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Ian McCall: „Vielleicht hat mich der Sport überholt.“

Ian McCall (Foto: Tobias Bunnenberg/GNP1.de)

Ian McCall dürfte der wohl größte Pechvogel im ganzen MMA sein. Seit fast vier Jahren hat er keinen Kampf mehr gewonnen, die Umstände könnten nicht unglücklicher sein. Nun denkt „Uncle Creepy“ scheinbar über einen Rücktritt nach. Der Auslöser ist die Neun-Sekunden-Niederlage gegen Kyoji Horiguchi bei Rizin FF am Sonntag.

„Ich wurde hart getroffen, keine große Sache“, sagte der Amerikaner den japanischen Medien im Anschluss an seine Niederlage. „Lasst mich kämpfen! Ich bin hierhergekommen, um alles zu geben und ich habe ihn einmal getroffen, glaube ich. Ich muss es mir noch einmal anschauen, aber es ist sehr peinlich und ich bin wirklich traurig.“

Kyoji Horiguchi hatte den Amerikaner im Hauptkampf von Rizin 10 mit dem ersten Schlag des Kampfes niedergestreckt und bereits nach neun Sekunden gestoppt. Zu früh, wenn es nach Ian McCall geht.

„Ich glaube, dass der Abbruch viel zu früh kam“, so McCall weiter. „Ich bin hierhergekommen, um mindestens 15 Minuten zu kämpfen und das wurde mir genommen. Selbstverständlich hat er mich sehr gut getroffen. Er schlägt sehr hart, aber mir ging es gut, ich war okay.“

Wie es mit dem 33-Jährigen weitergehen soll, ließ er vorerst offen. Im Gespräch mit den Journalisten zeigte sich der Amerikaner sehr enttäuscht und unsicher, seine Zukunft betreffend:

„Ich weiß es in diesem Moment nicht. Ein Teil von mir ist einfach gebrochen. Ich kann das in diesem Moment nicht kommentieren, weil ich einfach nur traurig bin, weil ich alle enttäuscht habe. Ich muss mit meiner Familie darüber reden und nachdenken, ob ich das noch weitermachen will. Es gibt für mich andere Möglichkeiten, Geld zu verdienen und, um ehrlich zu sein, vielleicht hat mich dieser Sport einfach überholt. Dieser Gedanke tut weh. Ich konnte der Welt nie zeigen, wie gut ich wirklich war.“

McCall kam 2012 als eines der ersten Fliegengewichte in die UFC und trotzte in seinem Debüt Demetrious Johnson ein Unentschieden ab. Drei Monate später musste er sich „Mighty Mouse“ dann nach Punkten geschlagen geben. Näher kam er dem UFC-Titel nicht mehr. Anfangs noch selbst oft verletzt, war er in den letzten drei Jahren der Pechvogel schlechthin in der UFC.

Von sechs angesetzten Kämpfen zwischen 2015 und 2017 fand keiner statt, gleich zwei davon platzten erst in der Woche des Kampfes, weil seine Gegner ihr Gewicht nicht machen konnten. Auch in Japan setzte sich sein Unglück fort. Im Rizin-Turnier zog er sich gegen Manel Kape eine große Platzwunde auf der Stirn zu, als er beim Takedown an den Ringseilen entlang schrammte. Nun gesellt sich der Neun-Sekunden-Knockout hinzu.