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GnP-Prognosen für UFC 149

Herzlich Willkommen zur neuesten Ausgabe unserer hauseigenen Expertentipprunde. Dieses Mal werden wir für UFC 149 einen Blick in unsere Kristallkugeln werfen und unsere Einschätzungen zu den fünf Hauptkämpfen abgeben.

Für die Veranstaltung am heutigen Samstag geben Jan Großöhmigen, Alexander Petzel-Gligorea, Florian Sädler, Elias Stefanescu, Dorian Szücs und Martin Thauer ihre Prognosen ab.

Urijah Faber (26-5 MMA, 2-1 UFC) vs. Renan Barao (28-1 (1) MMA, 3-0 UFC)

Florian: Das große Fragezeichen ist für mich die Kondition Baraos. Gegen Jorgensen hat er den Kampf am Anfang klar dominiert, wurde jedoch mit fortschreitender Kampfzeit immer langsamer und erlaubte Jorgensen, seinerseits Akzente zu setzen. Gegen Faber, der es gewohnt ist, in 25-minütigen Titelkämpfen zu stehen, könnte das zu einem Problem werden. Da ich Faber für zu ausgebufft halte, um sich früh finishen zu lassen, sage ich, dass er nach zwei schwierigen Runden ab der dritten langsam das Ruder übernimmt und sich am Ende knapp den Sieg holt. Urijah Faber nach Punkten

Elias: Urijah Faber wird sich nach Punkten gegen den gefährlichen Brasilianer durchsetzen. Er muss jedoch vorsichtig sein, denn mit Barao ist nicht zu spaßen. Urijah Faber nach Punkten

Martin: Barao hat eine beeindruckende Siegesserie hingelegt und sich dadurch diesen Interimstitelkampf verdient, trotzdem denke ich nicht, dass er Faber schlagen wird. Er hat nicht die KO-Power wie Mike Brown und nicht die Kondition wie Dominick Cruz. Dazu wird er es auch nicht schaffen, Faber zur Aufgabe zu zwingen. Spätestens zu Beginn der dritten Runde wird die bessere Kondition von Faber den Unterschied machen, deswegen gehe ich hier mit dem Underdog. Urijah Faber nach Punkten

Jan: Renan Barao wird in dieser Begegnung etwas überschätzt, vermutlich aufgrund seiner hervorragenden Kampfbilanz, während Urijah Faber sehr unterschätzt wird. An Faber wird kritisiert, dass er gegen niemanden gekämpft hat, der so gut wäre wie Barao – dasselbe gilt aber auch für Barao! Brian Bowles ist besser als jeder andere Kämpfer, gegen den Barao bislang angetreten ist, und Faber hat ihn spielend leicht auseinandergenommen. Gegen Brad Pickett konnte Barao glänzen, aber in seinen beiden anderen UFC-Kämpfen trat er etwas verhalten auf. Kämpft er so auch gegen Urijah Faber, läuft er Gefahr, überrannt zu werden. Ich vermute, dass Barao die ersten beiden Runden mit seiner Schnelligkeit dominieren wird, ihm dann aber die Puste ausgeht und Faber die Runden drei bis fünf gewinnt. Urijah Faber nach Punkten

Dorian: Renan Barao wird den Kampf mit allen Mitteln im Stand halten wollen. Mit seinen Leg Kicks wird er Urijah Faber stark zusetzen, wie es einst Jose Aldo tat. Tritt Barao hier mit einem für fünf Runden gefüllten Tank an, wird es ein schmerzhafter Abend für Faber. Reicht die Ausdauer nicht bis zur vierten Runde, wird Faber da Ding vorzeitig beenden. Ich gehe jedoch davon aus, dass Barao im wichtigsten Kampf seines Lebens genug Ausdauer und einige Tipps von Trainigskollege Jose Aldo mitbringen wird. Renan Barao nach Punkten

Alexander: Beeindruckende Bilanz gegen beeindruckende Bilanz. Warum immer auf Baraos 28 Siegen in Folge herum geritten wird, ist mir ein Rätsel. Keiner weiß, was für Kaliber er in Brasilien vor die Fäuste bekommen hat. Faber hat in meinen Augen eine ebenso starke Bilanz, dazu vor allem mehr Erfahrung gegen stärkere Gegner und auch bewiesen, dass er fünf Runden hohes Tempo gehen kann. Vor allem letzteres muss mir Barao erst noch beweisen. Barao wird irgendwann die Luft ausgehen und dann wird ihn Faber nach einem Takedown am Boden finishen. Urijah Faber via TKO in Runde 4

