MMA Restliche Welt

„Ich freue mich darauf, in der UFC zu kämpfen!“

WFC-Champion Nandor "The Hun" Guelmino. (Photo: Phantom MMA)

Nandor Guelmino und sein Management ließen uns soeben exklusiv wissen, dass „der Hunne“ demnächst im Octagon der UFC antreten wird. Nachdem der Österreicher in diesem Monat bereits sein amerikanisches Strikeforce-Debüt gab, wartet nun die nächste Chance in der UFC. Wir sprachen mit dem 37-Jährigen über dieses besondere Ereignis.

GroundandPound.de: Nandor, herzlichen Glückwunsch zu dieser Neuigkeit. Was ging dir durch den Kopf, als du davon gehört hast?
Nandor Guelmino: Als erstes möchte ich mich bei meinem Manager bedanken, der mir all das ermöglicht hat. Ich war richtig froh, dass mir die UFC bei einem weiteren Kampf die Chance gibt, meine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

Hast du mit dieser Gelegenheit gerechnet?
Ich habe die letzten zwei Wochen gewartet und gehofft, dass ich eine weitere Möglichkeit bekomme, meine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Josh Barnett war ein sehr starker Einstieg. Ich finde das sehr fair und bin der UFC sehr dankbar.

Wurde dir schon ein Gegner zugewiesen oder hast du jemanden, den du in der UFC gerne vor die Fäuste bekommen willst?
Einen Wunschgegner habe ich nicht. Ich würde mich auf einen ebenbürtigen Gegner freuen, damit ich nicht wieder der absolute Underdog bin. (lacht)

Wenn du von Underdog sprichst, lass uns zurückblicken. Dein erster Kampf für Strikeforce fand gegen Josh Barnett statt, der als großer Favorit in dieses Rennen ging. Erzähle uns davon.
Als mich mein Manager anrief, um Bescheid zu geben, dass ich bei Strikeforce gegen Josh Barnett antreten dürfte, war ich unglaublich erfreut. Mein Traum hat sich damit verwirklicht, in den USA zu kämpfen. Barnett war ein unglaublich erfahrener Gegner und es war keine Frage der Vernunft, sondern wir mussten diese Chance nutzen, um dabei zu sein. Mir war klar, dass wenn ich abgesagt hätte, mir ZUFFA wahrscheinlich keine zweite Chance mehr gegeben hätte. Ich habe alles riskiert und versucht mich gut zu verkaufen, egal ob Sieg oder Niederlage und positiv an die Sache zu gehen.

Will demnächst einen Erfolg in der UFC: Nandor Guelmino. (Foto: Phantom MMA)

Wie war es für dich, bei der finalen Strikeforce-Show dabei zu sein und damit mit den anderen Teilnehmern Geschichte zu schreiben?
Es war mir eine große Ehre, bei der zweitgrößten Veranstaltung der Welt dabei zu sein, in deren letztem Event. Strikeforce wird es nicht mehr geben. Dieses Erlebnis für sich war einzigartig und ein einmaliges Erlebnis. Natürlich hätte ich mich mehr darüber gefreut, wenn der Kampf etwas länger gedauert hätte und ich mehr von meinen Qualitäten hätte zeigen können.

Lass uns über den Kampf sprechen, wie hast du ihn erlebt?
Man darf nicht vergessen, dass ich einem Mann gegenübergestanden bin, der seit den letzten zehn ahren immer in der Top Ten war. Er ist eine Legende in diesem Sport, er ist ein früherer UFC-Champion, ein PRIDE- und Strikeforce-WGP Finalist - und das habe ich auch im Kampf bemerken dürfen. Der Kampf ging schnell zu Ende, er wollte kein Risiko eingehen und hat auf die Show verzichtet. Er tat das, was er am besten konnte. Er ging zu Boden, teilte seine Luft ein und hat mich submittet.

Was ist schief gelaufen?
Ich fasse mal den Kampf aus meiner Sicht zusammen. Ich begann den Kampf mit einem Jab, da ich ihn im Stand austragen wollte, aber nach dem Jab war er sofort an mir dran. Das ging so schnell, dass ich es zu spät gemerkt habe. Deshalb konnte ich auch nicht mehr sprawlen. Ich versuchte, ihn in die Guillotine zu nehmen, aber er brachte mich damit zu Boden. Ich konnte mich zwar aus seinem Heel Hook befreien, aber er war blitzartig wieder auf den Beinen. Daraufhin brachte er mich wieder zu Boden, wo er in der Mount landete. Ich wusste, dass er Sergei Kharitonov und Brett Rogers mit dem Arm Triangle geschlagen hat, als er in deren Mount war. Ich dachte noch darüber nach, ihm nicht den Rücken zu kehren oder den Arm auszustrecken, aber er ist mit allen Wassern gewaschen und die Erfahrung, die er hat, kann ihm keiner nehmen.

