu gehen", so Dos Santos. "Das Wichtigste ist, stets weiterkämpfen zu können, einen Rhythmus beizubehalten." Laut eigener Aussage macht ihm die Auszeit nicht besonders viel zu schaffen, schließlich konnte er bei TUF 13 mit seinem Trainerstab in Form bleiben. "Ich war sehr aktiv bei TUF, ich bin in Form. Dieser Kampf wird mich zum Titelduell führen."

Die Umstellung von Lesnar auf Carwin scheint dem KO-Künstler ebenfalls keine Sorgen zu machen, denn er äußerte sich positiv: "Es ändert sich nicht viel, denn auch Carwin ist ein kräftiger Ringer (wie Lesnar). Wir haben auch beide harte Fäuste. Das macht den Kampf umso spannender. Ich bin immer auf der Jagd nach dem KO, jeder der meine Kämpfe sieht weiß das. In diesem Aufeinandertreffen wird es nicht anders. Ich werde Carwin KO schlagen." Zu Dos Santos Opfern gehören u.a. Gabriel Gonzaga, Mirko Cro Cop, Fabrico Werdum, Roy Nelson und Stefan Struve.

Erwartet uns somit eine bittere Schlacht der KO-Schläger? Kein Schwergewichtler im MMA-Sport hat in den letzten Jahren die Kämpfe so brutal beendet wie diese beiden Athleten. Die Zuschauer können sich demnach auf eine Show mit KO-Garantie vorbereiten. Carwin ist jedoch dafür bekannt viel einstecken zu können, trotzdem ist der Brasilianer zuversichtlich. "Shane Carwin kann durch einige Schläge gehen, er hat ein gutes Kinn", sagte Dos Santos. "Er ist ein starker Kerl, aber ich glaube an die Kraft in meinen Fäusten. Wahrscheinlich hat Carwin noch nie einen Gegner gehabt mit Fäusten wie meinen."

Der knapp 10 Jahre jüngere Brasilianer hat laut Experten einen Vorteil im Puncto Technik und Mobilität. Am Samstag wird sich zeigen ob dies der entscheidende Vorteil ist, denn der Sieger verdient sich den Titelkampf gegen Cain Velasquez. "Ich habe das Ziel UFC Champion zu werden und werde alles in meiner Macht stehende tun, um dies zu verwirklichen", sagte Dos Santos motiviert.