MMA Restliche Welt

Große Probleme und dennoch heiß umkämpft

Die negativen Schlagzeilen im japanischen Kampfsport wollen scheinbar auch 2011 kein Ende nehmen. Wegen „negativer Medienresonanz“ hat Sengoku ihre nächste Veranstaltung, welche für April geplant war, auf unbekannte Zeit verschoben. Ein Bericht über Organisationsschwierigkeiten bei der Neujahrsveranstaltung „Soul of Fight“ soll dazu geführt haben, dass man den Hauptsponsor verlieren könnte. Japan-Experte Daniel Herbertson berichtet jedoch, es handle sich dabei um einen relativ harmlosen Artikel, weshalb diese Reaktion durchaus überraschte. Sollten sich die Aussagen jedoch bewahrheiten und „Don Quijote“ würde als Hauptsponsor der Veranstaltungen abspringen, könnte dies schwerwiegende Folgen mit sich bringen und wohl zum Ende der Sengoku-Events führen. „Don Quijote“ gilt als einer der größten Unterstützer im japanischen MMA. Man half Pancrase aus der Schuldenfalle, gründete World Victory Road und war Hauptsponsor von Shooto, DREAM und PRIDE. Als Zeichen für die Probleme der Organisation kann auch die Entscheidung von Champion Jorge Santiago gesehen werden, welcher sich entschloss, Sengoku zu verlassen und nun einen Vertrag mit der UFC zu unterzeichnen. Ob er damit ein sinkendes Schiff verließ?

Besonders bitter traf es in den letzten Tagen und Wochen auch das japanische Sumoringen. Nahezu kein Tag verging, ohne Nachrichten über Kampfabsprachen und sogar choreographierte Kämpfe. Die japanische Polizei habe Nachrichten auf den Mobiltelefonen verschiedener Sumoringer gefunden, die von mehreren tausend Dollar als Bestechungsgeld zeugen. Die japanischen Sender Fuji TV und NHK haben sofort darauf reagiert und Sumoturniere aus dem Programm genommen. Weiters wurde für März eines der größten Turniere des Jahres gestrichen. Auch der japanische Premierminister hat bereits zu den Aufdeckungen Stellung genommen, was die Bedeutung des Skandals zeigt. Nachdem der Sport gerade dabei war sich von aufgezeigten Yakuza-Verbindungen zu erholen, ist diese Situation ein enormer Rückschlag.

Nichtsdestotrotz ist der Kampfsportmarkt in Japan weiter heiß umkämpft. So gibt es bessere Neuigkeiten, oder zumindest Anzeichen darauf, von der Fighting and Entertainment Group, der Organisation hinter K-1 und DREAM. Der Geschäftsführer Sadaharu Tanikawa lies via Twitter verlauten, dass sich das Blatt gewendet habe. „Wir werden die bösen Gerüchte wegfegen und etwas Großes machen,“ so Tanikawa weiter. Was hinter der Ankündigung steckt, steht derzeit jedoch noch in den Sternen. Nachdem dieser zu Beginn des Jahres noch von einem möglichen Untergang sprach, aber zumindest ein gutes Zeichen für das MMA in Japan.

Außerdem könnte trotz der aktuellen Probleme im japanischen Kampfsport bald ein weiterer Veranstalter aus Japan auf der MMA-Landkarte auftauchen. So gibt es Gerüchte, wonach der frühere PRIDE-Geschäftsführer Nobuyuki Sakakibara mit dem DREAM-Vize-Geschäftsleiter Kato und dem früheren Sengoku-Produzenten Kokuho eine neue Organisation auf die Beine stellen möchte. Schon im Frühling soll ein Event stattfinden. Weiters scheint auch Real Entertainment, ehemaliger Veranstaltungspartner von PRIDE und aktueller Partner von FEG, Überlegungen bezüglich unabhängigen Veranstaltungen anzustellen.

Währenddessen intensivieren sowohl Strikeforce, als auch die UFC ihre Pläne, in den japanischen Markt einzudringen. Im Hinblick auf eine Rückkehr der UFC nach Japan sprach sich Dana White in dieser Woche sehr zuversichtlich aus. „Alles was passieren muss, um nach Japan zu gehen, läuft gerade,“ so der UFC-Geschäftsführer. „Es sieht also gut aus. Es seht in unserem Kalender dieses Jahr.“ So wenig Zeit als möglich scheint auch Strikeforce verlieren zu wollen, um eine Veranstaltung in Japan unter Dach und Fach zu bringen. Dabei soll es auch durchaus Fortschritte geben, denn ein Strikeforce-Event im April wird als „hoch wahrscheinlich“ beschrieben und Joss Gross berichtet sogar, dass bereits eine Halle für die Veranstaltung gefunden wurde. Unter Umständen besteht auch eine Verbindung zwischen den angesprochenen Plänen von FEG und der geplanten Strikeforce-Veranstaltung im Rahmen einer interorganisationalen Zusammenarbeit.

Die Gerüchteküche geht offensichtlich derzeit Rund im Land der aufgehenden Sonne und es wird interessant sein, die Situation in den nächsten Wochen und Monaten zu beobachten. Werden DREAM und Sengoku noch einmal ein Comeback hinlegen? Schaffen es die ausländischen Veranstalter in Japan Fuß zu fassen? Verliert das Sumoringen seinen Status im japanischen Kampfsport? Fragen über Fragen, die sich zurzeit um die japanische Kampfsportszene drehen.