MMA Restliche Welt

Heimkehr nach Denver

Dana White zur Halbschwergewichtsklasse, dem nächsten Titelherausforderer und Frauen-MMA.

Nach fast 18 Jahren wird die Ultimate Fighting Championship an den Ort zurückkehren, an dem alles begann. Im November 1993 fand in Denver, Colorado, USA, die erste UFC-Veranstaltung aller Zeiten statt. Am 24. September 2011 stehen sich dort Halbschwergewichtschampion Jon Jones und Quinton „Rampage“ Jackson im Hauptkampf von UFC 135 gegenüber.

Viel ist in den 18 Jahren passiert. Die UFC hat sich zu einem globalen Phänomen entwickelt, einem Milliarden-Dollar-Unternehmen, dessen größte Stars – die Kämpfer – zu weltweit bejubelten Kultfiguren gewachsen sind.

„Wir haben immer daran geglaubt, dass die UFC zu dem werden kann, was sie heute ist“, erklärte UFC-Präsident Dana White auf der gestrigen UFC 135-Pressekonferenz.  „Kampfsport kommt weltweit gut an. […] Unsere Vision ist es, global noch weiter zu wachsen.”

Im Hauptkampf von UFC 135 stehen zwei der besten Halbschwergewichte der Welt: der begnadete Jungspund und Champion Jon Jones und Pride-Veteran und Publikumsliebling Quinton „Rampage“ Jackson. Jahrelang war das Halbschwergewichtsdivision das Flaggschiff der UFC, die spannendste und am stärksten besetzte Gewichtsklasse. Mittlerweile mögen andere Divisionen, wie das vor Talenten überquellende Leichtgewicht, dem ihr diesen Rang abgelaufen haben – doch für explosive Paarungen mit einigen der größten Namen des Sports ist die 93 Kilo-Klasse nach wie vor gut.

Während im Welter- und im Mittelgewicht Champions regieren, die seit Jahren unantastbar erscheinen und wie eine Bastion jeden Herausforderer abwehren, wechselte das Gold im Halbschwergewicht regelmäßig den Besitzer. White begründet dies mit der enorm hohen Leistungsdichte:

„So ist das nun mal, das Halbschwergewicht ist die spannendste Gewichtskasse. Es bräuchte dort schon einen ganz besonderen Kämpfer (wenn jemand ähnlich lange Champion bleiben will, wie Anderson Silva oder Georges St. Pierre).“

Jon Jones könnte dieser besondere Kämpfer sein. Und so verwundert es kaum, dass die anwesenden Journalisten bereits Nachforschungen zum nächsten Titelherausforderer anstellten. Bei der nächsten UFC-Veranstaltung, am 06. August, trifft Rashad Evans – der ursprünglich als Gegner für Jones geplant war – in Philadelphia, Pennsylvania, auf Tito Ortiz.

„Wenn Rashad Tito besiegt ist er definitiv der nächste Titelherausforderer“, versicherte White. „Gewinnt Tito, wird es schwierig. Es gibt viele die behaupten, er wäre bereit. Andere sagen, er braucht noch einen oder zwei große Siege.“

Der frühere UFC-Champion Tito Ortiz konnte Anfang Juli Ryan Bader via Guillotine Choke besiegen und damit einer fast fünfjährigen Durststrecke ohne Sieg ein Ende setzen.

Ebenso schwierig wie die Einordnung von Ortiz‘ derzeitigem Status in der UFC ist auch ein anderes Thema: Frauen-MMA. Der MMA-Sport erfreut sich bei den Damen immer größerer Beliebtheit, immer talentiertere Kämpferinnen betreten weltweit die Bühne. Dies resultiert natürlich in einem gesteigerten Interesse sowohl der Fans, als auch der Promoter. Ein Trend, dem insbesondere Dana White bislang eher skeptisch gegenüberstand, mit dem er sich in Zukunft aber wohl oder übel befassen muss. Denn der MMA-Sport zieht nicht nur immer mehr Frauen in den Käfig, sondern auch vor die TV-Schirme.

“Als wir die UFC übernommen haben war uns klar, dass unsere Hauptzielgruppe aus Männern im Alter zwischen 18 und 34 besteht“, so White. „Mittlerweile sind aber rund 45 Prozent unserer Anhängerschaft weiblich. Damit hätten wir nie gerechnet.“

Für eine Frauensparte der UFC sieht er jedoch nach wie vor schwarz – auch wenn er diese schon lange nicht mehr kategorisch ablehnt. „Es existieren nicht genug Mädels in den verschiedenen Gewichtsklassen um eine eigene Sparte zu aufzubauen“, erklärte der UFC-Präsident. „Wir werden sehen, wie sich das in Zukunft entwickelt.“

Früher oder später wird auch in der UFC eine Damen-Klasse unvermeidbar sein und nur einen weiteren Schritt in der rasanten Entwicklung der Organisation markieren. Wer hätte vor 18 Jahren geglaubt, über ein solches Thema überhaupt einmal diskutieren zu müssen?

Auf die Frage, wie es sich anfühlt, wieder nach Denver zurückzukehren, wo alles begann, antwortete White knapp: „Cool“.