Hector Lombard (31-2-1 (1) MMA, 0-0 UFC) vs. Tim Boetsch (15-4 MMA, 6-3 UFC)

Alexander: Wieder so ein Fall mit einer beeindruckenden Bilanz außerhalb der UFC. Allerdings konnten wir bei Bellator schon sehen, was Lombard kann. Boetsch hat Kämpferherz, Durchhaltevermögen und K.o.-Power. Allerdings glaube ich nicht, dass das gegen Lombard reicht. Lombard ist auch noch ein BJJ- und Judo-Schwarzgurt zusätzlich zum guten Boxen. Ich denke, dass Boetsch nichts in den Käfig bringt, das Lombard wirklich gefährlich werden kann. Solange Lombard nicht in Boetschs Faust rennt, wird das ein Sieg im Debüt. Hector Lombard via KO in Runde 1

Jan: Hector Lombard hat zwar jahrelang nicht verloren, er hat aber auch schon seit Jahren nicht gegen hochklassige Gegner gekämpft – zumindest gegen keinen, der mit Tim Boetsch auf einer Stufe steht. Ausgenommen vielleicht von Alexander Shlemenko, mit dem Lombard mühevoll über die volle Distanz gehen musste. Boetsch ist im Clinch sehr stark und hat gute Nehmerqualitäten, daher würde es mich nicht überraschen, wenn er sich gegen Lombard durchsetzen kann. Womöglich geschieht es auch so, dass Lombard ihn früher oder später mit einer seiner Bomben erwischt und KO schlägt, um einem Titelduell gegen Anderson Silva den Weg zu ebnen. Es könnte allerdings auch sein, dass sich die beiden drei Runden lang im Clinch neutralisieren und nur vereinzelt mit kurzen Haken und Kniestößen durchkommen. Ich gehe von letzterem aus. Hector Lombard nach Punkten

Martin: Auch in diesem Kampf könnte ich mir vorstellen, dass der Underdog gewinnt. Ja, Lombard hat das Mittelgewicht in Bellator dominiert, aber es haben schon viele Kämpfer vor ihm gemerkt, dass die UFC dann doch wieder ein ganz anderes Level ist. Boetsch ist ein unbequemer Gegner und kann, wie Lombard, mit einem Schlag den Kampf beendet. Sollte Boetsch allerdings wieder so schlecht in den Kampf kommen, wie bei seinem letzten Duell gegen Okami, dann sehe ich hier ein schnelles Ende. Alleine schon, weil ich Lombard gegen Anderson Silva sehen will, sage ich: Hector Lombard via KO in Runde 1

Elias: Ein brutaler Knockout in Runde eins wird Boetsch auf dem Mattenboden, mit dem Hallenlicht im Gesicht, aus der Ohnmacht erwachen lassen, was gleichzeitig Lombards Herrschaft im Mittelgewicht einleiten wird. Hector Lombard via (T)KO in Runde 1

Florian:
Ein sehr schwieriger Kampf zum herumprognostizieren. Weder Lombard, noch Boetsch kann ich hier mit gutem Gefühl einschätzen und schwanke immer noch zwischen Lombard via TKO und Boetsch via Decision. Lombard hat zwar von seinen letzten etwa 25 Gegnern den Großteil mehr oder minder bösartig zur Strecke gebracht, dafür aber gleichzeitig auch einige Kritik an der Klasse seiner Gegner einstecken müssen. Boetsch dagegen sah seit seinem Wechsel ins Mittelgewicht zunächst sehr gut aus, hat aber gleich gegen den ersten hochkarätigen Gegner überhaupt kein Land gesehen. Den Kampf gegen Okami hat er zwar durch brachiales nach vorne stürmen letztlich trotzdem noch gewonnen, allerdings lässt das natürlich die Frage offen, was passiert wäre, wenn sein Gegner nicht eingebrochen wäre? Gegen einen Mann mit einem Kampfstil wie Lombard kann ich mir ein derartiges Comeback nicht so recht vorstellen. Ich verlasse mich deshalb einfach entgegen meiner Sympathien darauf, dass ein Sieg Lombards durch eine Reihe seiner Bomben wahrscheinlicher ist, als ein Szenario, in dem ihm die Luft ausgeht und Boetsch über die Distanz gewinnt. Hector Lombard via TKO in Runde 2