Er drückte seinen Unterarm auf meinen Hals, was sehr unangenehm war und ich dadurch schwer Luft bekam. Dann wollte er Ellbogen anbringen, die ich ausgekontert habe. Ich versuchte seinen Unterarm von meinem Hals zu drücken und schob an seinem Trizeps an. Mit der anderen Hand griff er auf meinen Bizeps, was ihn darauf vorbereitete unter meinen Hals zu kommen, und was ich nicht sofort gespürt habe, da ich mit dem schweren Atmen und seinem Unterarm beschäftigt war. Ich presste stark an der Hand, die mich würgte und plötzlich riss er seine Hand weg, so dass mein eigener Arm von meinem Schwung nach innen flog - und schon hatte er den Arm Triangle.

Nandor Guelmino mit dem WFC-Gold. (Foto: Phantom MMA)

War das ein Fehler deinerseits oder war er einfach zu souverän auf dem Boden?
Ob es ein Fehler war, ist schwer zu beurteilen, da er mich quasi reingelegt hatte. Im Kampf wusste ich absolut nicht, warum ich in den Arm Triangle gekommen bin, da ich eigentlich daran gedacht habe, aber als ich das Video später sah, sah ich, wie perfekt er das vorbereitet und durchgezogen hatte. Ein genialer Trick, wofür ich ihn sehr bewundere. Daran merkt man, was für ein klasse Kämpfer er ist.

Wie enttäuscht warst du, dass es so schnell zu Ende ging?
Natürlich war ich enttäuscht darüber, dass ich verloren habe. Aber ich war auch froh, dabei gewesen zu sein. Ich hoffte auf die zweite Chance und heute hat mich mein Manager angerufen und mir mitgeteilt, dass der Vertrag weiterläuft in der UFC.

Ist die erbrachte Leistung möglicherweise auch auf deine früheren Verletzungen zurückzuführen und der hinzukommenden Aufregung vor dem Auftritt auf einer der größten Bühnen?
Ich will absolut keine Entschuldigen suchen. Wie ihr wisst, habe ich acht Wochen vor dem Barnett-Kampf meine Rippe gebrochen. Damit will ich nicht sagen, dass der Kampf gegen Barnett ohne Verletzung hätte besser laufen können, aber es war ein sehr stressvolles halbes Jahr einer Folge von Verletzungen, mit Ärzten, Physiotherapeuten und eingeschränktem Training, was sehr an die Substanz ging, da ich immer mit dem Heilungsprozess gerungen habe.

Ein paar Wochen zuvor war mein Beinbizeps eingerissen, vom Sprinten. Kurz vor dem WFC-Kampf habe ich mein Fußgelenk schwer verknöchert, welches mich im Fight sehr einschränkt hat. Daher bin ich derzeit sehr glücklich darüber, dass alle meine Verletzungen inzwischen komplett ausgeheilt sind und kann es kaum erwarten, bei der nächsten UFC topfit und im Vollbesitz meiner Qualitäten ins Octagon steigen zu können.

Trainiert hart: Nandor Guelmino. (Foto: Phantom MMA)

Droht dir möglicherweise mehr Druck in der weltweit größten MMA-Organisation?
Mehr Druck bei der UFC verspüre ich nicht, denn ich weiß, dass der nächste Gegner nur noch leichter werden kann als Josh Barnett. (lacht)

Was gibt es für dein UFC-Debüt zu sagen?
Ich weiß nur eins: Egal wer kommt, mein nächster Kampf muss ein Sieg werden. Dafür werde ich alles geben, da ich mit meinen Leistungen, aufgrund der vorhin erwähnten Umstände, sehr unzufrieden bin. Mein Ziel ist es, mich selbst und meine Fans mit spektakulären Kämpfen wieder glücklich zu machen.

Wir danken dir für deine Stellungnahme und wünschen dir viel Erfolg in der UFC.
Danke GroundandPound für dieses Interview. An meine Fans und Freunde: Drückt mir die Daumen, ich werde alles geben und freue mich darauf, in der UFC zu kämpfen!