MMA Restliche Welt

"Ich habe es auf die harte Tour gelernt"

Anderson Silva will seine Gegner auch in Zukunft im Stand provozieren. (Foto: Tobias Bunnenberg/Groundandpound.de)

Am 6. Juli erschütterte Chris Weidman die MMA-Welt. Mit einem linken Haken schickte er den langjährigen UFC-Mittelgewichtschampion Anderson Silva auf die Bretter und riss sich das Titelgold unter den Nagel. Einige Zuschauer übten daraufhin harsche Kritik am früheren Champion aus und warfen ihm Respektlosigkeit vor. Nun äußerte sich Silva im Interview mit Globo Fantastico über die Niederlage.

„Es ist nicht leicht, denn niemand mag es zu verlieren“, erklärte Silva. „Ich habe vier Monate trainiert, um zu gewinnen, aber letztendlich lernt man ja aus Fehlern. Ich habe auf die harte Tour gelernt.“

Immer wieder ließ Silva seine Fäuste fallen, um seinen Gegner zum Schlagen zu animieren. Mit dieser Taktik konnte er gegen Forrest Griffin, Yushin Okami und Stephan Bonnar spektakuläre Knock-outs zeigen. Chris Weidman ließ sich jedoch nicht provozieren und nutzte Silvas Gekasper eiskalt aus.

„Ich habe den Schlag nicht einmal kommen sehen“, gab Silva zu. „Nachdem sich alle etwas beruhigt haben, habe ich realisiert, dass ich einiges zu hinterfragen habe, auch die Person Anderson Silva. Ich habe gegen mich selbst verloren und das ist die schlimmste Niederlage.“

Mit 38 Jahren gehört Silva zu den älteren Athleten, die noch auf so hohem Niveau kämpfen. Da ist es kein Wunder, dass immer häufiger ein mögliches Karriereende thematisiert wird.

„Jeder muss irgendwann einmal zurücktreten, aber meine Zeit ist noch nicht gekommen“, machte Silva klar. „Ich bekomme einen Rückkampf. Chris [Weidman] gibt mir die Möglichkeit. Das ist für mich eine weitere Chance, mich als Mensch und Kämpfer neu zu erfinden.“

Chris Weidman und Anderson Silva werden am 28. Dezember bei UFC 168 erneut aufeinandertreffen. Es wird sich zeigen, wie Silva die erste K.o.-Niederlage seiner Karriere weggesteckt hat und inwiefern Silva etwas an seinem Stil ändern wird. Auf Spielereien im Stand werden die Zuschauer zukünftig aber nicht verzichten müssen.

„Ich respektiere jeden Gegner. Diese Provokationen - das Fallenlassen der Hände - sollte es aber auch in Zukunft geben. Es ist einfach Teil der Show“, so Silva.