Dorian: Hector Lombard wird hier kurzen Prozess machen. Tim Boetsch sah trotz Sieg bereits gegen Yushin Okami alles andere als gut aus. Als Top-Judoka mit mächtig Feuer in den Fäusten sollte Lombard den starken Clinch Boetschs vermeiden können und den Kampf hier vorzeitig für sich entscheiden. Hector Lombard via (T)KO in Runde 1

Cheick Kongo (17–7–2 MMA, 10-5-1 UFC) vs. Shawn Jordan (13-3 MMA, 1-0 UFC)

Martin: Hier bin ich gespannt, welche Strategien beide Kämpfer einsetzen werden. Beide haben die meisten Siege durch KO eingefahren, allerdings hat Kongo immer wieder gezeigt, dass er gute Standkämpfer auch gerne zu Boden bringt. Jordan hat dazu gegen Lavar Johnson gezeigt, dass er auch am Boden was drauf hat. Wenn wir hier einen Schlagabtausch sehen, worauf ich hoffe, dann kann jeder der beiden KO gehen. Aber hier gehe ich wieder mit dem Underdog, auch wenn mich ein Sieg von Jordan nicht überraschen würde:Cheick Kongo via KO in Runde 1

Dorian: Auch wenn sich Cheick Kongos Stand Up in der Vergangenheit häufig als überbewertet erwies, sehe ich ihn in diesem Bereich noch einige Schritte weiter vorn im Vergleich zu Shawn Jordan. Er wird seine körperlichen Vorteile nutzen und Jordan auf die Matte schicken. Cheick Kongo via (T)KO in Runde 2

Elias: Jordan konnte zwar Lavar Johnson besiegen, doch für Cheick Kongo wird es voerst nicht reichen. Cheick Kongo via (T)KO in Runde 1

Alexander: Jordan wird wie die meisten von Greg Jacksons Schülern einen guten Gameplan mitbringen. Ob das gegen die Erfahrung und vor allem die Reichweite Kongos reicht, glaube ich eher nicht. Zwar hat Jordan bewiesen, dass er es mit großen Jungs aufnehmen kann in seinem Sieg über Lavar Johnson, Kongo ist jedoch eine andere Qualität. Cheick Kongo nach Punkten

Florian: Auch hier ist jede Art von Prognose schwierig. Man hat Jordan bisher nur zwei Mal in den großen Organisationen gesehen, während man bei Kongo trotz zahlreicher Auftritte in der UFC nie so wirklich weiß, was er am Kampfabend zeigen wird. Ich gehe hier mit dem Amerikaner und behaupte, dass er Kongo in der zweiten Runde zur Aufgabe zwingen wird. Shawn Jordan via Aufgabe in Runde 2

Jan: Shawn Jordan hat mir in seinen bisherigen Kämpfen noch nichts gezeigt, das mich glauben lässt, er können sich mit einem so erfahrenen Mann wie Cheick Kongo messen. Kongo, der meist als reiner Standkämpfer dargestellt wird, ist nicht nur dank seiner häufigen (und illegalen) Kniestöße zum Unterleib eine Gefahr für seine Gegner, er ist auch ein Meister des Ground and Pounds. Damit wird er diesen Kampf gewinnen. Cheick Kongo via TKO in Runde 2


Brian Ebersole (50–14–1 (1) MMA, 4-0 UFC) vs. James Head (8-2 MMA, 1-1 UFC)

Elias: James Head konnte Papy Abedi besiegen, doch mit Ebersoles aggressivem Ringen wird er nicht zurechtkommen. Brian Ebersole nach Punkten

Florian: Brian Ebersole dürfte noch eine Nummer zu groß für Head sein. Der Wahl-Australier fällt im Octagon zwar abgesehen von gelegentlichen Cartwheel-Kicks und pfeilförmiger Körperbehaarung nicht besonders auf, gewinnt am Ende aber meistens trotzdem. Head dagegen konnte zwar u.a. Gerald Harris und Papy Abedi schlagen, aber ich kann mir nach dem, was ich bisher von ihm gesehen habe, einfach nicht vorstellen, dass es für ihn gegen einen Veteranen mit 66 Kämpfen reichen wird. Brian Ebersole nach Punkten

Martin: In diesem Kampf sehe ich Ebersole ganz klar vor, die Frage ist lediglich, wie sehr ihm die kurze Pause zwischen seinem letzten und diesem Kampf schadet. Für wahrscheinlicher halte ich da schon einen Submission-Sieg, allerdings geh ich davon aus, dass er in diesem Kampf nichts riskieren wird und den Kampf über die Punkte nach Hause bringt. Brian Ebersole nach Punkten

