MMA Restliche Welt

„Ich denke nicht, dass er jemals wieder kämpfen wird“

Dana White (r.) äußerte sich nicht sonderlich optimistisch über Stefan Struves Zukunft im MMA-Sport. (Fotos: Dorian Szücs/Groundandpound.de)

Stefan Struves Zukunft im MMA-Sport ist mehr als ungewiss. Kürzlich diagnostizierten Ärzte bei dem 25 Jahre jungen Schwergewicht eine Herzerkrankung, die das Ende seiner Karriere bedeuten könnte (GnP berichtete). UFC-Präsident Dana White zeigte sich in einem Interview in einer US-Radioshow weniger optimistisch über eine Rückkehr des 2,13 Meter großen Kämpfers.

„Er hat eine bedrohliche Erkrankung“, erklärte White dem Moderator Chad Dukes. „Ich denke ehrlich gesagt nicht, dass er jemals wieder kämpfen wird. Er hat einen Riss in seinem Herz. Weißt du, das ist so eine verrückte Sache, die manchen Menschen widerfährt. Ich liebe diesen Kerl. Er hat – kein Wortspiel beabsichtigt – so ein gutes Herz und ist sehr stark. Er ist der netteste Kerl der Welt und wir werden alles in unserer Macht stehende tun, damit er diese Sache gut übersteht.“

„Ich fühle mich großartig“, gab Struve am Montag in der Internet-Talkshow ‚MMA Hour‘ bekannt. „Ich spüre diese Krankheit überhaupt nicht. Ich habe das schon mein ganzes Leben lang. Das ist das Verrückte an der Sache. Ich kämpfe schon immer mit einem Herz, das nur zu 70 Prozent arbeitet.“

Struve zog sich vor seinem Kampf gegen Mark Hunt im März eine Grippe zu, welche ihn für einige Zeit lahmlegte. Die Genesung dauerte ungewöhnlich lange, was für Verwunderung sorgte. Zudem spürte Struve seit längerem eine verlangsamte Regeneration nach Trainingseinheiten. Der Grund dafür wurde wenige Wochen später gefunden.

Während einer Routineuntersuchung entdeckten Ärzte die Herzerkrankung. Bei einer Echokardiografie wurden Unstimmigkeiten festgestellt, die letztendlich durch ein vergrößertes Herz und eine undichte Aortenklappe begründet werden konnten.

„Am ersten Tag sagte man mir: ‚Wir müssen das genau untersuchen, aber deine Karriere ist ziemlich sicher vorbei‘“, erklärte Struve weiter. „Ich glaube aber nicht daran, dass die Krankheit, die ich schon mein ganzes Leben habe, nun meine Karriere beenden wird. Es gibt immer noch einige Fragen zu klären.“

Struve sagte, er habe die Situation mittlerweile akzeptiert und sei froh darüber, dass die Krankheit entdeckt wurde. Ohne Behandlung hätte sich sein Herz durch das Training noch weiter vergrößert, was zu Herzversagen hätte führen können.

Sollten die Medikamente keine Wirkung zeigen, ist unter Umständen ein operativer Eingriff notwendig. Mit einem künstlichen Gefäß müsste Struve für den Rest seines Lebens Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung einnehmen. In diesem Falle wäre eine Fortsetzung seiner MMA-Karriere undenkbar, da sich wahrscheinlich auftretende Platzwunden nicht schließen würden.

In knapp einem Monat werden die Ärzte ein Urteil über Struves Zukunft fällen. Die Zeichen stehen nicht sonderlich gut, doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.