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„Ich habe gewonnen!“

Antonio Rogério Nogueira (Foto via mmaweekly.com)

Bei UFC 119, am vergangenen Wochenende, verlor Antonio Rogério Nogueira (19-4) gegen Ryan Bader zum ersten Mal innerhalb des berühmten Octagons und dies durch eine sehr knappe Punktniederlage. Viele Kritiker und MMA-Fans äußerten sich bereits kurz nach dem Ende des Events sehr verärgert über die äußerst fragwürdigen Urteile der Punktrichter, die immerhin ganze sieben Kämpfe entscheiden mussten. Guilherme Cruz von den Kollegen von tatame.com hatte nun die Gelegenheit, sich mit Lil Nog zu unterhalten:

Guilherme Cruz: Wie denkst Du über Deinen Kampf gegen Ryan Bader?

Antonio Rogério Nogueira: Ich denke, er war zu Beginn des Kampfes besser als ich. Es gibt wirklich einige Dinge, an denen ich hart arbeiten muss... Ich benötigte wirklich einige Zeit, um überhaupt meinen Rhythmus zu finden. Dies ist mir leider erst im Laufe der zweiten Runde gelungen. Er hat wirklich gut gekämpft und vor allem eine gute Ringecke gehabt, aber ich denke ich habe einfach mehr Initiative gezeigt. Er hatte zwei oder drei Takedowns, vielleicht war dies der Unterschied. Als ich nach vorne ging, hat er mich zu Boden gebracht, aber er hat nichts weiter angestellt, außer auf dem Boden zu verharren. Wie ich schon sagte, zu Beginn war er sehr aktiv und gab mir ein paar Schläge und Ellenbogen auf dem Boden, aber den Rest des Kampfes hat er nichts anderes gemacht, als auf dem Boden zu verharren und sich auszuruhen.

Wie denkst Du über die Punkteentscheidung? Hat er Deiner Meinung nach den Sieg verdient?

Nun, ich bin der Meinung, dass ich den Kampf gewonnen habe. Ich habe die zweite und dritte Runde gewonnen, er lediglich die erste. Ich habe wesentlich mehr Schaden angerichtet. Die UFC ist einfach anders als PRIDE. Die Punktrichter schenken einem Takedown sehr viel Aufmerksamkeit. Aber die Kämpfer hier liegen sehr viel auf dem Boden, ohne eine Submission oder einen KO zu versuchen. Was in unserem Kampf einfach geschehen ist... er wollte mich die ganze Zeit auf dem Boden halten und ich wollte im Stehen kämpfen, um ihn KO zu schlagen. Die Leute sagen alle: „Ja, Nogueira hat einfach nicht sein gewohntes Bodenkampfverhalten gezeigt und sein Jiu-Jitsu eingesetzt!“ Wenn aber ein Kämpfer einfach nur auf dir drauf liegt und nicht mal einen einzigen Schlag abfeuert, ist es so gut wie unmöglich, ihn zu submitten. Alleine gegen Ende des Kampfes lag er so um die 40 Sekunden in meiner Guard, ohne überhaupt nur einen einzigen Schlag abzugeben und hielt mein Bein fest. Was soll man da großartig machen? Ich muss einfach von nun an meiner Takedown-Verteidigung besser arbeiten.

Wirst Du dieses Jahr erneut kämpfen und wie denkst Du über Deine Zukunft im Halbschwergewicht?

Wenn sie möchten, dass ich dieses Jahr noch einmal kämpfe, dann werd ich kämpfen (lacht). Ich möchte nicht meine gute Form verlieren und darum denke ich, dass es möglich ist. Der Kampf war hart und ich möchte an dieser Stelle Ryan gratulieren. Er ist ein ausgesprochen guter und junger Kämpfer. Ich möchte so schnell wie möglich wieder kämpfen und gewinnen.

Glaubst Du, dass dies ein neuer Trend werden wird, dem Takedown mehr Bedeutung im Punktesystem zu geben?

Es ist ganz schön schwer, jemanden zu Boden zu bekommen. Die Leute hier sind sehr gut darin und so geschult, erst einmal auf dem Boden zu verharren und dies macht es sehr schwierig. Schau dir doch nur einmal den Sean Sherk Kampf an... er hat doch ganz klar verloren! Die Punktrichter wissen wirklich nicht viel über den Bodenkampf. Sie geben meistens dem Kämpfer den Rundensieg, der den Takedown geschafft hat, wenn der andere Kämpfer nicht gerade wahnsinnig gutes Jiu-Jitsu geboten hat. Sie sollten die Takedown-Abwehr ebenfalls mit in das Punktesystem einfließen lassen.