Jan: Das wird ein richtig spannender Kampf. Brian Ebersole ist 4-0 in der UFC und immer für eine waghalsige Aktion gut, James Head zeigte sich in April in Schweden bei seinem Weltergewichtsdebüt in fantastischer Verfassung. Eigentlich würde ich Ebersole aufgrund seiner Vielseitigkeit vorne sehen, aber er hat diesen Kampf mit weniger als drei Wochen Vorbereitungszeit angenommen. Ich glaube, dass sich Ebersole zu einem knappen Punktsieg quälen wird, wundert euch aber nicht, wenn Head ihn zur Aufgabe zwingt. Brian Ebersole nach Punkten

Dorian: Brian Ebersole wird den Kampf auf den Boden verlagern und James Head dort kontrollieren. In Runde zwei wird dem deutlich erfahrenerem Kämpfer der Rear-Naked Choke gelingen. Brian Ebersole via Aufgabe in Runde 2

Alexander: Interessantes Matchup. Die Frage ist hier, ob Ebersole die Distanz überwinden und in den Clinch kommen kann. Sollte er es schaffen, wird der Takedown kommen und am Boden sollte Ebersole erfahren genug sein, sich nicht submitten zu lassen. Head hat seine Vorteile im Stand und sollte seine Rechweite zu seinem Vorteil nutzen. Ich denke jedoch, dass Ebersole noch zu stark und erfahren für Head ist. Brian Ebersole nach Punkten


Chris Clements (11-4 MMA, 1-0 UFC) vs. Matthew Riddle (6-3 MMA, 6-3 UFC)

Elias: Enge Partie, denn Clements hat eine lange Siegesserie vorzuweisen, während Riddle zuletzt zweimal strauchelte. Trotzdem riskiere ich hier den Tipp. Matthew Riddle nach Punkten

Jan: Unfassbar, dass diese Kampfansetzung im Hauptprogramm einer PPV-Veranstaltung stattfindet. Chris Clements, der Mann mit dem offiziell schnellsten K.o. in der Geschichte des MMA-Sports (3 Sekunden) und Matt Riddle kämpfen bevorzugt im Stand, wobei Riddle meist sehr waghalsig vorgeht, während Clements ein sehr guter Techniker ist. Wenn Riddle intelligent kämpft, bringt er Clements zu Boden und setzt ihm mit seinem Ground and Pound zu, wenn er nicht intelligent kämpft, prügelt er sich drei Runden lang mit ihm im Stand. Nur wann hat Riddle das letzte Mal intelligent gekämpft? Chris Clements via TKO in Runde 2

Alexander: Wow, Matt Riddle auf der Main Card eines PPV. Bitter für die zahlenden Fans. Hier hängt alles von Riddles Gameplan ab. Verlässt er sich auf sein Ringen, wird es ein langer Abend für Clements. Aber ich habe das Gefühl, dass Riddle wieder den Schlagabtausch sucht und da sehe ich Clements mit klaren Vorteilen, sodass Riddle aufgrund eigener Dummheit vorzeitig besiegt wird. Chris Clements via TKO in Runde 3

Martin:
Ein weiterer sehr enger Kampf meiner Meinung nach und wieder kommt es auf die Strategie der Kämpfer an. Wenn Riddle sich vom Publikum tragen lässt und einen Schlagabtausch sucht, wird er wahrscheinlich KO gehen. Sollte er sich dafür entscheiden, dass ein Sieg wichtiger ist, dann bringt er Clemens zu Boden und holt sich dadurch den Punktsieg (vielleicht sogar Submission). Matthew Riddle via Aufgabe in Runde 2

Florian: Riddle hat weitaus mehr Erfahrung im Octagon, Clements ist dafür insgesamt schon länger dabei und hatte viele Kämpfe in kleineren Organisationen. Riddle wird sich durch seine leidenschaftliche Aggressivität einige gute Momente rausholen können, am Ende wird es aber trotzdem knapp zugunsten Clements ausgehen. Chris Clements nach Punkten

Dorian: Beide werden sich im Verlaufe des Kampfes einen wilden Schlagabtausch liefern, den Chris Clements für sich entscheiden sollte. Riddle wird mit der Zeit merken, dass das keine gute Idee ist und den Takedown suchen. Dort könnte es für Clements gefährlich werden. Chris Clements nach Punkten